Nr. 596 / 02.07.2012
Vom 4. bis 29. Juni 2012 fand erstmals eine „Summer School“ zum Thema Völkerstrafrecht in Nürnberg statt. Organisiert wurde das Modellprojekt vom Gründungsbüro Internationale Akademie Nürnberger Prinzipien. Die vierwöchige Veranstaltung wird künftig jährlich Studierende aus der ganzen Welt in Nürnberg, am Geburtsort des Völkerstrafrechts, zusammenbringen, um völkerstrafrechtliche Fragen zu diskutieren.
In diesem Jahr nahmen auf Einladung des Gründungsbüros zwei kenianische Jurastudenten teil. Darleen Seda und William Kahare Muthee sind beide 23 Jahre alt und Jurastudenten an der Kenyatta Universität in Nairobi. Nach bestandenem Auswahlverfahren, das durch das Gründungsbüro und das Auswärtiges Amt erfolgt war, kamen Seda und Muthee am 2. Juni 2012 nach Nürnberg. Einen Monat besuchten die zwei jungen Kenianer in Nürnberg die Kurse eines Sommerprogramms, das verschiedene amerikanische Universitäten gemeinsam organisierten. Schwerpunkt war die Diskussion aktueller völkerstrafrechtlicher Themen vor dem Hintergrund der Nürnberger Prozesse 1945/46.
Die Teilnahme der beiden kenianischen Studenten bereicherte die Summer School – schließlich ist Kenia ein sogenanntes „Situationsland“ des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag: Das IStGH untersucht derzeit die Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die während der letzten Wahlen in Kenia begangen wurden. Seda und Muthee berichteten, dass die Menschen in ihrem Heimatland das anstehende Verfahren verfolgen und ängstlich auf die nächsten Wahlen Ende dieses Jahres blicken.
Während einer Exkursion nach Den Haag trafen die Studenten den deutschen Richter am Internationalen Strafgerichtshof, Hans-Peter Kaul, und wichtige Vertreter aus dem Büro der Chefanklägerin, Fatou Bensouda.
Das Gründungsbüro Internationale Akademie Nürnberger Prinzipien wird getragen von der Stadt Nürnberg, vertreten durch die Museen der Stadt Nürnberg und das Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg, und vom Auswärtigen Amt finanziert. let
Bild Download: Richter am Internationalen Strafgerichtshof, Hans-Peter Kaul (Mitte), im Gespräch mit den beiden kenianischen Studenten Darleen Seda und William Kahare Muthee.
(Bild: Gründungsbüro Internationale Akademie Nürnberger Prinzipien, JPG-Datei 431 KB)
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