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Rückblick auf den Tag des Baumes am 25.4.2019

Das Wetter war gut für einen Informationsstand im Freien. Die Sonne schien, es war trocken, nur der Wind wehte etwas heftig, sodass die vielen Flyer und Broschüren gut auf dem Tisch fixiert werden mussten. „Wir wollen heute die Menschen für Bäume begeistern,“ sagte Margit Grüll vom Bund Naturschutz. „Die Bäume sind wertvolle Bewohner unserer Stadt. Das Grün ihrer Blätter belebt das graue Einerlei und sie geben vielen Tieren Wohnung und Nahrung. Und was wir im letzten heißen Sommer besonders an ihnen geschätzt haben ist, dass es in ihrem Schatten angenehm kühl war.“ Natürlich gab es noch viel mehr Informationen über Bäume am Stand des BN. Dreieckständer mit Plakaten, Bänke und Tische machten sich direkt am Neptunbrunnen im Stadtpark breit. Viele Aktive aus dem Arbeitskreis „Bäume in der Stadt“ beteiligten sich an den Vorbereitungen und dem Aufbau des Standes und beantworteten gerne die zahlreichen Fragen der Besucher.

Den Tag des Baumes gibt es schon sehr lange. Genauer gesagt machte J. Sterling Morton den Vorschlag eines „Feiertags“ für Baumpflanzungen. Morton war Journalist und Herausgeber der ersten Zeitung Nebraskas. Und tatsächlich wurden am 10. April 1872, dem ersten „Arbor Day“ in Nebraska, mehr als eine Million Bäume gepflanzt. Dem Beispiel folgten in den nächsten Jahren alle weiteren Bundesstaaten der USA. Wir in Deutschland begehen diesen „Tag des Baumes“ seit dem 25. April 1952. An diesem Tag pflanzte der damalige Bundespräsident Theodor Heuss im Bonner Hofgarten einen Ahorn.

In diesem Jahr lag der Tag des Baumes in den Schulferien und deshalb wurden zwei Tische nur für Kinder reserviert. Hier gab es Papier und viele Buntstifte für junge Künstlerinnen und Künstler. Bäume mit Vögeln und Schmetterlingen warteten auf bunte Farben. Oder verschiedene Blattformen ließen sich nicht nur grün bemalen, sie sollten auch den Eichen, Birken oder Ahornen zugeordnet werden. Und dann waren da noch drei Kinderführungen mit dem Titel „Mein Freund der Baum“. Für diese Führungen hatte die „Bäume für Nürnberg Stiftung“ drei Naturpädagoginnen engagiert.

Zur ersten Führung kamen viele Mädchen und Jungen aus dem Kindergarten „Maxtor-Minis“. Sie waren noch ganz vertieft beim Malen ihrer Bäume als Heide Werner sie zu einer Birke lockte. Dort erzählte sie die Geschichte, warum die Birke heute noch das Nachthemd an hat. Am Kastanienbaum rochen die Kinder am Stamm und an einer süßlich duftenden Blütendolde. Und als Frau Werner eine Plüschmeise einsetzte, die wie eine lebende Meise piepsen kann, bekam sie von oben aus dem Baum eine Antwort. Ein Kind sah eine Kohlmeise in einem Astloch verschwinden und gleich wieder heraus kommen. Anscheinend sind dort junge Meisen im Astloch. Die Kinder waren alle begeistert über ihre Entdeckung und wollten gleich am nächsten Tag weiter beobachten.

Und schon lief die nächste Gruppe Kinder aus dem Städtischen Kindergarten „Am Stadtpark“ auf den Stand zu. Sie hatten alle bunte Gießkannen mitgebracht. „Bäume brauchen viel Wasser und es hat lange nicht geregnet,“ klärten uns die Kinder auf. Mit großem Eifer schöpften sie Wasser aus dem angrenzenden Teich und versorgten alle großen und kleinen Bäume in der Nähe mit viel Wasser. Dann ließ sich die Hälfte der Gruppe von Cornelia Rotter die Augen verbinden. Die anderen Kinder waren jetzt die Führer und brachten jedes „blinde Kind“ zu einem Baum. Dieser Baum wurde genau am Stamm und Boden abgetastet. Nach Rückkehr zum Ausgangsort nahmen sich alle die Augenbinden ab und die Suche mit den Augen nach dem ertasteten Baum begann. Ja, es klappte tatsächlich, alle fanden „ihren Baum“ wieder. Danach wurden die Rollen
getauscht und das Suchspiel begann noch einmal von vorne.

Die dritte Gruppe startete mit Barbara Philipp zu einer Forschungsreise im Park. Sie hatten „Nahrohre“, leere Papierrollen, dabei, mit denen sich genauer beobachten lässt, was sich an einem Baumstamm so tut. Und tatsächlich wurden Ameisen und Spinnen am Stamm und weiter oben auch Vögel entdeckt. Dann sahen die Kinder an manchen Stämmen auch Baumgesichter. Damit diese Gesichter auch von anderen Parkbesuchern gesehen werden könnten, wurden sie sichtbar gemacht. Das geht so: die Gesichter werden mit Kräutern, Gras und Blüten an den Baumstämmen nachgezeichnet.

Natürlich wurden an diesem Tag nicht nur Führungen für die Kinder angeboten. Den Erwachsenen und auch einigen Kindern zeigte André Winkel besondere Bäume des
Stadtparks. SÖR bietet seit Neuestem einen Baumlehrpfad im Stadtpark an. Interessante Bäume, 25 an der Zahl, sind mit Stelen versehen, auf denen die Bäume näher erklärt werden. Zu dem Baumlehrpfad hat SÖR einen Flyer herausgegeben, damit die im Park verstreut wachsenden Bäume auch gefunden werden können. Als der Stand abgebaut werden sollte, wurde er wieder von Kindern gestürmt, die bereits schon
da gewesen waren. Diesmal hatten die Kinder ihre Eltern mitgebracht, denn sie waren jetzt davon überzeugt, dass auch Erwachsene an unserem Infostand noch viel Neues über Bäume erfahren könnten.

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