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Gute Werbung zieht an - nicht aus!

Werbung will verkaufen. „Gute“ Werbung sollte auf humorvolle und ironische Weise Interesse wecken oder auch provozieren. Wenn allerdings mit (halb)nackten Frauen, ohne Bezug zum Produkt, geworben wird oder Frauen auf ihren Körper, auf Rollenklischees oder bestimmte stereotype Eigenschaften reduziert werden, meinen wir Gleichstellungs- und Frauenbeauftragte Mittelfrankens: „Stopp - sexistische Werbung!“

Wir begrüßen daher den Vorstoß vom Bundesjustizminister Heiko Maas, der geschlechterdiskriminierende Werbung in Deutschland unterbinden und ein „moderneres Geschlechterbild“ im Land etablieren will. Mit unserer Plakataktion „Gute Werbung zieht an – nicht aus!“ bekräftigen wir unsere andauernde Kritik an der Alltäglichkeit sexistischer Werbung.

Das Plakat

Das von der Werbeagentur petitio gestaltete Plakat zitiert einerseits die ästhetisierte Inszenierung eines nackten Frauenkörpers als Blickfang ohne Produktbezug und konterkariert zugleich mit den Ausrissen eine pornografische sexualisierte Darstellung von Frauenkörpern als Waren zu Werbezwecken.

Der Aufkleber

Zudem appellieren die grünen Aufkleber mit einem Augenzwinkern ironisch und kritisch an eine Werbung, die Frauen und Männer nicht als Objekte benutzt und keine Geschlechterklischees reproduziert.

"Sex does not sell"

Übrigens hat die vermeintlich profitable Erkenntnis „Sex sells“ laut aktuellen Forschungsergebnissen längst ihre Gültigkeit verloren. Sexuelle Motive in der Werbung führen sogar dazu, dass bei den Konsumenten und Konsumentinnen das Ansehen für das beworbene Produkt und die Kaufabsicht deutlich abnehmen.

Mehr zum Thema

Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG)

Auch die BAG geht gegen frauenfeindliche Werbung vor und listet verschiedene Handlungsmöglichkeiten auf.

Deutscher Werberat

Gegen sexistische Werbung kann etwas unternommen werden. Beschwerden über Werbemaßnahmen von Unternehmen nimmt der Deutsche Werberat entgegen. Frauenherabwürdigende Motive werden öffentlich gerügt.

Pinkstinks

Pinkstinks ist eine Kampagne gegen Produkte, Werbeinhalte und Marketingstrategien, die Mädchen eine limitierende Geschlechterrolle zuweisen. Diese „Pinkifizierung“ trifft Mädchen und Jungen gleichermaßen, und Pinkstinks möchte diesem Trend entgegenwirken.

Stop bildsexism now!

Kristina Lunz hat eine Kampagne gegen Sexismus in BILD initiiert, die die Abschaffung des BILD-Girls und eine respektvollere Darstellung aller Menschen fordert.

TERRE DES FEMMES

Die Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES geht aktiv gegen frauenfeindliche Werbung vor und hat eine Checkliste mit Kennzeichen für sexistische Werbung veröffentlicht. Zudem verleiht sie jährlich den Zornigen Kaktus, den Negativ-Preis für besonders frauenfeindliche Werbung.

Uns geht’s ums Ganze

Die Kampagne „Uns geht’s ums Ganze – Mädchen und Frauen für Selbstbestimmung“ beschäftigt sich mit Schönheit, Pornofizierung und der Sexualisierung von Mädchen- und Frauenbildern, sowie deren medialer Ausbeutung.

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