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Aktuelle Informationen zum Infektionsschutz auf Reisen

Stand: 10. Juli 2017


Bolivien

Gelbfieber:
Presseberichten zufolge ist Mitte Juni ein 18-Jähriger im Department Cochabamba verstorben. Im Januar ist ein dänischer Tourist in der Provinz Caranavi erkrankt. Die Infektion ist in weiten Teilen des Landes endemisch. Eine Impfung ist bei Reisen in das gesamte Tiefland östlich der Anden mit den Departments Pando, Beni, Santa Cruz sowie den tiefer gelegenen bzw. subtropischen Teilen von La Paz (ohne Hauptstadt), Cochabamba, Chuquisaca (ohne die Stadt Sucre) und Tarija empfohlen.

Brasilien

Gelbfieber:
Seit Anfang Januar haben die Gesundheitsbehörden ca. 3.240 Verdachtsfälle und 435 Todesfälle in den Bundesstaaten Minas Gerais, Espirito Santo (SO), Rio de Janeiro (SO), Bahia (NO), Maranhao (NO), Sao Paulo (SO), Tocantins (Z), Rondonia (NW), Para (N), Amapa (N), Mato Grosso do Sul (SW), Rio Grande do Sul (S), Santa Catarina (S), Parana (S), Goias (Z) und im Distrito Federal gemeldet. 792 Infektionen wurden bestätigt. Einzelne Verdachtsfälle wurden in den Bundesstaaten Goias (Z) und Mato Grosso do Sul (W) verzeichnet. Es ist der größte Ausbruch in den letzten 30 Jahren. Die Behörden haben Impfkampagnen gestartet. Im vergangenen Jahr gab es landesweit 6 autochthone Infektionen verzeichnet, die meisten im Bundesstaat Sao Paulo (SO). Derzeit wird für alle Reisenden eine Impfung empfohlen.

Chile

Hepatitis A:
Presseberichten zufolge sind im Juni in der Region Antofagasta (N) 74 Menschen erkrankt. Als Infektionsquelle werden Imbissstände vermutet. Reisende sollten Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten, eine Impfung wird empfohlen.

Deutschland

Hantavirus-Infektionen:
In diesem Jahr werden in Baden-Württemberg deutlich mehr Erkrankungen gemeldet als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Beim RKI liegen bis zur 23. KW bundesweit 810 Meldungen vor. Neben Baden-Württemberg sind Bayern, NRW und Niedersachsen besonders betroffen. Das Virus wird durch die Ausscheidungen von infizierten Tieren (Mäusen) übertragen. Infektionsgefahr besteht beim Einatmen des Erregers, der bei der Gartenarbeit oder beim Fegen von Gartenhäusern und Kellern mit dem Staub aufgewirbelt wird.

Masern: In Duisburg (NRW) wurden in diesem Jahr bereits 321 Erkrankungen gemeldet. Auch Essen, Dortmund und Oberhausen melden einen Anstieg der Infektionen. In ganz NRW wurden 483 Infektionen verzeichnet. Eine 37-jährige Frau aus Essen ist an den Folgen der Infektion verstorben. In Hessen wurden in diesem Jahr 91 Fälle gemeldet. In diesem Jahr wurden bundesweit bis KW. 23 offiziell 846 Erkrankungen gemeldet, im vergangenen Jahr waren es insgesamt 323. Der Impfstatus sollte bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen überprüft und ggf. ergänzt werden.

Indien

Chikungunya:
In diesem Jahr wurden bisher 7.711 Erkrankungen registriert. Am stärksten betroffen sind die Bundesstaaten Karnataka, Maharashtra und Gujarat. Im vergangenen wurden landesweit ca. 64.060 Fälle gemeldet. Schutz vor tagaktiven Überträgermücken (Aedes-Arten) beachten.

Dengue:
Bis Anfang Juli wurden im Bundesstaat Kerala 9.100 Erkrankungen bestätigt, es gab etwa 30.000 weitere Verdachtsfälle. 14 Menschen sind verstorben. Bis Ende Juni dieses Jahres wurden offiziell landesweit mehr als 18.700 Fälle gemeldet, 11 Menschen sind verstorben. Die meisten Fälle wurden in den Bundesstaaten Kerala, Tamil Nadu und Karnataka verzeichnet. Im letzten Jahr sind landesweit ca. 130.000 Menschen erkrankt, es gab 245 Todesfälle. Schutz vor tagaktiven Überträgermücken (Aedes-Arten) beachten.

Italien

Masern:
Seit Anfang des Jahres wurden landesweit ca. 3.075 Infektionen gemeldet. Im Juni ist in Monza (N) ein 6-jähriger, leukämiekranker Junge an den Folgen der Infektion verstorben. Am stärksten betroffen sind die Regionen Piemont, Lazio, Lombardei, Toskana, Abruzzen, Venetien und Sizilien. Es sind überwiegend Jugendliche und junge Erwachsene erkrankt. Mitte Mai hat die Regierung die Einführung einer Impfpflicht für Kinder beschlossen. Impfschutz beachten.

Jemen

Cholera:
Im Oktober 2016 wurde ein Ausbruch gemeldet, bis Ende März dieses Jahres wurden ca. 23.500 Fälle gemeldet, 108 Menschen sind verstorben. Seit Ende April dieses Jahres nehmen die Erkrankungen erneut stark zu. Mitte Mai hat die Regierung für die Hauptstadt Sanaa den Notstand erklärt. Landesweit wurden seit Ende April etwa 276.000 Fälle registriert, 1.634 Menschen sind verstorben. Hygiene und ggf. Impfschutz beachten.

Kenia

Cholera:
Mitte Mai sind in Karen, einem Stadtteil von Nairobi, 3 Gäste einer Hochzeit an der Infektion verstorben und 5 weitere erkrankt. Mitte Juni wurden aus Nairobi erneut 4 Erkrankungen und ein Todesfall gemeldet. Ende Juni gab es 6 bestätigte Fälle und ca. 20 weitere Verdachtsfälle im Weston Hotel in der Stadt. Betroffen sind Teilnehmer eines medizinischen Kongresses. Insgesamt wurden in diesem Jahr landesweit mehr als 920 Infektionen und mindestens 5 Todesfälle registriert. Seit Ende Dezember 2014 wurden landesweit ca. 16.000 Infektionen mit mindestens 245 Todesfällen gemeldet. Auch in 2016 wurden aus verschiedenen Teilen des Landes kleinere Ausbrüche gemeldet. Hygiene beachten, Impfschutz für Risikoreisende erwägen.

Dengue: Bis Anfang Juli wurden insgesamt mehr als 1.070 Erkrankungen gemeldet. Betroffen sind die Countys Mombasa, Kilifi, Kwale und Nairobi. Das Virus wurde Ende der 1970er Jahre erstmals in Ostafrika nachgewiesen. Seitdem kam es immer wieder zu kleineren Ausbrüchen. Schutz vor den überwiegend tagaktiven Überträgermücken beachten.

Kongo, Demokratische Republik

Ebola hämorrhagisches Fieber (EHF):
Anfang Juli hat die WHO den Ausbruch für beendet erklärt. Seit Ende April waren im Bezirk Likati (Provinz Bas-Uele, NO) mehr als 100 Menschen an Symptomen eines hämorrhagischen Fiebers erkrankt, es gab 4 Todesfälle. Bis Mitte Juni hat die WHO 5 Ebola-Infektionen bestätigt.

Laos

Dengue:
Die Erkrankung kommt landesweit vor. In diesem Jahr wurden mehr als 2.000 Fälle registriert, mindestens ein Mensch ist verstorben. Auch die Hauptstadt Vientiane ist betroffen. Im letzten Jahr wurden ca. 5.620 Infektionen und 10 Todesfälle gemeldet. Schutz vor den überwiegend tagaktiven Überträgermücken beachten.

Myanmar

Dengue:
Seit Anfang des Jahres wurden landesweit mindestens 4.000 Erkrankungen und mehr als 30 Todesfälle gemeldet. Im vergangenen Jahr wurden landesweit 9.846 Erkrankungen und 54 Todesfälle gemeldet. Aufgrund von Klimaveränderungen und der stetigen Zunahme der Bevölkerung in den Städten wird die Infektion inzwischen ganzjährig beobachtet. Schwerpunkt der Übertragung ist weiterhin die Regenzeit von Juni bis September. Mückenschutz beachten.

Neukaledonien

Dengue:
Ausgehend von der Hauptstadt Noumea hat sich die Infektion seit Januar letzten Jahres auch in andere Teile des Landes verbreitet. Zwischen November letzten Jahres und März dieses Jahres sind die Fallzahlen wieder angestiegen. Infolge des Zyklons Cook, der die Inselgruppe Mitte April getroffen hat, war die Zahl der Neuinfektionen auch in der Folgezeit noch relativ hoch. Seit Juni geht die Zahl der Neuinfektionen deutlich zurück. Seit Beginn des Jahres wurden ca. 4.300 Erkrankungen und 11 Todesfälle verzeichnet. Die meisten Infektionen werden weiterhin aus der Hauptstadt gemeldet. Schutz vor den überwiegend tagaktiven Mücken beachten.

Philippinen

Dengue:
Seit Anfang des Jahres wurden landesweit 33.760 Verdachtsfälle gemeldet, mindestens 9 Menschen sind verstorben. Landesweit wurden 2016 mehr als 211.100 Infektionen und mindestens 1.019 Todesfälle registriert. Schutz vor tagaktiven Überträgermücken beachten.

Rumänien

Masern: Seit Beginn des Ausbruchs im September letzten Jahres wurden ca. 7.280 Erkrankungen gemeldet, 30 Menschen sind verstorben. Im Jahr 2015 wurden lediglich 15 Fälle registriert. Impfschutz beachten.

Saudi-Arabien

Einreisebestimmungen, Impfpflicht:
Die Hajj- und Umrah-Saison richtet sich nach dem islamischen Lunarkalender. Das große Opferfest Eid Al-Adha findet in diesem Jahr Anfang September statt. Für Pilger und Saisonarbeiter gelten nach Angaben des saudischen Gesundheitsministeriums folgende Bestimmungen und Empfehlungen:1. Einreisende aus Gelbfieber-Endemiegebieten müssen eine gültige Gelbfieberimpfung vorweisen.2. Eine Impfung mit einem tetravalenten Impfstoff gegen Meningitis (ACWY) muss von allen Pilgern ab 2 Jahren nachgewiesen werden. Die Impfung muss mindestens 10 Tage vor Einreise erfolgen. Konjugatimpfstoffe haben eine Gültigkeit von 5 Jahren, bei fehlender Angabe des Impfstofftyps oder Verwendung des Polysaccharidimpfstoffs beträgt die Gültigkeit 3 Jahre. Darüber hinaus erhalten alle Personen aus Ländern des afrikanischen Meningitis-Gürtels bei der Einreise eine Chemoprophylaxe zur Verminderung des Ausscheider-Risikos3. Alle Pilger, die aus Poliomyelitis-Endemiegebieten (Afghanistan, Nigeria, Pakistan) oder Ländern mit wieder aufgetretenen Polioerkrankungen (Guinea, Kamerun, Laos, Madagaskar, Myanmar, Niger, Tschad, Ukraine, Zentralafrikanische Republik) bzw. bei denen die Gefahr eines erneuten Auftretens besteht (Äthiopien, Äquatorialguinea, Dem. Republik Kongo, Irak, Kenia, Liberia, Sierra Leone, Somalia, Südsudan, Syrien, Jemen) einreisen, müssen eine Impfung mindestens 4 Wochen vor Einreise nachweisen. Die Impfung kann mit dem oralen (OPV) oder parenteralen (IPV) Impfstoff erfolgen und darf nicht länger als 12 Monate zurückliegen. Zusätzlich erhalten sie an der Grenze eine weitere Gabe von OPV.4. Eine Grippeimpfung gegen saisonale Influenza ist dringend empfohlen, insbesondere bei Pilgern mit Vorerkrankungen und medizinischem Personal.5. Verboten ist weiterhin die private Einfuhr von frischen Nahrungsmitteln.6. Aufgrund internationaler Ausbrüche (z.B. MERS-CoV) wird älteren Menschen, chronisch kranken oder immungeschwächten Personen, Schwangeren und Kindern empfohlen auf die Pilgerreise zu verzichten.7. 7. Zum Schutz vor Atemwegsinfektionen wird allen Pilgern zu sorgfältiger Hygiene geraten. In großen Menschenmengen sollten Atemmasken getragen werden.Eine Impfung gegen saisonale Influenza kann gelegentlich (entgegen der offiziellen Bestimmungen www.moh.gov.sa/en/Hajj) bei Visum-Antrag verlangt werden, ebenso wie eine ärztliche Bescheinigung, dass der Reisende gesund und frei von ansteckenden Krankheiten ist.

Sri Lanka

Dengue:
Die grippeähnliche, von Mücken übertragene Viruskrankheit kommt in Sri Lanka regelmäßig vor. Mit einem Übertragungsrisiko ist landesweit zu rechnen, insbesondere während und nach der Regenzeit. Es wurden bisher ca. 80.200 Erkrankungen gemeldet, das sind bereits mehr als im gesamten letzten Jahr. Mindestens 215 Menschen sind verstorben. Am stärksten betroffen ist die Westprovinz mit den Verwaltungsdistrikten Colombo, Gampaha und Kalutara. In der Hauptstadt Colombo ist im April die größte Müllkippe des Landes eingestürzt, seitdem wird der Müll in der Stadt nur unzureichend entsorgt. Dies bietet Mücken ideale Brutbedingungen und lässt ihre Zahl stark steigen. Schutz vor den vorwiegend tagaktiven Überträgermücken beachten.

Syrien

Poliomyelitis:
Seit Anfang dieses Jahres wurden im Gouvernement Deir ez-Zor (O) 72 und im Gouvernement ar-Raqqa (N) 10 Verdachtsfälle gemeldet. Bei 24 Betroffenen und einer nicht erkrankten Person wurde eine Infektion mit dem Impfstoff-abgeleiteten Poliovirus Typ 2 (cVDPV2) nachgewiesen. Im Juli soll eine Impfkampagne starten. Zuletzt waren zwischen Oktober 2013 und Januar 2014 39 Kinder an Polio erkrankt. Mittels ausgedehnter Impfkampagnen konnte der Ausbruch 2014 gestoppt werden. Impfschutz weiterhin beachten.

Tansania

Malaria:
In diesem Jahr wurden vermehrt Infektionen bei Reisenden gemeldet, die sich ausschließlich in Dar es Salaam aufgehalten hatten. Infolge dessen hat das Schweizerische Experten Komitee für Reisemedizin (EKRM) seine Prophylaxeempfehlungen angepasst. Neben einem sorgfältigen Mückenschutz wird für das gesamte Festland eine Chemoprophylaxe empfohlen.

Thailand

Zika-Virus:
Anfang Juli wurden aus der Provinz Phichit, etwa 330 Kilometer nördlich von Bangkok, 11 Erkrankungen gemeldet. Seit Anfang des Jahres wurden landesweit 81 Infektionen registriert. 2016 wurden ca. 680 Erkrankungen gemeldet, mindestens 12 Provinzen sind betroffen. Auch in Bangkok wurden 29 Infektionen gemeldet. Die Infektion wurde 2012 erstmals in Thailand nachgewiesen, seitdem wurden im Jahr durchschnittlich 5 Fälle registriert. Reisende sollten auf sorgfältigen Mückenschutz achten. Schwangere sollten derzeit von nicht notwendigen Reisen in die betroffenen Gebiete absehen.

Thailand

Zika-Virus:
Anfang Juli wurden aus der Provinz Phichit, etwa 330 Kilometer nördlich von Bangkok, 11 Erkrankungen gemeldet. Seit Anfang des Jahres wurden landesweit 81 Infektionen registriert. 2016 wurden ca. 680 Erkrankungen gemeldet, mindestens 12 Provinzen sind betroffen. Auch in Bangkok wurden 29 Infektionen gemeldet. Die Infektion wurde 2012 erstmals in Thailand nachgewiesen, seitdem wurden im Jahr durchschnittlich 5 Fälle registriert. Reisende sollten auf sorgfältigen Mückenschutz achten. Schwangere sollten derzeit von nicht notwendigen Reisen in die betroffenen Gebiete absehen.

USA

Pest:
Seit Anfang Juni wurden 3 Infektionen im County Santa Fe (Bundesstaat New Mexico) gemeldet. Die Krankheit ist im mittleren Westen der USA verbreitet. Sie kommt überwiegend in Wildtieren (z.B. Hörnchen) vor und kann von Flöhen auf Haustiere und den Menschen übertragen werden. Übliche Repellents schützen auch vor Flohbissen.

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Aktualisiert am 10.07.2017, 13:31 Uhr

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