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Aktuelle Informationen zum Infektionsschutz auf Reisen

Stand: 20. Dezember 2016


China

Smog:
Seit Ende November wurden in Peking erneut sehr hohe Feinstaubbelastungen verzeichnet. Inzwischen sind auch weitere Städte der Region betroffen. Anfang Dezember wurde die höchste Smog-Alarmstufe ausgerufen. In vielen Fabriken wurde die Produktion gedrosselt oder ganz gestoppt. Schulen und Kindergärten blieben geschlossen. Die Bevölkerung wurde aufgerufen sich nicht im Freien aufzuhalten. Gefährdet sind besonders Kleinkinder, ältere Menschen und solche mit chronischen Atemwegserkrankungen. Ihnen wurde empfohlen, bei Spitzenbelastungen in geschlossenen Räumen zu bleiben, körperliche Anstrengungen zu vermeiden, evtl. Atemmasken zu tragen. Reisende sollten die lokale Medienberichterstattung aufmerksam verfolgen.

Deutschland

Vogelgrippe:
Seit Anfang November sind in mehreren Regionen des Landes zahlreiche Wildvögel an der Infektion mit Influenza A(H5N8) verendet. Inzwischen wurden in 13 Bundesländern Fälle bestätigt. Besonders betroffen sind die Küstengebiete der Ostsee und die Regionen am Bodensee. In Schleswig-Holstein wurde die Infektion auf einem Geflügelhof registriert, alle 30.000 Hühner wurden getötet. Auch in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen wurden Infektionen bei Hausgeflügel bestätigt. Um eine weitere Ausbreitung in landwirtschaftliche Betriebe zu verhindern, wurde in weiten Teilen des Landes die Stallpflicht verhängt. Ähnliche Ausbrüche gab es auch in weiteren europäischen Ländern, u.a. in Polen, Ungarn, Österreich und der Schweiz. Die zeitnahen Ereignisse lassen einen Zusammenhang mit dem Vogelzug vermuten. Die nachgewiesene Virusvariante ist für Geflügel hochinfektiös. Menschliche Erkrankungen gab es bisher aber nicht.

Guyana

Zika-Virus:
Mitte Januar wurde die erste lokal erworbene Erkrankung registriert. Bis Mitte Dezember wurden 36 weitere Infektionen bestätigt. Die Übertragung erfolgt durch tagaktive Mücken. In der Regel verläuft das Zika-Fieber leichter als das dort vorkommende Dengue-Fieber. Reisende sollten auf sorgfältigen Mückenschutz achten. Schwangere sollten derzeit von nicht notwendigen Reisen in die betroffenen Gebiete absehen.

Haiti

Darminfektionen:
Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Die Insel Hispaniola mit Haiti und der Dominikanischen Republik gehört zu den Reiseländern mit den höchsten Inzidenzen für gastrointestinale Infektionen. Seit Oktober 2010 gibt es einen das gesamte Land betreffenden Cholera-Ausbruch. Insgesamt sind bisher etwa 792.800 Personen erkrankt, mehr als 9.390 Menschen sind an der Infektion gestorben. In den ersten 9 Monaten dieses Jahres wurden bereits mehr als 27.700 Infektionen gemeldet, 255 Menschen sind verstorben. Alle 10 Départements des Landes sind betroffen, auch die Hauptstadt Port-au-Prince gehört dazu. Infolge des Hurrikans "Matthew" wurden ca. 9.600 Verdachtsfälle gemeldet, am stärksten betroffen sind die Départements Sud und Grand'Anse im Südwesten der Insel. Die Ursachen für die Epidemie liegen vor allem in den sanitären Verhältnissen der nach dem schweren Erdbeben errichteten Flüchtlingslager. Es besteht nur begrenzt Zugang zu sauberem Trinkwasser und kein funktionierendes Abwassersystem. Außerdem gibt es in der Bevölkerung keine Immunität gegen das Bakterium. Nahrungs- und Trinkwasserhygiene beachten. Ggf. Impfung erwägen.

Indien

Dengue:
Bis Mitte Dezember sind landesweit ca. 101.390 Menschen erkrankt, es gab 210 Todesfälle. Die meisten Fälle wurden in den Bundesstaaten West Bengal, Punjab, Orissa, Kerala, Uttar Pradesh, Gujarat, Punjab und Karnataka verzeichnet. Landesweit wurden im vergangenen Jahr ca. 99.900 Fälle gemeldet und 220 Todesfälle registriert. Mit 15.867 Infektionen und 60 Todesfällen war Delhi inkl. der Hauptstadt Neu Delhi am stärksten betroffen. Hier wurden in dieser Saison die höchsten Fallzahlen innerhalb der letzten 20 Jahre registriert. Schutz vor tagaktiven Überträgermücken (Aedes-Arten) beachten.

Italien

Meningokokken-Meningitis:
Mitte Dezember ist in Pisa erneut ein 4-jähriges Mädchen erkrankt. Ende November sind eine 44-Jährige aus Florenz und eine 64-Jährige aus Viareggio an den Folgen der Infektion verstorben. Anfang November ist ein 9-jähriges Mädchen in Pisa erkrankt. In diesem Jahr wurden in der Toskana 36 Fälle registriert, 8 Menschen sind verstorben. Bereits im vergangenen Jahr wurden ungewöhnlich viele Infektionen in der Region gemeldet. Als Erreger wurden Meningokokken der Serogruppe C identifiziert. Impfkampagnen für Jugendliche und Erwachsene wurden durchgeführt. Eine offizielle Impfempfehlung für Touristen wurde nicht ausgesprochen. Reisende in die Region sollten rechtzeitig vor der Abreise den Rat eines Arztes einholen.

Jemen

Darminfektionen:
Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Seit Anfang Oktober gibt es einen Cholera-Ausbruch. Bisher wurden ca. 10.150 Verdachtsfälle gemeldet, 156 Infektionen wurden bestätigt. 92 Menschen sind verstorben. 14 der 23 Gouvernements sind betroffen, darunter auch die Hauptstadt Sanaa. Hygiene und ggf. Impfschutz weiterhin beachten.

Kenia

Cholera:
Seit Ende Dezember 2014 wurden landesweit ca. 15.450 Infektionen mit 245 Todesfällen gemeldet. Auch in diesem Jahr wurden aus verschiedenen Teilen des Landes kleinere Ausbrüche gemeldet, zuletzt Anfang Dezember in den benachbarten Countys Tana River und Lamu an der Ostküste. Hygiene beachten, Impfschutz für Risikoreisende erwägen.

Madagaskar

Pest:
Ende November sind in 2 Gemeinden in der Region Atsimo-Atsinanana (SO) 31 Menschen an Beulenpest verstorben. Auf Madagaskar kommt die Krankheit regelmäßig vor und tritt vermehrt in der Regenzeit auf. Laut WHO ist es das Land mit den meisten Fällen weltweit. Schutz vor Flöhen beachten und Kontakt mit infizierten Menschen meiden.

Philippinen

Dengue:
In weiten Teilen des Landes ist die Zahl der Erkrankungen in diesem Jahr gestiegen. Am stärksten betroffen sind die Regionen Western Visayas, Eastern Visayas, Davao-Region und die Autonome Region Muslimisches Mindanao (ARMM). Landesweit wurden mehr als 176.410 Infektionen und mindestens 789 Todesfälle registriert. Schutz vor tagaktiven Überträgermücken beachten.

Rumänien

Masern:
Bis Mitte November dieses Jahres wurden mehr als 1.700 Erkrankungen gemeldet, 7 Personen sind verstorben. 30 der 41 Kreise sind betroffen. Im Jahr 2015 wurden lediglich 7 Fälle registriert. Impfschutz beachten.

Taiwan

Hepatitis A:
Seit Anfang des Jahres wurden ca. 1.010 Infektionen gemeldet, ein Mensch ist verstorben. Im gesamten Vorjahr waren es nur 126 Fälle. Am stärksten betroffen ist der Norden des Landes. Reisende sollten auf eine sorgfältige Hygiene achten. Impfschutz empfohlen.

Thailand

Dengue:
Landesweit wurden etwa 58.560 Erkrankungen und 57 Todesfälle verzeichnet. 2015 sind landesweit ca. 143.000 Menschen erkrankt, es gab 141 Todesfälle. Ein Infektionsrisiko besteht ganzjährig, die Hauptübertragungszeit sind die Monate Juli und August. Schutz vor den überwiegend tagaktiven Stechmücken beachten!

USA

Mumps:
Bis Anfang Dezember dieses Jahres wurden landesweit bereits ca. 4.620 Erkrankungen gemeldet, es sind die höchsten Fallzahlen seit 10 Jahren. Am stärksten betroffen sind die Bundesstaaten Arkansas und Iowa, gefolgt von Illinois, Oklahoma, Massachusetts und Indiana. Darunter waren auch zahlreiche Cluster an Universitäten. Seit Ende September wurden im Nordwesten und im Zentrum des Bundesstaates Arkansas ca. 1.940 Verdachtsfälle unter Schülern gemeldet. Seit Anfang November sind 73 Studenten an der University of Missouri erkrankt. Solche lokalen Ausbrüche kommen immer wieder vor, Austauschschüler und Studenten sollten ihren Impfschutz vor der Abreise überprüfen.

Zika-Virus: Ende November wurde die erste autochthone Erkrankung im Bundesstaat Texas bestätigt, betroffen ist eine Frau aus Brownsville. Inzwischen wurden dort 4 weitere Verdachtsfälle gemeldet. Seit Ende Juli wurden im Bundesstaat Florida 252 lokale Infektionen bestätigt. Besonders betroffen ist das Miami-Dade County. Landesweit wurden bis Mitte Dezember 4.431 importierte Fälle gemeldet. In 36 Fällen wurde eine sexuelle Übertragung beobachtet. In einigen Außengebieten der Vereinigten Staaten (Puerto Rico, Jungferninseln, Amerikan. Samoa) wurden ca. 34.140 lokale Infektionen registriert. Reisende sollten auf sorgfältigen Mückenschutz achten. Schwangere sollten derzeit von nicht notwendigen Reisen in die betroffenen Gebiete absehen.

Vanuatu

Dengue:
Seit Ende November wurden 34 Infektionen bestätigt, ein Großteil davon in der Hauptstadt Port Vila. Es gab 119 weitere Verdachtsfälle. Im Juni dieses Jahres war erstmals seit dem Ausbruch Anfang 2014 ein Verdachtsfall in der Hauptstadt Port Vila registriert worden. Schutz vor tagaktiven Überträgermücken beachten.

Venezuela

Malaria:
Landesweit wurden bis Anfang November etwa 200.000 Erkrankungen gemeldet. Am stärksten betroffen ist der Bundesstaat Bolivar. Sorgfältigen Mückenschutz und Mitnahme einer Notfallmedikation beachten. Eine regelmäßige Chemoprophylaxe kann ggf. sinnvoll sein. Aufgrund der desolaten wirtschaftlichen Lage sind Medikamente im Land kaum verfügbar.

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Aktualisiert am 22.12.2016, 11:07 Uhr

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