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Nürnberg ist bereits ein attraktiver Einkaufsmagnet - ein verkaufsoffener Sonntag reicht!

Für die verkaufsoffenen Sonntage hat das Wirtschaftsreferat eine Neuregelung vorgeschlagen. Die Grünen im Nürnberger Rathaus kommentieren dies folgendermaßen: „Wir fühlen uns in unserer Ablehnung der heute gültigen Regelungen zu hundert Prozent bestätigt. Warum z.B. das Altstadtfest eine Öffnung der Läden in der ganzen Stadt, d.h. auch in kilometerweiter Entfernung, begründen soll, hat sich uns nie erschlossen.

Die Stadt schwenkt nun endlich auf die gültige Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs ein“, so Achim Mletzko, Fraktionsvorsitzender. Dass die Einschränkung der verkaufsoffenen Sonntage sogleich mit einer neuen langen Einkaufsnacht kompensiert werden soll, sehen die Grünen kritisch. „Wir wünschen uns in der Frage der Verkaufsöffnungen mehr Mut von der Stadtspitze: Nürnberg ist nicht Kleinkleckerlesdorf, sondern eine der attraktivsten Einkaufsstädte in Deutschland – auch mit den regulären Öffnungszeiten“, so Britta Walthelm, wirtschaftspolitische Sprecherin. „Wenn drei Viertel der Nürnbergerinnen und Nürnberger verkaufsoffene Sonntage gar nicht nutzen, stellt sich die Frage, ob sich der Aufwand für die Einzelhändler überhaupt lohnt. Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden und die Umsätze des Einzelhandels steigen mit den zusätzlichen Öffnungszeiten nicht.“

Für die Grünen stehen die Beschäftigten des Einzelhandels im Mittelpunkt: Dort arbeitet die überwiegende Mehrheit der zu 80 Prozent weiblichen Angestellten in Teilzeit oder als Minijobber und zählt nicht gerade zu den Großverdienern. Wegen ihres geringen Einkommens sind die Angestellten oft auf den Mehrverdienst am Sonntag angewiesen. Dabei ist dieses Zubrot nur ein Tropfen auf den heißen Stein, der an dem eigentlichen Problem, der schlechten Bezahlung, nichts ändert. Zudem ist es für die vielen Eltern unter den Angestellten oft schwierig, eine Kinderbetreuung zu organisieren.

Gerade kleine, inhabergeführte Geschäfte haben oft grundsätzlich Schwierigkeiten, die Öffnungszeiten auszuweiten, denn durch zusätzliche Öffnungszeiten entstehen zusätzliche Personalkosten. Da stehen dann im Endeffekt oft der Chef und die Chefin selbst im Laden und haben kein Wochenende.
Aus Sicht der Grünen sind Sonntagsöffnungen keine Lösung für die Probleme, die dem Einzelhandel durch den Online-Handel entstehen. Viel wichtiger ist eine intelligente Vernetzung von online und offline. „Zum Beispiel brauchen wir endlich eine sinnvolle Einkaufs-App für Nürnberg, mit der man vor dem Einkauf das Angebot der Geschäfte checken kann und ein System für einen schnellen Lieferdienst aus Nürnberger Geschäften nach Hause“, ergänzt Walthelm.

Für die Grünen im Stadtrat gilt deshalb: Lediglich ein verkaufsoffener Sonntag plus die lange Einkaufsnacht sind das absolute Maximum.

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