Im Gedenken an die Rolle, die die Stadt während des Nationalsozialismus spielte, versucht Nürnberg heute seiner Selbstverpflichtung als „Stadt des Friedens und der Menschenrechte“ gerecht zu werden. Der israelische Künstler Dani Karavan installiert 1993 vor dem Germanischen Nationalmuseum die Straße der Menschenrechte, auf deren Säulen die 30 Artikel der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen in verschiedenen Sprachen zu lesen sind.
Seit 1995 wird alle zwei Jahre der Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis verliehen. Erster Preisträger ist 1995 der Russe Sergej Kowaljow. 2011 erhält der kolumbianische Journalist Hollman Morris die Auszeichnung. Er macht unter hohem persönlichem Risiko die Opfer des schrecklichen bewaffneten Konflikts in seinem Heimatland Kolumbien sichtbar und gibt ihnen in seinen Fernsehsendungen eine Stimme. Zudem tragen seine journalistischen Recherchen dazu bei, dass schreckliche Menschenrechtsverletzungen nicht straflos bleiben. Ermittler, Richter und Staatsanwälte benutzen seine Arbeiten als Beweismaterial.
Einen wichtigen Beitrag zur vertieften Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit leistet das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, das im November 2001 von Bundespräsident Johannes Rau im Nordflügel der NS-Kongresshalle eröffnet wird. Die Dauerausstellung „Faszination und Gewalt“ und das angeschlossene Studienforum verdeutlichen Ursachen und Zusammenhänge der verbrecherischen Machtausübung des NS-Staats. Seit 2006 erschließt ein Informationssystem auf dem 380 Hektar großen Areal des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes Geschichte und Bedeutung der NS-Propaganda-Inszenierungen.
Im November 2010 eröffneten am Ort des Internationalen Militärtribunals gegen die Hauptkriegsverbrecher des NS-Regimes – dem authentischen Geschichtsort Saal 600 – Bundesrepublik Deutschland, Freistaat Bayern und Stadt Nürnberg das Memorium Nürnberger Prozesse. Diese neue Einrichtung der museen der stadt nürnberg erschließt den weltberühmten Saal 600 des Nürnberger Justizgebäudes an der Fürther Straße. Eine Dokumentationsausstellung erläutert anschaulich Vorgeschichte, Verlauf und Folgen des internationalen Strafverfahrens, bei dem sich erstmals Individuen persönlich wegen ihrer Verbrechen gegen das Völkerrecht zu verantworten hatten. Auf einer Fläche von 750 Quadratmetern wird anhand von umfangreichen Bild-, Schrift, Film- und Tondokumenten der historisch einzigartige Prozess erläutert. Daran anschließend stellen drei kleinere Ausstellungseinheiten die ebenfalls in Nürnberg abgehaltenen Nachfolgeprozesse sowie weitere juristische Auseinandersetzungen mit dem NS-Regime dar. Auch die von den Nürnberger Prozessen ausgehenden Entwicklungen hin zu dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag werden thematisiert.