Am 31. Oktober 2008 unterzeichneten Fach- und Führungskräfte der Metropolregion Nürnberg die "Nürnberger Resolution". Gefordert wird eine 40%ige Quote für die Besetzung der Aufsichtsratspositionen in deutschen Aktiengesellschaften. Diese Quote muss als gesetzliche Regelung ins Aktiengesetz aufgenommen werden.
In Deutschland sind bisher von den mehr als 1.100 Aufsichtsratsmitgliedern in börsennotierten Unternehmen auf Seiten der Anteilseigner 97 % Männer und nur 3 % Frauen. Noch weniger Frauen in diesen wichtigen Kontrollgremien der Kapitalgesellschaften finden sich europaweit nur in Portugal und Italien.
In Nürnberg sind in Aufsichtsratsgremien der Unternehmen, an denen die Stadt beteiligt ist, immerhin 32,1 % Frauen; dazu haben die Quotenbeschlüsse der politischen Parteien beigetragen.
Die Nürnberger Resolution fordert weiter ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft. Die Freiwillige Vereinbarung zwischen Spitzenverbänden der Wirtschaft und der Bundesregierung zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen aus dem Jahr 2001 hat bisher keine nennenswerten Erfolg gebracht. Neueste Zahlen aus 2008 belegen, dass sich die Lage der Frauen kaum verbessert hat. Der geringe Anteil von Frauen an Führungsposition ist in deutschen Unternehmen im vergangenen Jahr sogar wieder zurückgegangen von 7,5 % auf nur noch 5,5 %. Frauen verdienen je Arbeitsstunde ca. 22 % weniger als Männer, bei Vollzeit sogar bis zu 27 %, weil die Engeltdiskriminierung bei steigendem Gehalt sogar noch zunimmt.
Sie können diese Resolution im Internet unterschreiben oder sich ein Formular zur Sammlung von Unterschriften als pdf herunterladen:
Die Nürnberger Resolution hat inzwischen bundesweit große Resonanz und Unterstützung hervorgerufen; in acht weiteren Städten sind Initiativen entstanden.
Auch der Nürnberger Stadtrat hat sich zu den Inhalten der Resolution bekannt und im Oktober 2009 eine Selbstverpflichtung zur Steigerung des Frauenanteils bei Entsendungen von Stadtratsmitgliedern in Unternehmen und Zweckverbände beschlossen. Künftig soll eine Quote von mindestens 40 Prozent Frauen eingehalten werden; mittelfristiges Ziel dabei ist die Geschlechterparität.