Die Stadtentwässerung sorgt für die Ableitung und Reinigung des Abwassers in Nürnberg. Das Nürnberger Kanalnetz hat eine Länge von rund 1 400 Kilometern. Das Abwasser wird in zwei Großklärwerken und in einer kleineren Kläranlage gereinigt.
Im Jahr 1874 wurden die ersten unterirdischen Rohrkanäle Nürnbergs gebaut. Zunächst stand die reine Ableitung des Abwassers im Vordergrund, um die hygienischen Verhältnisse in der Stadt zu verbessern. Die sich rapide verschlechternde Wasserqualität in der Pegnitz erforderte jedoch die Einführung der Abwasserreinigung. Dafür sorgten ab 1897 einige kleinere Kläranlagen. 1913 ging schließlich das Klärwerk Süd in Betrieb (heute Klärwerk 2), die erste Nürnberger Großkläranlage. Im Jahr 1931 folgte die Kläranlage Nord, das heutige Klärwerk 1.
In den 1950er Jahren wurde in den beiden Großklärwerken die biologische Abwasserreinigung eingeführt. Sie legte den Grundstein für eine dauerhafte Verbesserung der Wasserqualität in Pegnitz, Rednitz und Regnitz. Heute stellen die Nürnberger Klärwerke als zweistufige biologische Anlagen mit Stickstoff- und Phosphorentfernung eine hohe Gewässergüte in diesen Flüssen sicher.
Der Bau von Regenbecken und Stauraumkanälen seit dem Ende der 1970er Jahre sorgt für eine weitere Verbesserung der Wasserqualität. Diese Bauwerke speichern einen großen Teil des Regenwassers, das im Kanalnetz abfließt. Nach Ende der Niederschläge wird das gespeicherte Wasser, das früher unmittelbar in die Gewässer gelangte, den Klärwerken zugeleitet.
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