Armut ist ein Gesundheitsrisiko, viele Untersuchungen bestätigen dies. Das gilt für alle Altersgruppen, insbesondere aber für Senioren, Kinder und Jugendliche.
Ein wichtiger Aufgabenschwerpunkt des Gesundheitsamtes ist deshalb die Gesundheitsförderung insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.
Deshalb ist das Gesundheitsamt auch Mitglied im Netz gegen Armut das als Arbeitsausschuss der Kreisarbeitsgemeinschaft nach der 1. Armutskonferenz in Nürnberg gegründet wurde.
Das Netzwerk organisiert eine Vielzahl von Projekten, die die Teilnehmer meist in Kooperation durchführen.
2010 wurde die 2. Nürnberger Armutskonferenz durchgeführt.
Weitere Projekte sind für 2010-2011 geplant.
Angesichts der Folgen der Weltwirtschaftskrise ist mit einer Verstärkung der Armuts-problematik zu rechnen. Wie sich finanzielle Probleme auch bei geringen fehlenden Beträgen auf die Behandlung von Erkrankungen auswirken, zeigt sich im Gesund-heitsamt z.B. bei TBC - Erkrankungen, aber auch schon bei der Bekämpfung von Läusen. Nicht selten fehlt sozial schlecht gestellten Menschen Geld für die Fahrtkosten zu notwendigen Behandlungs- und Kontrollterminen und für Medikamentenzuzahlungen. Läusemittel werden auf mehrere Kinder verteilt, um Kosten zu sparen.
Das Gesundheitsamt hat gemeinsam mit der Nürnberger Tafel e.V., die auch im Netz gegen Armut mitarbeitet, zu einer Spendenaktion aufrufen, um in diesen und ähnli-chen Fällen unbürokratisch Hilfe leisten zu können.
Verschiedene Möglichkeiten der Hilfe bieten sich an: Privatpersonen und Firmen können zugunsten der Nürnberger Tafel e.V. Geld spenden, für das dann Medikamente und Fahrscheine gekauft werden, die das Gesundheitsamt an die Betroffenen abgibt. Pharmafirmen und Apotheken können auch entsprechende Medikamente spenden.
Als Gemeinschaftsveranstaltung der Kreisarbeitsgemeinschaft unter der Federführung des Amtes für Existenzsicherung und soziale Integration, Sozialamt, geplant, wurde die Konferenz mit 200 Teilnehmer durchgeführt.
In sechs Referaten und sechs Workshops wurde der Themenbereich Armut diskutiert.
Das Gesundheitsamt hat das Thema Armut und Gesundheit eingebracht, dass in einem Referat, Arm und krank? und in einem Workshop bearbeitet wurde. Im Workshop wurde von Monika Meusel und Klaus Kamm (Gesundheitsamt / Stab Gesundheitsförderung, Gesundheitsplanung) auf die gesundheitliche Situation von Kindern und Jugendlichen eingegangen und Projekte zur Gesundheitsförderung im Rahmen der Gesundheitskonferenz vorgestellt.
Die Konferenz wurde durch eine Podiumsdiskussion abgeschlossen.
Nach der Konferenz beschloss der Veranstalterkreis in der Auswertung die Aktivitäten zur Armutsprävention weiterzuführen. Dafür wurde ein neues Gremium gebildet, das als Arbeitsausschuss der Kreisarbeitsgemeinschaft unter dem Titel „Netz gegen Armut“ tätig ist.
Es wurde ein Aktionsplan mit Schwerpunktthemen für 2008 und 2009 entwickelt, in dem auch das Thema Armut und Gesundheit bearbeitet wird.
Die Darstellung der Aktivitäten und eine Dokumentation der 1. Nürnberger Armutskonferenz finden Sie auf den Seiten des Sozialreferates der Stadt Nürnberg.