In der Stadt Nürnberg verbindet sich sozialstaatliches Selbstverständnis mit neuen Konzepten guten Regierungshandelns. Dieser Führungsstil wird auch „Good Governance“ genannt. Der Begriff bezeichnet ein Regierungs- und Verwaltungsverständnis, das eine Gesamtsteuerung der gesellschaftlichen Entwicklungen unter Einbeziehung der gesellschaftlichen Akteure umfasst und das Konzept des aktivierenden Staates weiterentwickelt.
In ihrem Weißbuch „Europäisches Regieren“ hat die EU-Kommission Grundsätze für „Good Governance“ aufgelistet
Governance heißt, einen mehrdimensionalen Aushandlungs- und Verständigungsprozess zu moderieren und zu ermöglichen. Ein zentralistisches „Durchregieren“ ist hier nicht nur faktisch unmöglich, sondern bereits der Anspruch darauf verkennt die Grundlagen moderner Politik. Good Governance auf kommunaler Ebene heißt vielmehr: zuhören, nachfragen, aktivieren, Interessen formulieren und abwägen, verhandeln und Ressourcen gerecht und nach verständlichen Kriterien aufteilen.
Eine solche „Stadtpolitik im Dialog“, wie Oberbürgermeister Dr. Maly dieses Politik und Verwaltungsverständnis nennt, darf aber nicht auf die klassischen Institutionen Sozialer Arbeit begrenzt bleiben, sondern muss sowohl Verwaltungsressorts, Initiativen und Interessenvertretungen als auch die Bürger mit einbeziehen.