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Aktuelle Informationen zum Infektionsschutz auf Reisen

Stand: 30. August 2017


Brasilien

Gelbfieber:
Nach einer Pause von etwa 2 Monaten wurden im Bundesstaat Rio de Janeiro Mitte August 3 Infektionen gemeldet, ein Mensch ist verstorben. Anfang Januar hatte der größte Gelbfieberausbruch der letzten 30 Jahre begonnen. Seitdem haben die Gesundheitsbehörden ca. 3.240 Verdachtsfälle und 435 Todesfälle in den Bundesstaaten Minas Gerais, Espirito Santo (SO), Rio de Janeiro (SO), Bahia (NO), Maranhao (NO), Sao Paulo (SO), Tocantins (Z), Rondonia (NW), Para (N), Amapa (N), Mato Grosso do Sul (SW), Rio Grande do Sul (S), Santa Catarina (S), Parana (S), Goias (Z) und im Distrito Federal gemeldet. 792 Infektionen wurden bestätigt. Einzelne Verdachtsfälle wurden in den Bundesstaaten Goias (Z) und Mato Grosso do Sul (W) verzeichnet. Die Behörden haben in den betroffenen Gebieten Impfkampagnen gestartet. Seit Juli wird eine Impfung auch für Rio de Janeiro empfohlen. Derzeit wird für alle Reisenden eine Impfung empfohlen.

Chile

Hepatitis A:
Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Fallzahlen im ersten Halbjahr landesweit mehr als verdoppelt. Am stärksten betroffen sind die Regionen Metropolitana de Santiago, Biobio, Antofagasta und Valparaiso. Reisende sollten Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten, eine Impfung ist zu empfehlen.

Côte d'Ivoire

Dengue:
Ende April wurde eine Infektion im Distrikt Abidjan (SO) bestätigt. Seitdem ist die Zahl der Erkrankungen auf mehr als 850 gestiegen, 224 Infektionen wurden bestätigt. Mindestens 2 Menschen sind verstorben. Schutz vor überwiegend tagaktiven Stechmücken beachten.

Frankreich

Chikungunya:
Im August wurden 2 lokale Infektionen in Le Cannet-des-Maures im Département Var (Region Provence-Alpes-Côte d'Azur, S) bestätigt. Maßnahmen zur Mückenbekämpfung wurden eingeleitet. Es sind die ersten Fälle seit 3 Jahren im Land. Mückenschutz beachten.

Französisch Guayana

Gelbfieber:
Im August wurde die erste Infektion seit 1998 bestätigt. Eine Frau ist verstorben, die Infektion erfolgte entweder in Regenwaldgebieten im Landesinneren (Saint-Élie) oder am Fluss Oyapock im Grenzgebiet zu Brasilen. Impfschutz beachten. Zur Einreise ist eine gültige Gelbfieberimpfung für alle Reisenden vorgeschrieben, ausgenommen sind Kinder unter einem Jahr.

Französisch Polynesien

Dengue:
Ende Juli wurde der erste Todesfall in diesem Jahr gemeldet. Ein 7-jähriger Junge ist in einer Klinik auf Moorea verstorben. Seit Mitte Juli wurden 25 Infektionen bestätigt, betroffen sind die Inseln Bora Bora, Moorea, Raiatea, Rimatara und Tahiti. Schutz vor überwiegend tagaktiven Stechmücken beachten.

Italien

Masern:
Seit Anfang des Jahres wurden landesweit ca. 4.220 Infektionen gemeldet. 3 Menschen sind verstorben. Am stärksten betroffen sind die Regionen Piemont, Lazio, Lombardei, Toskana, Abruzzen, Venetien und Sizilien. Es sind überwiegend Jugendliche und junge Erwachsene erkrankt. Mitte Mai hat die Regierung die Einführung einer Impfpflicht für Kinder beschlossen. Impfschutz beachten.

Jemen

Cholera:
Im Oktober 2016 wurde ein Ausbruch gemeldet, bis Ende März dieses Jahres wurden ca. 23.500 Fälle gemeldet, 108 Menschen sind verstorben. Seit Ende April haben die Erkrankungen erneut stark zugenommen, seit Anfang Juli geht die Zahl der Neuinfektionen langsam zurück. Mitte Mai hat die Regierung für die Hauptstadt Sanaa den Notstand erklärt. Landesweit wurden seit Ende April etwa 542.830 Fälle registriert, ca. 2.000 Menschen sind verstorben. Hygiene und ggf. Impfschutz beachten.

Kap Verde

Malaria:
Im Juli, noch vor Beginn der Regenzeit, wurden 49 lokale Infektionen in der Hauptstadt Praia (Insel Santiago) gemeldet. Sehr guter Mückenschutz ist immer zu beachten, die Mitnahme einer Notfallmedikation ist während und nach der Regenzeit (August bis Oktober) sinnvoll.

Kenia

Cholera:
Seit Ende April wurden mehrfach unterschiedlich große Ausbrüche aus Nairobi gemeldet, etwa 600 Menschen sind erkrankt, es gab mindestens 4 Todesfälle. Insgesamt wurden in diesem Jahr landesweit ca. 1.550 Infektionen und mindestens 25 Todesfälle registriert. Am stärksten betroffen sind die Counties Kisumu, Garissa, Machakos und Nairobi. Seit Ende Dezember 2014 wurden landesweit ca. 17.600 Infektionen mit mindestens 245 Todesfällen gemeldet. Hygiene beachten, Impfschutz für Risikoreisende erwägen.

Österreich

West Nile-Fieber:
Mitte August wurden 4 Fälle im Wiener Umland bestätigt. Im vergangenen Jahr wurden landesweit 6 Erkrankungen registriert, 2015 waren es 8. Durch eine retrospektive Untersuchung im Jahr 2012 wurden die ersten 2 autochthonen Erkrankungen für 2009 nachgewiesen. Mückenschutz beachten.

Pakistan

Chikungunya:
Seit Mitte Dezember wurden landesweit mehr als 6.900 Verdachtsfälle gemeldet. Am stärksten betroffen ist die Provinz Sindh (S), inkl. der Stadt Karachi. Es sind die ersten Fälle in Pakistan. Seit Anfang des Jahres wurden in den Küstenstädten Gwadar und Pasni (Provinz Belutschistan, S) 472 Erkrankungen gemeldet. Mückenschutz beachten.

Sambia

Schlafkrankheit:
Eine deutsche Touristin ist im August nach ihrer Rückkehr aus Sambia in Frankfurt erkrankt. Solche Fälle kommen immer wieder vor. Die afrikanische Trypanosomiasis (Schlafkrankheit) ist in Sambia endemisch; insbesondere bei Aufenthalten in den Nationalparks besteht Infektionsgefahr. Schutz vor Tsetse-Fliegen beachten.

Samoa, Amerikanisch-

Dengue: Seit November letzten Jahres wurden ca. 200 Infektionen bestätigt, es gab mindestens 1.000 Verdachtsfälle. Die Behörden warnen vor einer weiteren Zunahme der Infektionen. Mückenschutz beachten.

Somalia

Poliomyelitis:
Nachdem seit 3 Jahren keine neuen Infektionen gemeldet wurden, hat die WHO das Land Mitte August für poliofrei erklärt. Somalia hatte diesen Status bereits von April 2008 bis April 2013. Dann war die Infektion erneut bei einem Mädchen in Mogadischu aufgetreten, 163 weitere Fälle folgten im selben Jahr. 2014 gab es weitere 5 Erkrankungen. Impfschutz weiterhin beachten.

Sri Lanka

Dengue:
Die grippeähnliche, von Mücken übertragene Viruskrankheit kommt in Sri Lanka regelmäßig vor. Mit einem Übertragungsrisiko ist landesweit zu rechnen, insbesondere während und nach der Regenzeit. In diesem Jahr sind die Fallzahlen besonders hoch, Presseberichten zufolge ist es der bislang größte erfasste Ausbruch. Es wurden bisher ca. 140.325 Erkrankungen gemeldet, das sind bereits mehr als doppelt so viele wie im gesamten letzten Jahr. Etwa 330 Menschen sind verstorben. Am stärksten betroffen ist die Westprovinz mit den Verwaltungsdistrikten Colombo, Gampaha und Kalutara. In der Hauptstadt Colombo ist im April die größte Müllkippe des Landes eingestürzt, seitdem wird der Müll in der Stadt nur unzureichend entsorgt. Dies bietet Mücken ideale Brutbedingungen und lässt ihre Zahl stark steigen. Schutz vor den vorwiegend tagaktiven Überträgermücken beachten.

Thailand

Dengue:
In diesem Jahr wurden bisher mehr als 25.950 Erkrankungen und 34 Todesfälle gemeldet, die meisten aus Bangkok und der Provinz Chiang Mai im Norden des Landes. Es sind die höchsten Fallzahlen seit 20 Jahren. Ein Infektionsrisiko besteht ganzjährig, die Hauptübertragungszeit sind die Monate Juli und August. Schutz vor den überwiegend tagaktiven Stechmücken beachten!

Tollwut:
Anfang August wurden in Hua Hin (Provinz Prachuap Khiri Khan) 15 Menschen, darunter auch Touristen, von einem tollwütigen Hund gebissen. Alle Betroffenen haben eine postexpositionelle Behandlung erhalten. Eine prophylaktische Impfung ist vor allem bei längeren Aufenthalten dringend zu empfehlen.

Vietnam

Dengue:
In der Regel beginnt die Übertragungssaison im September. In diesem Jahr wurde bereits Ende Mai der erste Todesfall aus Hanoi gemeldet. In diesem Jahr wurden dort ca. 14.000 Infektionen registriert. In Ho Chi Minh Stadt sind 4 Menschen verstorben und etwa 16.500 erkrankt. Seit Anfang des Jahres wurden landesweit bereits mehr als 90.000 Infektionen und mindestens 24 Todesfälle bestätigt. Am stärksten betroffen ist der Süden des Landes. Schutz vor den überwiegend tagaktiven Stechmücken beachten!

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Aktualisiert am 30.08.2017, 10:49 Uhr

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