Je nach Witterung können in unserer Region Zecken das ganze Jahr über aktiv sein. Die Hauptaktivitätszeit beschränkt sich auf die Sommermonate Juni, Juli und August. Durch Zeckenstich werden hauptsächlich übertragen:
Zecken halten sich in der Nähe des Bodens oder in geringer Höhe über dem Boden auf. Ihre bevorzugten Standorte sind hauptsächlich
Zecken fallen nicht von den Bäumen - wie oft irrtümlich angenommen wird. In einer Höhe von über 1,20 m wurde bisher noch keine Zecke gefunden.
Was aber tun, wenn Sie nun von einer Zecke gestochen wurden? Zunächst einmal Ruhe bewahren. Man sollte die Zecke sofort mit einer Pinzette oder notfalls auch mit Fingernägeln entfernen und dabei nicht quetschen. Desinfizieren Sie anschließend die Stichstelle. Das mindert zumindest das Risiko, an einer Borreliose zu erkranken. Die Borrelien werden nämlich im Gegensatz zu den FSME-Viren erst gegen Ende der Blutmahlzeit durch die Zecke übertragen. Drückt man jedoch auf die Zecke, so werden Mageninhalt und damit auch Borrelien in die Wunde befördert. Ganz ähnlich sieht es mit vielen „Geheimtipps“ zur Zeckenentfernung aus: Öltropfen, Abbrennen der Zecke und dergleichen schadet mehr als dass es nützt - die Zecke erbricht sich im Todeskampf und befördert erst recht Krankheitserreger in die Wunde. Falls der Kopf der Zecke in der Haut stecken bleibt, lassen Sie diesen unbedingt vom Arzt entfernen.
Bei der FSME handelt es sich um eine Viruserkrankung. Zur Virusübertragung genügt bereits ein kurzer Stich.
Die aktive Impfung ist die beste Möglichkeit, sich vor der Virusinfektion zu schützen.
Die FSME-Erkrankung beginnt häufig wie eine Grippe ("Sommergrippe") mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Zeckenstiche bleiben oft unbemerkt. Erwähnen Sie deshalb beim Gespräch mit Ihrem Arzt Aktivitäten im Freien (z.B. Wandern, Fahrradfahren). 2-28 Tage nach dem Stich einer virustragenden Zecke kommt es zu einer 1. Erkrankungsphase mit grippeähnlichen Symptomen. Bei vielen Infizierten ist damit die Krankheit ausgestanden.
Bei einem Drittel der Erkrankten kann es in einer zweiten Phase jedoch zu einer Erkrankung des Gehirns und Rückenmarks mit Lähmungen der Augen-, Gesichts- und Blasenmuskulatur oder der Arme und Beine kommen. Bei schweren Verlaufsformen können Restschäden verbleiben. Auch Todesfälle sind bei 1-2% der Erkrankten beschrieben worden.
Die Lyme-Borreliose wird über Bakterien übertragen. Im Gegensatz zur FSME muß eine mit Borrelien infizierte Zecke erst einmal ca. 24 Stunden saugen, bis eine Übertragung stattfindet.
Ganz Deutschland gilt als Infektionsgebiet.
Für die Lyme-Borreliose im europäischen Raum gibt es noch keinen Impfstoff.
Das erste Anzeichen einer Borreliose ist häufig mit einer charakteristischen Hautrötung, auch ringförmig, um die Einstichstelle oder anderen Körperteilen verbunden und wird daher auch als Wanderröte bezeichnet. Auch unklare Kopf-, Nerven- und Gelenkschmerzen sollten umgehend abgeklärt werden. Im Frühstadium ist die Borreliose mit Antibiotika gut behandelbar. Unbehandelt kommt es nach Rückbildung der Rötung im Zweitstadium zu einer Erkrankung des Nervensystems. Neben schmerzhaften Nerven- und Hirnhautentzündungen kann es dabei zu Lähmungen, vorwiegend der Gesichtsnerven kommen. Ebenso sind Herzmuskelentzündungen möglich. Diese Symptome können sich auch unbehandelt zunächst zurückbilden und schubweise später wieder auftreten.
Im dritten Stadium, das normalerweise nach etwa sechs Monaten, aber ebenso viel später auftreten kann, werden vor allem die Gelenke befallen, insbesondere in Form von Entzündungen der Knie- und Sprunggelenke. Noch nach Jahren können außerdem wieder Erkrankungen der Haut und des Nervensystems auftreten, wobei auch Krankheitszeichen zu beobachten sind, die denen der Multiplen Sklerose (MS) ähnlich sind. Relativ häufig durchläuft die Zecken-Borreliose nicht die Reihenfolge der geschilderten Stadien. Die Infektionskrankheit kann in jedem Stadium erstmals auftreten.
Fast ganz Bayern ist nach der aktuellen Neudefinition des Robert-Koch-Instituts jetzt Risikogebiet für die durch Zecken übertragbare FSME. Mit 19 neuen Risikogebieten sind mittlerweile 74 von 96 Landkreisen und Städten betroffen. Auch wenn man nicht in einem Risikogebiet wohnt oder arbeitet, ist die Impfung anzuraten - eine Infektion kann nämlich auch schon beim Wochenend-Ausflug passieren. Alle Informationen zur Neudefinition finden Sie im neuesten Epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Instituts.
Neu zu FSME-Risikogebieten erklärt hat das Robert-Koch-Institut die Landkreise Bad Kissingen, Hassberge, Würzburg, Tirschenreuth, Donau-Ries, Lindau (Bodensee), Freising, Erding, Ebersberg und die Städte Coburg, Bayreuth, Aschaffenburg, Fürth, Ansbach, Weiden i.d.Opf., Regensburg, Straubing, Ingolstadt und Rosenheim. Für die neue Risiko-Einschätzung werden nicht mehr die absoluten FSME-Fallzahlen pro Kreis verwendet, sondern die Fallzahlen pro 100.000 Einwohnern in den letzten fünf Jahren (2002 bis 2006). Zusätzlich wird das Infektionsrisiko sämtlicher umliegender Kreise berücksichtigt. Diese Neudefinition führt zu einer besseren Abbildung des Infektionsrisikos.