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Baum des Jahres 2018: Die Esskastanie

Kaum wird es kalt, schon ist Zeit für Esskastanien, auch Maronen genannt. Die leckeren Früchte des Kastanienbaums werden von vielen am Liebsten warm genossen, zum Beispiel auf dem Christkindlesmarkt. Die Esskastanien sind jedoch noch viel vielseitiger kulinarisch zu verwerten, sie können in Suppe, Bratenfüllungen, Süßspeisen, Brot und sogar Torten verarbeiten können. Maronen sind übrigens botanisch betrachtet Nüsse. Sie enthält aber im Gegensatz zu anderen Nüssen nur wenig Fette, dafür aber reichlich nahrhafte Kohlehydrate. Der Baum des Jahres, gekürt wie seit 2008 jedes Jahr von Dr. Silvius Wodarz im Rahmen seiner Stiftung, besticht allerdings nicht nur durch einen wunderschönen, mahagonibraun glänzenden Kastanien, sondern auch im Spätfrühjahr mit seiner gelblichweißen Blütenpracht.

Die Esskastanie kann bis zu 500 Jahre alt werden, ihr Stamm erreicht bis zu 1m Durchmesser. Sie ist die einzige europäische Kastanienart aus der Familie der Buchengewächse. Mit der Rosskastanie ist sie übrigens weder verwandt noch verschwägert, auch wenn sich dieser Eindruck aufgrund der ähnlich aussehenden Früchte und des Namens den meisten aufdrängt. Während die Esskastanie eng mit Buchen und Eichen verwandt ist, gehört die Rosskastanie wie die Ahorne zu den Seifenbaumgewächsen.

Die Esskastanie, bei uns auch bekannt als Edelkastanie oder lateinisch Castanea sativa,, kommt hauptsächlich in Südwestdeutschland vor. Besonders wohlzufühlen scheint sie sich entlang des Rheins in Weinbaugebieten. Ihr Schwerpunkt liegt dabei in der Pfalz, kein Wunder, dass dort im Herbst quasi zur Kastanienjahreszeit, die Kastanie fast schon verehrt wird. Neben zahlreichen Kastanienfesten, wird sogar eine Kastanienkönigin bzw. Kastanienprinzessin gewählt. Auch Kastanienlehr- oder wanderpfade sind dort keine Seltenheit. Weitere nennenswerte Kastanienvorkommen existieren auch im Schwarzwald, Odenwald und Taunus, als Alleebaum findet sich die Esskastanie sogar bis an den Niederrhein. Kälte, in Form von Spätfrost, mag sie nicht, die Esskastanie, da sie jedoch erst in Juni blüht, kann sie auch in Norddeutschland gedeihen. Eine gewisse Jahres-Wärmemenge ist jedoch nötig, damit sie regelmäßig reife Früchte hervorbringt. Daher fühlt sich in ihren Weinbaugebieten am Wohlsten, dort besiedelt sie meist die etwas höher gelangenden Hänge oberhalb der Weinberge.

Die Esskastanie hat das Zeug zum Baum der Zukunft. Bisher hat es den Anschein, als ob sie die sich ändernden Klimaverhältnissen gut vertragen können, der Klimawandel wird ihr also nicht gefährlich. Zurzeit wird erforscht, unter welchen Bedingungen die Ess-Kastanie in unseren Wäldern zu einem Baum heranwachsen kann, dessen Holz für langlebige Bau- und Möbelholzprodukte gut geeignet ist. Auch in der Energieholzproduktion könnte die Esskastanie künftig eine größere Rolle spielen. Dabei könnten in Plantagen mit Erntezyklen von unter zwanzig Jahren Hackschnitzel zum Heizen aus ihr gewonnen werden. Dank ihres hohen Brennwerts und den Neuaustrieb nach dem Absägen ist sie dafür gut geeignet.

Quelle: www.baum-des.jahres.de

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