Frauen und Männer, Mädchen und Jungen nehmen die Lebenswelt unterschiedlich wahr und haben verschiedene Bedürfnisse. Es gibt keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit. Deshalb müssen Kommunalpolitik und -verwaltung die unterschiedlichen Auswirkungen ihres Handelns auf die Geschlechter in Verbindung mit dem Alter, der sozialen Herkunft und der kulturellen Herkunft berücksichtigen (Gender Mainstreaming).
Für die Soziale Arbeit gilt dies umso mehr, als Fachkräfte auch Bezugsperson und Rollenvorbild sind und intensiv auf persönliche Lebensbereiche einwirken – als Erzieher, Sozialpädagogen, Kinder- und Altenpfleger.
Wir wollen geschlechtersensibel handeln, die Genderkompetenz aller in der Sozialen Arbeit Tätigen praxisorientiert fördern und unsere Angebote und Konzepte auf die Frauen und Männer, Mädchen und Jungen in ihrer jeweiligen Lebenssituation zuschneiden. Allerdings sind, wie der Mangel an männlichen Fachkräften in Bildung und Erziehung zeigt, geschlechtsspezifische Stereotypen so tiefgreifend, dass sich Einstellungen und z.B. Berufswahlverhalten nur langsam und geduldig beeinflussen lassen.
Die Stadt Nürnberg tut das im Rahmen des Gender Mainstreaming. Das heißt, bei allen Prozessen, Entscheidungen und in der Kommunikation werden die unterschiedlichen Auswirkungen des Handelns auf die Geschlechter – in Verbindung mit Alter, sozialer und kultureller Herkunft – berücksichtigt. Bereits seit 1989 existiert ein Frauenförderplan in der städtischen Verwaltung. Seit Oktober 2010 gehört Nürnberg auch zum Kreis europäischer Städte, die sich der Gleichberechtigung verpflichten: Die Unterzeichnung der „Europäischen Charta der Gleichstellung von Frauen und Männern“ ist eine konsequente Fortführung der bisherigen Bemühungen in diese Richtung. Der städtische Kompass ist ausgerichtet auf ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter, auch in der Führungsriege!