Mit dem „Adler“ kam der Aufschwung: Die erste deutsche Eisenbahn zog staunende Bürger und bald darauf rührige Unternehmer an, die sich mit ihren Firmen entlang der Strecke ansiedelten. Wie sich die Landstraße entlang der Bahnstrecke von Nürnberg nach Fürth in eine pulsierende Verkehrsader und die Stadt zur Industriemetropole entwickelt hat, zeigt zum Bahnjubiläum das Museum Industriekultur. „Die Strecke des Adlers“ rollt mit zahlreichen Ausstellungsstücken, Ansichten und modernen Medien die Geschichte der Fürther Straße von 1835 bis in die heutige Zeit auf und vermittelt so beispielhaft einen Eindruck von wirtschaftlichem, sozialem und kulturellem Wandel in der Metropolregion.
Die Ausstellung thematisiert die Geschichte der ersten deutschen Eisenbahn, die von Nürnberg nach Fürth fuhr, und zugleich die Entwicklung der Fürther Straße als Weg in die Moderne und als Achse der Industrialisierung. Die kühnen Visionen eines Georg Zacharias Platner, eines Johannes Scharrer oder eines Paul von Denis waren Grundlagen für die zukunftsweisenden Idee vom dampfbetriebenen Schienenverkehr.
Die erste Deutsche Eisenbahn rückte die beiden Städte in den Mittelpunkt des Interesses. Zugleich war sie Initialzündung der Industrialisierung, die sich entlang des rasch wachsenden Schienennetzes entwickelte und die Welt grundlegend veränderte. Beispielhaft dafür war und ist die Fürther Straße mit ihrem Wandel von der Landchaussee über eine industriell geprägte Verkehrsader hin zur multikulturell geprägten Städteachse. Aufschwung und Niedergang, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Wandel, von der Dampflok zur fahrerlosen U-Bahn – das sind nur einige Schlagworte, die sich mit dem Thema verbinden und die Nürnberg prägen, damals, heute und in Zukunft.
Die Ausstellung erschließt die „Strecke des Adlers“ in drei Zeitebenen. 1835 fährt der „Adler“ im Modell die Chaussee entlang, die 1801 als schnurgerade Verbindung zwischen Nürnberg und Fürth angelegt worden war. Teile der Modell-Strecke sind von Pappeln gesäumt und die Eisenbahn durchschneidet ländliche Gegend mit einzelnen Bauernhöfen. Eine zweite Ebene, um 1900, zeigt die Fürther Straße als prototypische Achse der Industrialisierung entlang der Eisenbahn. Unternehmen wie Schuco, Triumph, die Hercules-Werke, AEG und Quelle hatten sich angesiedelt. Schließlich thematisiert eine dritte Ebene den Blick auf die Fürther Straße heute. Hier zeigt sich der strukturelle Wandel, der sich im Untergang der traditionsreichen Unternehmen und in der Entstehung neuer Betriebe wie etwa der DATEV zeigt. Die Chaussee von einst wurde zur von Migration geprägten Städteachse.