Die Geschichte der Stadtbibliothek
Die Bestände der Stadtbibliothek wachsen seit sechs Jahrhunderten. Sie stellen ein einmaliges Zeugnis für die Geistesgeschichte der Stadt Nürnberg und ein Kulturerbe von unschätzbarer Bedeutung dar.
Ein Leihschein in Gestalt einer Urkunde belegt erstmals die Existenz der ältesten städtischen Büchersammlung im deutschsprachigen Raum.
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16. Jahrhundert
Die Stadt übernimmt Bibliotheksbestände aus ehemaligen Klöstern. Diese werden 1538 im Dominikanerkloster aufgestellt und mit Teilen der Ratsbibliothek vereinigt. Allmählich bürgert sich die Bezeichnung Stadtbibliothek ein.
Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden bedeutende Privatbibliotheken gekauft, die als Sammlungen erhalten geblieben und separat aufgestellt wurden.
Der Erwerb der Bibliotheca Norica Williana des Altdorfer Professors Georg Andreas Will (1727-1798) legt den Grundstock für die bewusste Pflege des in und über Nürnberg erscheinenden Schrifttums.
Für die Literatur zu Nürnbergs Geschichte und zu Nürnberger Persönlichkeiten wird bis heute die Norica-Sammlung des Kaufmanns Georg Paul Amberger (1789-1844) fortgeführt, die 1844 als Vermächtnis an die Stadtbibliothek ging.
Gründung der Bücherei des Volksbildungsvereins
Bürger der Stadt gründen die „Gesellschaft für öffentliche Lesehallen und Volksbibliotheken“
Am 12. März wird das Luitpoldhaus eröffnet. Finanziert durch eine Stiftung des Industriellen Heinrich Berolzheimer.
Von der Volksbücherei zur Zentralbibliothek
20. Jahrhundert
Beide Einrichtungen werden unter dem Namen „Städtische Volksbücherei“ im Luitpoldhaus von der Stadt übernommen.
Im Gegensatz zu den Gebäuden übersteht der rechtzeitig ausgelagerte Altbestand der historischen Stadtbibliothek die Zerstörung Nürnbergs unversehrt; durch Plünderungen gehen jedoch ca. 10.000 Bände verloren.
Am 18. Januar wird die Volks- und Jugendbücherei im Unter- und Erdgeschoss des neu aufgebauten Luitpoldhauses offiziell wieder eröffnet.
Die Bibliothek bezieht ihr neu errichtetes Domizil im ehemaligen Pellerhaus am Egidienplatz.
Die Stadtbibliothek am Egidienplatz wird mit der Stadtbücherei im Luitpoldhaus organisatorisch zu einem kommunalen Bibliothekssystem vereinigt.
Grundsteinlegung für den Wiederaufbau des ehemaligen Katharinenklosters als Erweiterungsbau für das Luitpoldhaus. Die Auflagen des Denkmalschutzes sind streng: die Bibliothek muss ihr Raumkonzept an den vorgegebenen Räumen ausrichten.
Eröffnung der neuen Zentralbibliothek.
Der Wiederaufbau des Katharinenklosters gilt in der Fachpresse schon bald als gelungenes Beispiel für Instandsetzung und Nutzung historischer Gebäude.
Eröffnung des „Haus 2“ der Zentralbibliothek im ehemaligen Meistersingerkonservatorium.
Im September beginnt der Umbau des Luitpoldhauses zur Neuen Zentralbibliothek, in der Bibliothek Egidienplatz, Musikbibliothek und jetztige Zentralbibliothek unter einem Dach vereint werden.
Die Stadtbibliothek wird organisatorisch mit dem Bildungszentrum zur neuen Dienststelle Bildungscampus zusammen geschlossen.
Ausblick:
Ausblick: Mit der Fertigstellung des neuen Gebäudes sollen die großen städtischen Bibliotheken, die Zentralbibliothek, die Bibliothek Egidienplatz und die Musikbibliothek unter einem Dach am Gewerbemuseumsplatz zusammengefasst werden.
Neuere Veröffentlichungen zur Geschichte der Bibliothek- Goldmann, Karlheinz:
Geschichte der Stadtbibliothek Nürnberg. Nürnberg 1957 - Bibliotheken in Nürnberg
In: Bibliotheksforum Bayern 12 (1984) S. 100-192 - Jürgensen, Renate:
Stadtbibliothek Nürnberg In: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland, Band 12. Hildesheim 1996, S. 111-152. - Thomann, Günther: Stadtbibliothek Nürnberg
In: Regionalbibliotheken in Deutschland. Mit einem Ausblick auf Österreich und die Schweiz, hrsg. von Bernd Hagenau. Frankfurt a.M. 2000, S. 410-417. - Jürgensen, Renate:
Bibliotheca Norica : Patrizier- und Gelehrtenbibliotheken in Nürnberg zwischen Mittelalter und Aufklärung. - Wiesbaden, 2002. (Beiträge zum Buch- und Bibliothekswesen ; 43)
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