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Nachhaltige Mode: Peter Pluschke zum Fresh Fashion Day

Peter Pluschke ist Umweltreferent der Stadt Nürnberg. Hier erklärt Peter die wichtigsten Aspekte umweltfreundlicher und sozialverträglicher Mode:

Der Fresh Fashion Club ist eine Nürnberger Initiative zur Förderung einer nachhaltigen Textilwirtschaft und versammelt Fachfrauen- und –männer aus der Modebranche und mit vielfältigem Engagement in Modefragen. Im Zusammenwirken mit dem Umweltreferat hat er am 24.06.2017 den Fresh Fashion Day veranstaltet, um gemeinsam Trends zu einer umwelt- und sozial-verträglicheren Textilbranche zu fördern.

Ein paar Anmerkungen zur Dimension des Themas:

Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist eine der wichtigsten Konsumgüterbranchen in Deutschland: ca. 1.200 Betriebe mit 120.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ein Umsatzvolumen das mittlerweile im Bereich von 20 Milliarden Euro liegt und in den globalen Markt voll integriert ist – ca. 90% der in Deutschland gekauften Kleidung stammen aus dem Export.

Wichtige Aspekte für eine nachhaltige Mode- und Textilbranche sind:

- Die nachhaltige Gewinnung der Rohstoffe, d. h. der für die Stoffherstellung erforderlichen Fasern, die aus pflanzlichen Quellen stammen (z. B. Baumwolle, Hanf oder Leinen – mitunter auch in stark modifizierter Form, wie im Falle von Modal-Fasern), aber auch als tierische Produkte zu erhalten sind (wie Seide oder Wolle von verschiedenen Tieren). Ebenso gehören synthetische Fasern dazu, die insbesondere durch Fasergewinnung aus Kunststoffabfällen kreislaufwirtschaftliche Funktion haben können. Inzwischen wächst auch der Bio-Markt für Naturfasern – ein wichtiger Sachverhalt angesichts der gewaltigen Marktanteile gentechnisch veränderter Sorten z. B. bei der Baumwollgewinnung.

- eine an ökologischen und sozialen Kriterien orientierte Verarbeitung der Rohstoffe wie der Herstellung der Konsumware. Hier können einschlägige Zertifizierungen und Sigel dem Verbraucher eine Hilfestellung bei der Auswahl von Stoffen und Modeprodukten geben. Derzeit wird – insbesondere im Hinblick auf die verheerenden Verhältnisse in asiatischen Produktionsstätten – seitens des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bemüht man sich um Aufbau eines „Bündnis für nachhaltige Textilien – ambitioniert, umsetzungsorientiert, wirksam“. Von Nürnberg aus bemüht sich die Christliche Initiative Romero um die Durchführung von Projekten zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern eines großen Teils der bei uns auf den Markt kommenden Modeprodukte.

- die Stärkung der ökologisch orientierten Handelsunternehmen, die in Nürnberg auch viele kleinere Läden umfasst. Beispielhaft sei „Glore“ in der Karl-Grillenberger-Straße genannt: der Betrieb hat im Jahr 2016 den Nürnberger Preis für diskriminierungsfreie Unternehmenskultur erhalten. Auch der Fresh Fashion Club kann als Vermittler und Motor der Debatte um eine ökologische Zukunft der Modebranche wirken. Zur Nachahmung empfohlen.

- Und schließlich geht es um den aufgeklärten Verbraucher, der frisch und ökologisch einkauft, Second-hand-Ware in den Blick nimmt und auch selbst Hand anlegt, um manchen Textilien ein zweites oder drittes Leben zu ermöglichen.

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