Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 620 / 04.07.2012

Verleihung des städtischen Energiesparpreises 2012

Die drei Gewinner des Energiesparpreises 2012 der Stadt Nürnberg für Dienststellen und Eigenbetriebe stehen fest. Am Mittwoch, 4. Juli 2012, gratulierte Bau- und Planungsreferent Wolfgang Baumann NürnbergBad zum ersten Platz. Auf den Plätzen zwei und drei landete der Werkbereich Stadtentwässerung des Eigenbetriebs Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg (Sun) sowie das Museum Industriekultur.

„Erfreulich ist die kontinuierlich hohe Anzahl an Bewerbungen und die Zahl der Erstbewerbungen“, betonte Baureferent Wolfgang Baumann. „Dies macht deutlich, welch hohen Stellenwert das Thema Energie- und Wassersparen inzwischen bei den Dienststellen und Eigenbetrieben erlangt hat.“

Zusätzlich wurden noch drei Sonderpreise verliehen. In der Kategorie Informations- und Kommunikationstechnik war das Amt für Organisation (OrgA/IuK) erfolgreich. Der Sonderpreis für die Kategorie Neubewerbungen ging an den Großmarkt Nürnberg, während das Bürgeramt Ost in der Kategorie kontinuierliche Arbeit ausgezeichnet wurde. Insgesamt 13 Dienststellen und Eigenbetriebe hatten sich bei der sechsten Auflage des Wettbewerbs beworben, der vom Kommunalen Energiemanagement (Kem) im Hochbauamt ausgelobt wurde. Weitere Teilnehmer an dem Wettbewerb waren Dokumentationszentrum, Hochbauamt, Organisationsamt/Haus- und Personalverwaltung, Kulturladen Röthenbach, Spielzeugmuseum, Tiergarten und Umweltamt.

Der ausgelobte Preis ist mit insgesamt 6 000 Euro dotiert und wird an die Dienststellen und Eigenbetrieben verliehen, die einen besonderen Beitrag zur Energieeinsparung erzielt haben. Das Geld stammt aus den Einspeisevergütungen der stadteigenen Photovoltaikanlagen. „Somit bringen unsere Anlagen doppelten Nutzen: Sie erzeugen nicht nur Strom, sondern motivieren die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch noch zu einem sparsamen Umgang mit Energie“, freute sich Baumann. Auch 2012 hatten sich wieder knapp ein Viertel aller städtischen Dienststellen beworben. Auffallend ist, dass es diesmal fünf neue Bewerber gab, aber auch einige „Stammgäste“. So waren zum Beispiel NürnbergBad bereits zum fünften Mal und das Bürgeramt Ost zum vierten Mal dabei. Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch eine fünfköpfige Jury. Bewertet wurden zum einen die Energieverbrauchseinsparungen, zum anderen Maßnahmen zur Energieeinsparung im investiven und im organisatorischen Bereich. Auch die Motivation und Sensibilisierung von Nutzern und Mitarbeitern fand Eingang in die Bewertung.

„Die Energiewende wird ohne große Anstrengungen bei der Energieeffizienz und dem Energiesparen nicht zu schaffen sein. Damit haben wir als Kommune eine wichtige Vorbildfunktion,“ betonte Baumann in seiner Laudatio und dankte allen Bewerbern für Ihr Engagement und die Teilnahme am Wettbewerb.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Der 1. Preis, dotiert mit 1 200 Euro, geht nach 2005 zum zweiten Mal an den Eigenbetrieb NürnbergBad. Sowohl bei den Großbaustellen der Vergangenheit wie dem Westbad und dem süd.stadt.bad als auch in der aktuell laufenden Planung zum Neubau des Schwimmzentrums Langwasser haben Energieeffizienz und Verbrauchsminimierung einen sehr hohen Stellenwert. Auch die Reduzierung des eigenen Energie- und Wasserverbrauches während des Betriebes wird bei NürnbergBad schon lange großgeschrieben. Dies beweist die Vielzahl von Aktivitäten, die kontinuierlich durchgeführt werden. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden regelmäßig zur Nachhaltigkeit motiviert.

Investive Maßnahmen:

  • Westbad: Solare Warmwassererwärmung für alle Becken, Reduzierung der nachzuheizenden Wassermenge durch Abtrennung des Sprungsbeckens (nicht nachgeheizt), Reduzierung Verdunstungsmenge durch Entleerung des Planschbeckens in geschlossenen Behälter (wenn nicht benötigt), Reduzierung des Wasserverbrauchs durch kleinere Filterfläche, energetisch optimiertes Verfahren zur Badewasserhygiene, Brunnenwasser für Badebetrieb, ökologische Abwasseraufbereitung und Einleitung in die Pegnitz, Reduzierung der Pumpenleistungen der Wasseraufbereitung um 25 Prozent, Einbau von wasserlosen Urinalen, Steuerung der Beleuchtung über Präsenzmelder
  • süd.stadt.bad: energieeffiziente Steuerung der Treppenhausbeleuchtung
  • Hallenbad Katzwang: Dämmung von Sauna und Ruheraum nach Passivhausstandard

Organisation:

  • Einbau M-Bus-Zähler für Autocontrolling im Nordostbad, Einführung Autocontrolling im Freibad West, Entwicklung Zählerkonzept für Schwimmzentrum Langwasser, Manuelle Erfassung der Zählerdaten in den übrigen Bädern
  • Bei energetischen Fragen unterstützt Kem zielführend; bei Planungen (Freibad West/Schwimmzentrum Langwasser) ist Kem eingebunden
  • Nutzerverhalten wird mit Erfordernissen abgeglichen (Hygienesteuerung, Bewegungsmelder, Dämmerungsschalter)
  • Vorschlagsmanagement für Mitarbeiter
  • Jährliche Abfrage der Verbesserungsvorschläge und Mitarbeiterprämien für praktikable Vorschläge zur Energie- und Wassereinsparung


Der 2. Preis, dotiert mit 1 000 Euro, geht an den Werkbereich Stadtentwässerung des Eigenbetriebes Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg (Sun). Bei Sun wird der effizienten und ressourcenschonende Umgang mit elektrischer und Wärme-Energie groß geschrieben. Hierbei spielt der systematische Ausbau der hocheffizienten Stromerzeugung mittels Verfeuerung des Klärgases in den Blockheizkraftwerken (BHKW) eine zentrale Rolle. Aber auch eine Vielzahl von kleineren und größeren investiven Maßnahmen reduziert den Energieverbrauch in den Klärwerken kontinuierlich und die Ideen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben einen hohen Stellenwert.

Investive Maßnahmen:

  • Einbau von zwei hocheffizienten BHKW; Abstrahlwärme BHKW für Raumheizung; Fremdstrombezug liegt nur noch bei 36 Prozent (Adolf-Braun-Straße)
  • Seit 2011 wärmeautark: Klärgas wird vollständig zur Wärme- und Stromerzeugung eingesetzt
  • Heizölverbrauch konnte durch Stilllegung von zwei alten Heizkesseln auf null reduziert werden
  • Austausch Glasscheiben Betriebsgebäude Klärwerk 2
  • Unterirdische Rohrleitungsgänge wurden mit Bewegungsmeldern und Zeitschaltuhren ausgestattet
  • Umrüstung Beleuchtung Schlammentwässerung mit lichttechnischer- und Zeitsteuerung
  • Umstellung Straßenbeleuchtung auf LED
  • Umstellung Kälteverbund auf variable Wassermengen zur Stromeinsparung
  • Kontinuierlicher Einsatz von energieeffizienten Motoren
  • 200 Quadratmeter PV-Anlagen und eine thermische Solaranlage

Organisation:

  • Kontrolle der Leitungssysteme, manuelle Zähleraufschreibung und Einbau von Zwischenzählern, Visualisierung von Daten
  • Kem berät zu energetischen Sanierungen, Energieanalysen für Kläranlagen wurden durchgeführt
  • Verbesserungsvorschlagswesen hinsichtlich Energieeinsparung
  • Prämienmodell, um Energieverbrauch zu reduzieren
  • Hausmeisterdienst kontrolliert systematisch Fenster und Lichter
  • Reduzierung des Wärmebedarfs um 500 kW durch Erhöhung des Schlamm-Eindickgrades
  • Straßenbeleuchtung nachts im Klärwerk 2 wird nur bei Bedarf eingeschaltet
  • Vorbereitung der Erneuerung Wärmetauscheranlage

Der 3. Preis, dotiert mit 800 Euro, geht an das Museum Industriekultur von den Museen der Stadt Nürnberg (Kum). Seit Jahren beweist das Museum Industriekultur, dass sich trotz eines denkmalgeschützten Gebäudes erhebliche Energieeinsparungen erzielen lassen. Diese Bemühungen und Erfolge werden auch systematisch den Museumsbesuchern nahegebracht und präsentiert. Hierdurch wird eine breite Multiplikatorenwirkung erzielt. Neben einer Vielzahl von investiven Maßnahmen liegt der Schwerpunkt des Museums auch auf organisatorischen Maßnahmen, die durch das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hervorragend unterstützt werden.

Investive Maßnahmen:

  • Deckenisolierung Motorradmuseum
  • Einbau Luft-Umwälzanlage
  • Dimmbare Leuchtstofflampen entlang der Blechtreppe
  • LED-Strahler Schulmuseum
  • Einbau von Dämmerungsschaltern in Galerie und Außenanlagen
  • Planung, Isolierung und Gestaltung Südfassade und Motorradmuseum

Organisation:

  • Zählerkontrolle im 14-tägigen Rythmus
  • Durch Kontrolle der Amperemeter werden Stromspitzen erkannt und über die Regelung der Dimmanlage vermieden
  • Abschaltung von Stromverbrauchern, die für Abendveranstaltungen nicht gebraucht werden
  • Sehr enge Beratung, Unterstützung und Planung von Energiesparmaßnahmen (Pelletsheizung, Deckenisolierung, Klimaanlage) durch Kem
  • Ständige Zusammenarbeit mit dem Hochbauamt, um energetische Verbesserungen der Bausubstanz und Beleuchtung zu erreichen
  • Mitarbeiter werden über Einsparpotentiale bezüglich Energiesparlampen, Pelletsheizung und anderes informiert
  • Museumsbesuchern wird per Display der bewusste Umgang mit Energie vermittelt.


Sonderpreise

Um außergewöhnliche Bemühungen in unterschiedlichen Kategorien hervorzuheben, wurden dieses Jahr drei Sonderpreise vergeben. Sie sind mit je 500 Euro dotiert und gingen an:
 

  • Amt für Organisation, Informationsverarbeitung und Zentrale Dienste - Informations- und Kommunikationstechnik (Sonderpreis Kategorie Informations- und Kommunikationstechnik),
  • Marktamt und Landwirtschaftsbehörde – Großmarkt (Sonderpreis Kategorie Neubewerbungen),
  • Bürgeramt Ost (Sonderpreis Kategorie kontinuierliche Arbeit).


Anerkennungen

Sechs Anerkennungen in Höhe von jeweils 250 Euro gingen an die weiteren Bewerber:

  • Amt für Kultur und Freizeit – Kulturladen Röthenbach
  • Amt für Organisation, Informationsverarbeitung und Zentrale Dienste – Haus- und Personalverwaltung
  • Museen der Stadt Nürnberg – Dokumentationszentrum
  • Museen der Stadt Nürnberg – Spielzeugmuseum
  • Tiergarten
  • Umweltamt

Eine weitere Anerkennung geht an das Hochbauamt, das ebenfalls erhebliche Anstrengungen im Bereich Energie- und Wassersparen unternommen hat. Da das Hochbauamt aber das Kommunale Energiemanagement beheimatet, lief diese Bewerbung natürlich außer Konkurrenz und erhält auch keinen monetären Preis. ps

Stadt Nürnberg

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