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Vertreibung von Drogenkranken aus der Köpa hat Folgen

Im Zuge der Debatte um Sicherheit und Sauberkeit in der Königstorpassage wurden in letzter Zeit verstärkt Maßnahmen getroffen, um die Drogenszene von dort zu vertreiben. Wie zu vermuten war, ist die von der Königstorpassage verdrängte Drogenszene nicht aus der Stadt verschwunden, sondern hat sich andere Aufenthaltsorte gesucht.

Diese liegen teilweise in Wohnvierteln, neben Spielplätzen oder in Parks etwa in Gostenhof, dem Rosenaupark, der Imhoffstraße, am Busbahnhof oder auch in der Köhnstraße in der Nähe der Wärmestube.

Diese Entwicklung halten wir für besorgniserregend. Eine verstreute Drogenszene ist deutlich schwieriger im Auge zu behalten und weniger erreichbar für Streetwork und Beratungsangebote als eine Szene, die sich an einem zentralen Treffpunkt aufhält. Dies ist sowohl für Anwohner problematisch als auch für die Drogenkranken selbst, denen so eine wichtige Überlebenshilfe fehlt. Deutlich wird dies auch am Beispiel des in der Königstorpassage aufgestellten Spritzenentsorgungsbehälters. Dieser wird als Konsequenz der verdrängten Drogenszene kaum noch genutzt. Durch die geplante „One-Way-Schließung“ des Ausgangs zum Stadtgraben dürfte sich die Situation noch weiter verschärfen.

Vor diesem Hintergrund stellen wir zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden Antrag:

1. Die Verwaltung berichtet unter Berücksichtigung der Einschätzung von Streetworkern, Mudra etc. über die aktuellen Entwicklungen in der Drogenszene in Bezug auf die neuen Aufenthaltsorte und deren Auswirkung auf die Erreichbarkeit der Drogenkranken für Beratungsangebote und Streetwork.

2. Die Verwaltung berichtet über genauen Zweck und Planungsstand des One-Way-Tors zum Stadtgraben.

3. Die Verwaltung verstärkt den Einsatz von Streetwork an den neuen Hotspots und in den umliegenden Sozialräumen (Parks, Spielplätze etc.).

4. Die Verwaltung veranlasst das Aufstellen von mindestens zehn weiteren Spritzenentsorgungsbehältern im Umkreis der Innenstadt, etwa im Rosenaupark und in der Köhnstraße nahe des Spritzenautomats und prüft deren Nutzung im Hinblick auf einen weiteren Ausbau des Angebots.

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