Aufruf an die Bevölkerung
Für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte
Nürnberger setzen Zeichen gegen Rechtsextremisten
Rechtsextreme Kräfte haben für den 14. Oktober 2006 in Nürnberg eine Demonstration angemeldet. Die Rechtsradikalen verfolgen rassistische, fremdenfeindliche und antisemitische Ziele. Sie bekämpfen Freiheit und Demokratie. Sie wollen mit ihrem Aufmarsch durch die Straßen Nürnbergs an unselige Zeiten anknüpfen und den guten Ruf unserer Stadt beschädigen. Dies ist eine ungeheuere Provokation.
Nürnberg war die „Stadt der Reichsparteitage“ und der Verkündungsort der menschenverachtenden Rassengesetze. Am Ende des „Dritten Reichs“ lag die Welt in Schutt und Asche, zigmillionen Menschen wurden Opfer des NS-Regimes. In unserer Stadt wurden nach 1945 die schlimmsten NS-Kriegsverbrecher verurteilt. Dies gilt heute als Geburtsstunde der internationalen Strafgerichtsbarkeit. Wer dies leugnet, hat in unserer Stadt nichts verloren.
Nürnberg ist sich dieser Vergangenheit sehr bewusst. Aus der Rolle der Stadt während der NS-Diktatur ist in Nürnberg eine besondere Verantwortung für die Menschenrechte erwachsen. Deshalb werden wir weiterhin allen Anfängen wehren. Dieses „Nie wieder!“ ist elementarer Bestandteil unserer Demokratie. Alt- und Neonazis haben in Nürnberg keinen Platz. Allerdings kann der Umzug der Rechtsradikalen aus rechtsstaatlichen Gründen leider nicht verboten werden. Gerade deshalb bitten wir alle Bürgerinnen und Bürger, ein deutliches Zeichen gegen diese rechtsextremistischen Umtriebe zu setzen.
Wir rufen alle Demokraten auf zu einer
Kundgebung gegen den rechtsradikalen Aufmarsch
am Kornmarkt / Straße der Menschenrechte
am Samstag, 14. Oktober 2006, um 14 Uhr.
Reden:
Stephan Doll, Vorsitzender des DGB Industrieregion Mittelfranken
Michael Bammessel, Stadtdekan der evangelisch-lutherischen Kirche
Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister
Unterzeichner:
Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister
Dr. Günther Beckstein, CSU-Bezirksvorsitzender
Christian Vogel, SPD-Unterbezirksvorsitzender
Stefanie Leisenheimer und Wolfgang Klemm, Kreisvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen
Dr. Frank Knapp, FDP-Kreisvorsitzender
Prof. Dr. Klaus Wübbenhorst, Präsident der IHK Nürnberg für Mittelfranken
Heinrich Mosler, Präsident der Handwerkskammer für Mittelfranken in Nürnberg
Stephan Doll, Vorsitzender des DGB Industrieregion Mittelfranken
Bruno Schnell, Verleger
Arno Hamburger, 1. Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg
Michael Bammessel, Stadtdekan der evangelisch-lutherischen Kirche
Hans Reeg, Stadtdekan der römisch-katholischen Kirche
Achim Mletzko, Vorsitzender des Kreisjugendrings Nürnberg-Stadt
Mario di Santo, Vorsitzender des Ausländerbeirates der Stadt Nürnberg
Walter Schatz, Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken
Peter Büttner, Arbeitsgemeinschaft der Bürgervereine