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Besondere Gefahrenlagen

Nationaler Influenzapandemieplan

Experten gehen davon aus, dass jederzeit eine neue Influenzapandemie (weltweite Erkrankungsfälle an Grippe) ausbrechen kann. Auf Grund besonders gefährlicher Voraussetzungen geht diese möglicherweise mit hohen Erkrankungszahlen und zahlreichen Todesfällen einher. Dies wäre der Fall, wenn das Influenzavirus auf eine ungeschützte Bevölkerung trifft, leicht von Mensch zu Mensch übertragbar und besonders bösartig ist, also schwere Krankheitsverläufe hervorruft. Eine solche Konstellation ist zu befürchten, sollte sich der in Südostasien weiterhin grassierende Vogelgrippevirus mit dem menschlichen Influenzavirus kombinieren.

Um sich in Deutschland auf eine solche Situation vorzubereiten, wurde ein Nationaler Influenzapandemieplan erarbeitet, der im Januar der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Ein effektiver vorbeugender Schutz ist nur über eine spezielle Impfung möglich, die aber erst Monate nach Ausbruch einer Pandemie zur Verfügung stehen dürfte. Im Gegensatz zu früher gibt es jedoch inzwischen Medikamente, die allgemein bei Viruserkrankungen eingesetzt werden und die auch in diesem Fall zur Vorbeugung eingenommen werden können. Man geht davon aus, dass sich bei Einnahme innerhalb von zwei Tagen nach Krankheitsbeginn der Krankheitsverlauf abmildern und verkürzen lässt.

Influenza Pandemieplanung in der Praxis

Der Nationale Pandemieplan sieht im Pandemiefall vor, die Versorgung von Influenzapatienten möglichst lange ambulant durchzuführen. Gleichzeitig sollen Patienten frühzeitig aus der stationären Behandlung in den ambulanten Bereich übernommen werden. Den Arztpraxen, insbesondere den allgemeinärztlichen, internistischen, HNO-ärztlichen und pädiatrischen, kommt daher in der Pandemieplanung eine wesentliche Rolle zu.
Diese Handlungsanleitung wurde gemeinschaftlich von Bundesärztekammer (BÄK), der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der BGW erarbeitet. Sie beruht auf den gemeinsamen Empfehlungen der KBV und der BÄK zur Vorbereitung auf und das Handeln während einer Influenzapandemie. Gleichzeitig berücksichtigt sie die Vorgaben des Nationalen Pandemieplanes sowie die Regelungen des Infektionsschutzgesetzes (IfSG), der Biostoffverordnung (BiostoffV), des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) und der Technischen Regel "TRBA 250: Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege".

Medikamentöse Vorbeugung der Bayerischen Regierung

Vor diesem Hintergrund hat das Bayerische Kabinett beschlossen, virenhemmende Medikamente für ca. 15 Prozent der Bevölkerung (für insgesamt 22,4 Millionen Euro) anzuschaffen. Diese Medikamente können bei einer beginnenden weltweiten Epidemie schon in der Zeit vor Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Grippevirus eingesetzt werden. Das Mittel der Wahl ist Tamiflu® (Wirkstoff Oseltamivir), das bisher gegen die unterschiedlichen Influenzastämme erfolgreich verwendet wurde.

Die medikamentöse Vorbeugung der Bayerischen Regierung wird sich auf bestimmte Risikogruppen und auf medizinisches Personal und die Personengruppen konzentrieren, die für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zuständig sind. Da die prophylaktische Wirksamkeit bei ca. 70 % liegt, können im Fall einer Pandemie auch weitere präventive Maßnahmen wie Schließung von Schulen und Kindergärten sowie Einschränkungen des öffentlichen Lebens angeordnet werden.

Die Bevorratung sei aber nicht als Ersatz für die Eigenverantwortung jedes Einzelnen zu verstehen, sagte der Bayerische Gesundheitsminister.

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