Eine leckere Fischplatte auf einem Marmortischchen vor der Nase, eine mächtige byzantinische Festung im Auge, ein verwinkeltes, orientalisches Altstadtviertel im Rücken und eine malerische Bucht mit weitläufigem Strand an der Ägäis zu Füßen – nein, hier träumt kein Fremdenverkehrsdirektor vor sich hin, dies ist tatsächlich Realität.
Kavala, auch "die schöne Braut Ostmakedoniens" genannt, erfüllt gleich viele Urlaubswünsche auf einmal. Und dann ist die unweit von Thessaloniki, dem Berg Athos und den Inseln Thassos und Samothraki gelegene Hafenstadt von Nürnberg aus auch noch bestens zu erreichen. Bei den Franken Lust auf Kavala zu wecken, ist also nicht schwer. Doch der aufstrebende Touristenort hat gleichfalls Interesse daran, sich neue Kontakte zu erschließen.
Auch wenn Kavala Marmor bricht – die Marmorverarbeitung ist eine der wichtigsten Industriezweige der Stadt –, die Freundschaft zu Nürnberg ist seit Mai 1998 beschlossene Sache und wurde am 1. Juni 1999 durch einen Städtepartnerschaftsvertrag besiegelt. Die Politik spielt dabei eine gewichtige Rolle: Wer in völkerverbindender Absicht "Ja" sagt zum türkischen Antalya und zu Skopje in der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien, darf den griechischen Landesteil Makedonien nicht außen vor lassen.
Außerdem: Nach den Türken stellen die griechischen Staatsbürger den zweitgrößten Ausländeranteil in Nürnberg und tragen wesentlich zum regen Vereinsleben der Frankenmetropole bei. Ihren heiß geliebten Griechenlandurlaub können die Nürnbergerinnen und Nürnberger nun also mit aktiver Europapolitik verbinden – und sich so ganz nebenbei an sauberen Stränden aalen, authentischen Sirtaki lernen und sich kreuz und quer durch die ägäische Fauna futtern...