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Johann Friedrich Klett und Theodor von Cramer-Klett   

G Firma Kramer Klett

Cramer Klett`sche Maschinenfabrik in Nürnberg

Dass Fusionen kein Phänomen unserer Tage sind, zeigt das Beispiel der „Maschinenfabrik Augsburg – Nürnberg“. Mit der MAN sind zwei Namen eng verbunden: Johann Friedrich Klett (1778 - 1847) und Theodor von Cramer-Klett (1817-1884), geborener Theodor Cramer.

Angefangen hatte alles mit der Eisenbahn. 1837 gründete Johann Friedrich Klett (1778-1847) eine Werkstatt, in der er Aufträge für die Bahn erledigt. Wenige Jahre später, 1842, entstand gemeinsam mit den drei englischen Technikern James Edward Earnshaw, Wharter Rye und John Hooker 1842 die Maschinenfabrik Klett & Co.

G Portrait Cramer Klett

Theodor von Cramer-Klett (1817-1884)

1847 starb Klett. Sein Schwiegersohn Theodor Cramer-Klett (1818-1884) übernahm die Firma. Cramer-Klett, von Haus Kaufmann mit Erfahrungen im Verlags- und Zeitungsgeschäft, erkannte die Chancen, die der Siegeszug der Eisenbahn mit sich brachte: Er konzentrierte sich auf den Wagenbau, auf den schon bald der Löwenanteil des Umsatzes entfiel. 1872, auf dem Höhepunkt des Eisenbahnbaus, fertigte sein Werk mit über 3 300 Beschäftigten über 3 500 Eisenbahn-Güterwagen und knapp 500 Personenwagen. Außerdem machte sich das florierende Nürnberger Unternehmen im Eisenhoch- und Brückenbau einen Namen.

Cramer-Klett, der 1876 den Freiherrentitel erhielt, gehört zweifellos zu den herausragenden deutschen Unternehmern des 19. Jahrhunderts. Doch beim Konjunktureinbruch („Gründerkrise“) nach 1873, der die kurz zuvor in eine Aktiengesellschaft umgewandelte Maschinenbaugesellschaft Nürnberg schwer traf, sparte Cramer-Klett am falschen Ende: Notwendige Investitionen blieben aus. Als der Unternehmer 1884 starb, war die einst führende Maschinenfabrik veraltet. Anton Rieppel, der 1892 zum Vorstandschef des Unternehmens berufen wurde, brachte die AG wieder auf Erfolgskurs. Er konzentrierte sich auf den Maschinenbau, der lange Jahre hinter dem Wagonbau zurückgestanden hatte. 1898 fusionierte das Unternehmen mit der AG Maschinenfabrik Augsburg, 1909 erhielt der Gesamtkonzern den Namen „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG“ (MAN).

(Überarbeitete Fassung von Verena Litz: Aufbruch zu neuer Größe. Spaeth, Klett, Cramer-Klett, Schuckert, Faber, Bing – Unternehmer des 19. Jahrhunderts, aus: Nürnberg Heute, Sonderheft 950 Jahre Nürnberg, hg. von Stadt Nürnberg/Presse- und Informationsamt, Juli 1999.)

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  •  Titelbild: © Ralf Schedlbauer, Stadt Nürnberg