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Aktuelle Informationen zum Infektionsschutz auf Reisen

Stand: 13. Juli 2018


Deutschland

Masern:
Im Mai hat die Stadt Köln einen Ausbruch bestätigt. Bisher sind 135 Menschen erkrankt. Bis KW 24 dieses Jahres wurden bundesweit bereits 357 Infektionen registriert. Die meisten Infektionen wurden in NRW gemeldet, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland offiziell 926 Erkrankungen gemeldet, im 2016 waren es insgesamt 323. Der Impfstatus sollte bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen überprüft und ggf. ergänzt werden.

Frankreich

Masern:
Seit November letzten Jahres sind die Fallzahlen stark gestiegen, es wurden 2.567 Infektionen gemeldet. Besonders betroffen ist die Region Nouvelle-Aquitaine. Mitte Februar ist eine 32-jährige Frau und im Juni ist ein 26-jähriger Mann verstorben. Im vergangenen Jahr wurden landesweit 519 Fälle verzeichnet, das sind etwa 6 Mal so viele wie 2016. Die meisten Infektionen stammten aus den Regionen Lothringen, Nouvelle-Aquitaine und Okzitanien. Ende Juni 2017 war in Marseille ein 16-jähriges Mädchen verstorben. Impfschutz beachten.

Griechenland

West Nile-Fieber:
In der Region Attika wurden Ende Juni die ersten 3 Fälle in diesem Jahr bestätigt. Seitdem ist die Gesamtzahl landesweit auf 7 gestiegen. Betroffen ist auch die Region Mittelgriechenland. 2010 wurde das Virus erstmals in Griechenland nachgewiesen, 262 Menschen erkrankten, es gab 35 Todesfälle. Seitdem kam es immer wieder zu Infektionen. Im vergangenen Jahr sind 48 Menschen erkrankt und 5 verstorben. 2015 und 2016 wurden keine Fälle registriert. Mückenschutz beachten.

Kenia

Cholera:
Seit Januar wurden landesweit ca. 5.470 Infektionen und 78 Todesfälle verzeichnet. Betroffen sind derzeit u.a. die Countys Mombasa, Garissa, Siaya, Tharaka Nithi, Meru, Kirinyaga, Busia, Tana River, Turkana, Murang'a, Trans Nzoia, West Pokot, Nairobi und Nakuru. Infolge der starken Regenfälle seit April könnten die Fallzahlen erneut steigen. Im letzten Jahr wurden insgesamt ca. 4.080 Infektionen und mindestens 76 Todesfälle registriert. Hygiene beachten, Impfschutz für Risikoreisende erwägen.

Kongo, Demokratische Republik

Ebola hämorrhagisches Fieber (EHF):
Anfang Mai hat die WHO einen Ausbruch in der Nähe der Stadt Bikoro (Provinz Equateur, NW) bestätigt. Weitere Fälle wurden in der Region Iboko und in Wangata, einem Teil der Millionenstadt Mbandaka, gemeldet. Insgesamt gab es seit Anfang April 58 Erkrankungen, 29 Menschen sind verstorben. 38 Infektionen wurden bestätigt. Seit der Entdeckung des Ebola-Virus im Jahr 1976 gab es mehrere Ausbrüche, den letzten im Mai und Juni 2017, etwa 100 Menschen waren erkrankt, es gab ca. 4 Todesfälle. Das Infektionsrisiko für (touristisch) Reisende ist gering.

Laos

Dengue:
Die Erkrankung kommt landesweit vor. Seit Anfang des Jahres wurden 1.461 Fälle registriert, 2 Menschen sind verstorben. Auch die Hauptstadt Vientiane ist betroffen. Die meisten Fälle wurden in der Provinz Attapeu (S) verzeichnet. Schutz vor den überwiegend tagaktiven Überträgermücken beachten.

Myanmar

Dengue:
Seit Anfang des Jahres sind mehr als 4.000 Menschen erkrankt und 18 verstorben. Bis auf den Chin-Staat im Nordwesten sind alle Regionen betroffen. Aufgrund von Klimaveränderungen und der stetigen Zunahme der Bevölkerung in den Städten wird die Infektion inzwischen ganzjährig beobachtet. Schwerpunkt der Übertragung ist weiterhin die Regenzeit von Juni bis September. Mückenschutz beachten.

Namibia

Hepatitis E:
Seit Mitte Dezember letzten Jahres sind in der Hauptstadt Windhoek ca. 1.460 Menschen erkrankt, 16 Menschen sind verstorben. Die meisten Infektionen stammen aus den informellen Siedlungen Havana, Goreangab, Hakahana, Greenwell Matongo und Ombili im Stadtteil Katutura. Anfang Juli wurden 4 bestätigte Infektionen und ca. 30 Verdachtsfälle aus informellen Siedlungen von Swakopmund gemeldet. Einzelfälle wurden auch aus den Regionen Omusati, Otjozondjupa, Oshikoto, Oshana, Erongo und Ohangwena gemeldet. Die Infektion erfolgt meistens über verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel. Die Krankheit ist in der Regel gutartig, lediglich Schwangere haben ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe. Hygiene sorgfältig beachten.

Neukaledonien

Dengue:
Die Zahl der Neuerkrankungen im Rahmen des Ausbruchs, der seit Januar 2016 zu mehr als 5.000 Infektionen geführt hat, steigen nach einem vorübergehenden Rückgang erneut an. Im Oktober letzten Jahres wurden nur 6 Erkrankungen registriert, im November waren es 9 und im Dezember wieder 14. Seit Anfang des Jahres sind 1.633 Menschen erkrankt. Es gab 2 Todesfälle. Am stärksten betroffen ist die Hauptstadt Noumea. Schutz vor den überwiegend tagaktiven weiterhin Mücken beachten.

Österreich

West Nile-Fieber:
Im Wiener Umland wurde Anfang Juli die erste Infektion in diesem Jahr bestätigt. Im vergangenen Jahr wurden landesweit 5 Erkrankungen registriert, 2016 waren es 6 und 2015 8. Durch eine retrospektive Untersuchung im Jahr 2012 wurden die ersten 2 lokalen Erkrankungen für 2009 nachgewiesen. Mückenschutz beachten.

Pakistan

Typhus:
In der Stadt Hyderabad (Provinz Sindh, S) wurde Anfang des Jahres erstmals ein Ausbruch von antibiotikaresistenten Typhuserregern gemeldet. Seit November 2016 sollen in 14 Distrikten der Provinz Sindh mehr als 850 Menschen erkrankt sein, überwiegend Kinder zwischen 2 und 10 Jahren sind betroffen. Nachdem in diesem Jahr britische und amerikanische Touristen an diesem arzneimittelresistenten Erreger erkrankt sind, rät das CDC zu erhöhten Vorsichtsmaßnahmen. Reisende sollten auf sorgfältige Nahrungs- und Trinkwasserhygiene achten, eine Impfung wird empfohlen.

Réunion

Dengue:
Seit Jahresbeginn wurden ca. 5.750 Fälle gemeldet. Besonders betroffen sind die West- und die Südküste der Insel. Die Behörden befürchten eine weitere Zunahme der Infektionen im Anschluss an die Regenzeit. Schutz vor den tagaktiven Überträgermücken beachten.

Südafrika

Tollwut:
In diesem Jahr wurden bereits 9 Todesfälle gemeldet, 5 in der Provinz KwaZulu-Natal und 4 in der Provinz Eastern Cape. Alle Infektionen wurden durch Hundebisse verursacht. Im letzten Jahr wurden 6 Todesfälle bestätigt, je 2 in den Provinzen Eastern Cape und Limpopo, je einer in den Provinzen KwaZulu-Natal und Mpumalanga. Die häufigste Infektionsquelle sind Hundebisse. Bei entsprechenden Kontakten sofort einen Arzt aufsuchen, bei vorhersehbarem Risiko und längerem Aufenthalt vorbeugende Impfung empfohlen.

Taiwan

Japanische Enzephalitis:
Bereits seit Ende Mai wurden 20 Infektionen im Süden des Landes bestätigt. Die Hauptübertragungszeit liegt zwischen den Monaten Juni und August. Mückenschutz beachten und ggf. Impfung erwägen.

Tansania

Darminfektionen:
Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Es kommt regelmäßig zu örtlich begrenzten Cholera-Ausbrüchen. Seit Anfang des Jahres sind ca. 2.740 Menschen erkrankt und 57 verstorben. Aufgrund der anhaltenden Niederschläge wird eine weitere Zunahme der Infektionen befürchtet. Im letzten Jahr wurden ca. 4.985 Fälle gemeldet, 99 Menschen sind verstorben. Den letzten großen, landesweiten Ausbruch mit mehr als 25.000 Fällen gab es 2015/2016. Hygiene sorgfältig beachten, Impfschutz für Risikoreisende erwägen.

Thailand

Dengue:
Während der Regenzeit wird mit einer weiteren Zunahme der Infektionen gerechnet. Seit Anfang des Jahres wurden ca. 25.410 Infektionen und 33 Todesfälle gemeldet. Besonders betroffen sind die Region um Bangkok und der Süden des Landes. Im letzten Jahr wurden mehr als 50.030 Erkrankungen und 59 Todesfälle gemeldet. Es waren die höchsten Fallzahlen seit 20 Jahren. Ein Infektionsrisiko besteht ganzjährig, die Hauptübertragungszeit sind die Monate Juli und August. Schutz vor den überwiegend tagaktiven Stechmücken beachten!

Tschechische Republik

Masern:
In der Mittelböhmischen Region sind in diesem Jahr 25 Menschen erkrankt. In der im Zentrum der Region liegenden Stadt Prag wurden 83 Infektionen registriert. Alle Altersgruppen sind betroffen. Impfschutz beachten.

Uganda

Darminfektionen:
Risiko für Durchfallerkrankungen inkl. Cholera landesweit. Seit Anfang Mai sind in der Hauptstadt Kampala 92 Menschen erkrankt, es gab einen Todesfall. Ende Juni wurden im Distrikt Mbale (O) 15 Menschen in Krankenhäusern behandelt. Ein Mensch ist verstorben. Typhus-Erkrankungen werden immer wieder gemeldet. Hygiene (ggf. Cholera und Typhus) beachten.

Venezuela

Polio:
Bereits im April ist in La Playita del Volcan (Bundesstaat Delta Amacuro, NO) ein ungeimpftes, 34 Monate altes Kind des indigenen Volkes der Warao an einer akuten schlaffen Lähmung erkrankt. In Stuhlproben wurde das Impfpoliovirus Typ 3 (Sabin Type 3) nachgewiesen. 1989 wurden die letzten Poliofälle in Venezuela gemeldet. Impfschutz beachten.

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Aktualisiert am 13.07.2018, 12:31 Uhr

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