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Projekte
Die Fachberatung Suchtprävention unterstützt jedes Jahr suchtpräventive Projekte durch fachliche Beratung, Begleitung und finanzielle Förderung. Im Folgenden werden zwei Projekte beispielhaft dargestellt.
„Nix wie Rausch“
„Nix wie Rausch“ präsentiert Projekte der Kinder- und Jugendarbeit, die in den Jahren ab 2008 in Kinder- und Jugendhäusern und Jugendtreffs durchgeführt wurden. Die Präsentation wird vom Team des Jugendtreffs Maxfeld „Maxkids“ erstellt.
Die Projekte drehen sich alle um das eine Thema: Die Lust am Rausch und den Frust, den der Rausch mit sich bringen kann. Egal, ob es um Alkohol und Drogen, Computerspiele oder Shopping geht - die pädagogischen Fachkräfte der Einrichtungen haben sich zusammen mit Jugendlichen viel einfallen lassen.
HipHop-Musical „Alkorapical“
„Alkorapical“ ist ein Rap- und HipHop-Musical, das von Jugendlichen für Jugendliche produziert wurde. Die Jugendlichen wurden dabei von Mitarbeitern der Jugendeinrichtungen und externen Fachkräften aus den Bereichen Choreografie, Künstlerische Leitung, Ton und Technik angeleitet.
Beteiligte Einrichtungen der offenen Jugendarbeit:
- Straßensozialarbeit und Jugendtreff Johannis, St. Johannis: Autoren
- Kinder- und Jugendhaus „GOST“, Gostenhof: Licht- und Tontechnik
- Jugendtreff „Schlossäcker“, Steinbühl: Schauspiel, Dramaturgie, Choreografie, Gesang, Gestaltung und Pflege einer Homepage, Maske, Bühnenhelfer und Dokumentation
Zielgruppe:
- vorwiegend Jugendliche mit Migrationshintergrund im Alter von 12 bis 25 Jahren
- Jugendliche aus sozial benachteiligten Verhältnissen ohne Aussicht auf einen qualifizierten Schulabschluss und festen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz
- Jugendliche aus Konflikt beladenen Familien mit ersten Erfahrungen mit Alkohol- und Drogenkonsum
- Jugendliche, die geringe Möglichkeiten haben, sich und ihre Fähigkeiten auszuprobieren, zu erweitern oder sich positiv zu präsentieren
Ziele des Projekts:
- Entwicklung von Schlüsselqualifizierungen und (neuen) individuellen Fähigkeiten durch kreatives Arbeiten mit Musik, Text, Tanz, Gesang und Schauspiel
- Erlernen des Umgangs mit neuen Medien und Veranstaltungstechnik
- positive Selbst- und Außendarstellung sowie Erfolgserlebnisse durch gemeinsames Planen, Organisieren und Durchführen eines eigenen Events
Die Auseinandersetzung mit der eigenen Situation findet in jugendeigener Sprache und mit jugendeigenen Mitteln statt. Mit unterschiedlichen kreativen Methoden bearbeiten die Jugendlichen eigene Themen wie Zukunftsängste, Schul- und Arbeitswelt, Alkohol, Drogen und Gewalt. Durch die Projektarbeit erweisen sich die Jugendlichen als zuverlässig, ausdauernd und beständig. Sie schätzen die Zusatzqualifikationen und erkennen, dass sie der Orientierung und Unterstützung in ihrem zukünftigen Arbeitsleben dienen.
Laufzeit des Projektes: 2 Jahre (2008 – 2009)
"Alkorapical" - der Kurzfilm
Das Rap und HipHop Musical im Kurzfilmformat Nach dem großen Erfolg ihres selbstgeschriebenen Musicals wurde dieses in Form eines Kurzfilmes an verschiedenen Nürnberger Schauplätzen gedreht. Genau wie das Musical wurde auch der Film "Alkorapical" mit Unterstützung "von Jugendlichen für Jugendliche" produziert. Der Kurzfilm wurde so gestaltet, dass Singleauskopplungen von fünf Liedern möglich wurden. Diese werden auf öffentlichen Plattformen wie My Space oder You Tube gezeigt, da diese Internetseiten häufig von Jugendlichen besucht werden, was der Bekanntmachung und Diskussion des Films dienen soll.
Etwa 40 Jugendliche arbeiten seit Januar 2008 kontinuierlich und mit großem Einsatz an dem Musical "Alkorapical". Die Mädchen und Jungen erzählen von ihrem Alltagsstress in der Schule und im Elternhaus, dem Einfluss von Fernsehwerbung und Gruppenzwang, dem sie unterliegen und welche Auswirkungen dieser auf ihren Alkoholkonsum hat. Durch die Geschichte führen Luzi (der Teufel - die Versuchung) und Ratio (Engel - die Vernunft), die um die Jugendlichen im alltäglichen Leben für Ihre Zwecke werben und buhlen. Zu den acht Hauptdarsteller/innen kommen noch 14 Mädchen, die mit tänzerischen Einlagen und mit Gesang durch die Geschichte führen.
Der komplette Kurzfilm feierte am 28.01.2010 im Cinecitta seine Premiere. Die DVD zum Film kann käuflich erworben werden. Die Bestelladresse finden Sie unter der Rubrik "Material".
Die Projektentwicklung wird auf einer eigenen Internetseite mit den Jugendlichen erstellt, gepflegt und dokumentiert.
Die Katertüte – „Auf euer Wohl“
Ausgangssituation:
Gostenhof ist ein zentrumsnaher Stadtteil Nürnbergs mit etwa 10 000 Einwohnern und einem überdurchschnittlich hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen. Der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung beträgt 43,6 Prozent gegenüber dem Stadtdurchschnitt von 17,4 Prozent.
Der Stadtteil ist gekennzeichnet durch eine hohe Bevölkerungs- und Wohnbebauungsdichte. Die Wohnungen liegen überwiegend in Mehrfamilienhäusern, größtenteils mit zehn oder mehr Wohnungen. Alte Bausubstanz ist vorherrschend: Knapp 60 Prozent der Wohnhäuser wurden vor 1948 gebaut, die Hälfte davon in der Zeit vor 1918. Die Arbeitslosenquote insgesamt und im Bereich der unter 25-Jährigen liegt doppelt so hoch wie im Stadtdurchschnitt. Im Bereich der sozialen Infrastruktur ist ein starker Fehlbedarf im Bereich von Spiel- und Aktionsflächen für Kinder und Jugendliche festzustellen. Alkoholkonsum von Jugendlichen im öffentlichen Raum tritt sehr häufig auf.
Vor diesem Hintergrund wurde 2007 das Projekt Streetwork Gostenhof des Jugendamts mit zwei Stellen gestartet. Haupteinsatzgebiet ist der Bereich Gostenhof-Ost.
Ziele des Projekts:
- Thematisierung von Alkoholkonsum bei Jugendlichen
- Erläuterung der Risiken
- verantwortungsbewusster Umgang mit Alkohol
- Stärkung der Bereitschaft, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen
Projektbeschreibung:
Steetwork Gostenhof-Ost sucht gezielt in den Abendstunden die informellen Treffpunkte von Jugendlichen auf. Die Kontaktaufnahme wird mit einem Alkoholquiz gestaltet. Angesprochen werden erwünschte und unerwünschte Wirkungen und Nebenwirkungen von Alkohol sowie mögliche Risiken beim Konsum von Alkohol. Jugendliche, die an dem Quiz teilnehmen erhalten eine „Katertüte“. Diese „Katertüte“ dient zur Schadensminimierung und hilft den Jugendlichen im Notfall weiter.
Die „Katertüte“ enthält 1 Kondom, 1 Traubenzucker, 1 Kaugummi, Nightlinerfahrplan, Telefonnummern der Taxizentrale, Notfallnummern der Polizei und des Krankenwagens, sowie eine Infocard zum Thema Alkohol und einen Alkoholselbsttest, bei dem der eigenen Konsum reflektiert werden kann.
Laufzeit des Projektes: 2008 – 2010
Der erste Teil des Projekts fand von April bis August 2008 statt. Dabei suchte Streetwork Gostenhof 300 Jugendliche aus dem Stadtteil in den Abendstunden auf und sprach sie gezielt an. Der zweite Teil des Projekts fand 2009 im Stadtteil Langwasser zur Aktionswoche Alkohol „Kenn Dein Limit“ statt
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