Presse- und Informationsamt

Logo Stadt Nürnberg

Sie sind hier: 

 

Das dunkelstes Kapitel der Stadtgeschichte: die NS-Zeit   

Nürnberger Prozesse

Nürnberger Prozesse (Foto: D'Addario)

Die Nationalsozialisten nutzen das historische Erbe „des Deutschen Reiches Schatzkästlein“ und veranstalten ab 1927 ihre Parteitage in Nürnberg. Adolf Hitler bestimmt den Ort nach der „Machtergreifung“ 1933 zur „Stadt der Reichsparteitage“. Nach Plänen von Albert Speer entstehen Monumentalbauten in dem im Südosten der Stadt gelegenen Volkspark Dutzendteich und weiteren großen Flächen. Sie zeugen bis heute vom Größenwahn der Machthaber im „Dritten Reich“. „Frankenführer“ Julius Streicher verbreitet von Nürnberg aus seine antisemitischen Hetzparolen. 1935 werden hier die menschenverachtenden „Rassengesetze“ der Nazis verkündet. Der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 fallen hier mehr Menschen zum Opfer als anderswo: 26 Juden hätten die „Reichskristallnacht“ nicht überlebt, rühmt sich Nazi-Oberbürgermeister Willy Liebel. Auch bei der „Arisierung jüdischen Vermögens“ erlangt Nürnberg eine traurige Ausnahmestellung: Über 150 Betriebe und etwa 570 Grundstücke wechseln bei der erzwungenen Veräußerung jüdischen Eigentums die Besitzer. Für die Juden, die nicht emigrierten, beginnen im Herbst 1941 die Deportationen: 1 631 jüdische Bürgerinnen und Bürger werden bis Januar 1944 in die Konzentrationslager verschleppt – nur 76 überleben den Massenmord.

Im Januar 1945 fällt die Stadt in Schutt und Asche. Vom Bombenhagel fast unzerstört bliebt das Gerichtsgebäude mit angeschlossenem Gefängnistrakt. So wird die Stadt zum geeigneten Ort für die juristische Aufarbeitung der NS-Zeit: Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs finden hier die „Nürnberger Prozesse“ statt: Vor einem Internationalen Militärtribunal haben sich ab 20. November 1945 die Hauptkriegsverbrecher unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verbrechen gegen den Frieden zu verantworten. Dies geschieht auf der Basis der „Nuremberg Principles“, die die Grundlage für ein neues Völkerrecht und die strafrechtliche Verfolgung von Menschenrechtsverletzungen schaffen: Erstmals werden die Verantwortlichen für Krieg und millionenfaches Leid persönlich zur Verantwortung gezogen. In zwölf Nachfolgeprozessen wird zwischen 1946 und 1949 gegen weitere NS-Größen und ihre Helfer verhandelt, darunter Ärzte, Juristen und führende deutsche Unternehmer.

Der Wiederaufbau der Stadt erfolgt in behutsamer Synthese aus Alt und Neu unter weitgehender Beibehaltung der alten Straßenzüge und Grundrisse. Bedeutende Bauten wie die Kaiserburg, die Kirchen St. Lorenz und St. Sebald, die Frauenkirche und das Rathaus erstehen wieder in ihrer alten Gestalt. Außerhalb der Altstadt wachsen neue Wohnviertel empor. In der modernen Metropole von heute ist die Geschichte Nürnbergs im Stadtbild sichtbar geblieben.

Download

Das dunkelste Kapitel der Stadtgeschichte: die NS-Zeit
PDF-Datei (15 KB)

skip

  •  
  • Bildquellen:
  •  Titelbild: © Christine Dierenbach / Stadt Nürnberg