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Über Fairtrade

Fairtrade steht für Ökonomie, Ökologie und Soziales.

Der Druck des Weltmarktes auf die Entwicklungsländer, verstärkt durch schwankende Preise und der Ausnutzung durch den Zwischenhandel, schwächt die Position der Kleinbauern. Der geringe Verdienst führt zu Verarmung, Arbeitslosigkeit und Verelendung.

Der Faire Handel wirkt dieser Entwicklung entgegen. Man eröffnet den Menschen die Möglichkeit, ihre eigene sowie die Lebensqualität ihres Dorfes zu erhöhen. Zudem werden die Arbeitsbedingungen und der Gesundheitsschutz verbessert. Erfahren Sie mehr:

Was ist Fairtrade?

Als Fairer Handel wird ein kontrollierter Handel bezeichnet, bei dem die Erzeugerpreise für die gehandelten Produkte üblicherweise über dem jeweiligen Weltmarktpreis angesetzt werden. Damit soll den Produzenten ein höheres und verlässlicheres Einkommen als im herkömmlichen Handel ermöglicht werden. In der Produktion sollen außerdem internationale Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden.

Die Fairhandelsbewegung konzentriert sich hauptsächlich auf Waren, die aus Entwicklungsländern in Industrieländer exportiert werden, da deren Produzenten im konventionellen Handel besonders benachteiligt sind.
Fairer Handel verfolgt den Ansatz „Hilfe zur Selbsthilfe“, daher wird versucht einen höheren Anteil an der Wertschöpfung im Produktionsland zu generieren. Handelspartner können mehr Einkommen erzielen und Abhängigkeiten reduzieren, wenn es ihnen gelingt, neben dem Export zusätzlich am Ursprungsort Mehrwert für ihre Erzeugnisse zu erzielen. Etwa durch die direkte Vermarktung ihrer Produkte auf lokalen Märkten, durch die Veredelung und Weiterverarbeitung verkaufsfertiger Handelswaren und der Entwicklung eigener Produktmarken.

Fairer Handel umfasst landwirtschaftliche Erzeugnisse ebenso wie Produkte des traditionellen Handwerks und der Industrie und weitet sich zusehends auf neue Bereiche wie den Tourismus aus. Angeboten werden fair gehandelte Produkte in Naturkost- und Weltläden sowie in Supermärkten und in der Gastronomie.

Laut der Dachorganisation Fairtrade Labelling Organizations International profitieren über 1,5 Millionen Landwirte vom fairen Handel.

Faire Orangenernte

Ist Fair = Bio?

Fair gehandelte Produkte sind nicht unbedingt Bio und Bio-Produkte sind nicht unbedingt fair gehandelt. Das liegt an den unterschiedlichen Schwerpunkten: Während bei Bio überwiegend die ökologischen Aspekte zählen, stehen bei Fairtrade die Arbeitsbedingungen und soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeitsaspekte im Vordergrund.

Wichtige Kriterien des Fairen Handels sind beispielsweise Preise für Produzenten, die über dem Weltmarktniveau liegen, langfristige Lieferbeziehungen, gute und sichere Arbeitsbedingungen und der Ausschluss von Zwangs- und Kinderarbeit.

Lebensmittel machen mit 77 Prozent den größten Anteil am Absatz von fair gehandelten Produkten in Deutschland aus, 80 Prozent davon stammen aus kontrolliert biologischem Anbau, mit wachsender Tendenz. Die Produzenten werden bei der Umstellung auf einen ökologischen Anbau zum Beispiel durch Beratung oder Vorfinanzierung unterstützt. Zudem erhalten sie für Bio-zertifizierte Produkte einen extra Zuschlag.

In Westafrika und Indien ersetzen so bereits viele Produzenten chemisch-synthetisch hergestellte Düngemittel und Pestizide durch organische Dünger. Im konventionellen Anbau haben Pestizide oft gravierenden Einfluss auf die Gesundheit und die direkte Umwelt.

Die Nürnberger Steuerungsgruppe „Fairtrade“ strebt auch eine Schnittstelle zur Biometropole Nürnberg an, um deutlich zu machen, dass Initiativen für Fairen Handel und für biologische bzw. regional erzeugte Produkte gut miteinander einher gehen können. Der Faire Handel, der anfangs in erster Linie auf die Verbesserung der ökonomischen und sozialen Lebens- und Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern ausgerichtet war, achtet heutzutage auch auf ökologische Mindestanforderungen.

Das Bio und Fairtrade Siegel

Welche Produkte werden fair gehandelt?

Im Mittelpunkt der Arbeit von Fairtrade stehen die Menschen in den Anbauländern. Rund 1.210 Kleinbauernorganisationen und Plantagen arbeiten weltweit mit den Fairtrade-Standards. Das sind über 1,5 Millionen Kleinbauern, Arbeiterinnen und Arbeiter in über 74 Ländern, die vom Fairen Handel profitieren. Sie alle können durch Fairtrade ihre Lebens- und Arbeitssituation nachhaltig verbessern.

In rund 42.000 Supermärkten, Bioläden, Kaufhäusern, Drogeriemärkten, in den Weltläden sowie in Fachgeschäften sind Produkte mit dem Fairtrade-Siegel erhältlich.

Wie vielfältig die Produktpalette des Fairen Handels mittlerweile ist, sehen Sie an der Liste an Produkten, die sich fair gehandelt erwerben lassen:

Essen & Trinken
(z.B. Kaffee, Tee, Gewürze, Früchte, Süßigkeiten, Säfte)
Textilien & Lederwaren
(z.B. Kleidung, Schuhe, Tücher, Taschen, Börsen)
Schmuck & Kosmetik
(z.B. Halsketten, Ohrringe, Goldschmuck, Accessoires, Seifen)
Wohnen & Arbeit
(z.B. Blumen, Kunsthandwerk, Teppiche, Handy)
Sport & Freizeit
(z.B. Fußbälle, Spielzeug, Hängematten)

Einkaufskorb mit fairen Produkten

Wie kann man fair reisen?

In den Urlaub zu fahren ist für viele Menschen das schönste Ereignis des Jahres. Meist verreisen die Deutschen mit Auto oder Flugzeug ins Ausland. Das verursacht große Umweltbelastungen, die kaum vermeidbar erscheinen. Fair-Reisen ermöglicht jedoch genau das. Es zeigt Wege auf, sowohl bei der Anreise als auch am Urlaubsort selbst, die Umwelt möglichst wenig zu schädigen.

Beispiel für solche Handlungsformen sind die langsame Fortbewegung vor Ort, die Einbindung öffentlicher Verkehrsmittel sowie eine Unterbringung in Familienbetrieben.

Um an Fair-Reisen teilzunehmen, kann man sich an das forum anders reisen (far) wenden. Auf dessen Internetseite können die aktuellen Angebote eingesehen und gebucht werden. Zudem erhalten die Reisenden Informationen über die schadstoffbezogenen Auswirkungen ihres Urlaubs. Das Forum bietet zudem die Möglichkeit, Verantwortung für die persönlich verursachte Umweltbelastung zu übernehmen. Die Fluggäste können für die ausgestoßenen Klimagase einen Kompensationsbeitrag zahlen. Das Geld fließt dann in Klimaschutzprojekte der Entwicklungsländer.

Es gibt auch regional nachhaltige Reiseangebote für diejenigen, die bevorzugt ihren Urlaub in der Region verbringen wollen. Beispiel sind Freizeitmöglichkeiten in Biohotels und auf Ökohöfen.

Fair reisen

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