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Offener Brief an den Oberbürgermeister: Verkeherswende in Nürnberg umsetzen!

Fahrradfahrer in der Stadt

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Maly,

mit großem Interesse haben wir das ganzseitige Interview in der Wochenendausgabe der „Nürnberger Nachrichten“ vom 3. März zur Kenntnis genommen.

In diesem Interview nehmen Sie, unter anderem, sehr differenziert Stellung zu Fragen der zukünftigen Mobilität, zu Fragen der nachhaltigen Organisation des ÖPNV und der Radverkehrsinfrastruktur.

Zwei Aussagen, die Sie hier treffen, finden unsere besondere Aufmerksamkeit. Auf die erste Frage, warum wir in Nürnberg keine „Kopenhagener Radfahrverhältnisse“ haben, beziehen Sie u.a. wie folgt Stellung:

„Die Lösung wird in Nürnberg nicht sein, dass wir zusätzliche Räume suchen, auf denen neben den Autoverkehrsflächen komfortable Radwege angelegt werden können, weil es diese Räume nicht mehr gibt. Wir werden schauen müssen, ob bestimmte vorhandene Straßen nicht vom Autoverkehr so entlastet werden, dass sie die Funktion von Fahrradstraßen erfüllen“.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, Sie greifen mit dieser Aussage einen unserer zentralen verkehrspolitischen Vorschläge auf, nämlich den Verkehrsraum in Nürnberg neu zu organisieren: Mehr Platz und Ruhe für Fußgänger durch die Verlagerung von Fahrradfurten auf den bisher den Automobilisten zur Verfügung gestellten Straßenraum!

Es wäre hochinteressant, Ihre Aussage in den nächsten Wochen im Stadtrat fachlich zu diskutieren, denn bisher sind alle unsere Vorschläge in dieser Richtung von der Stadtratsmehrheit zurückgewiesen worden. Insofern freuen wir uns, einen so überzeugten Mitstreiter in der Sache an unserer Seite zu haben!

Die zweite Aussage, die unser hervorgehobenes Interesse findet, bezog sich auf die Frage „...wie Ihre Verkehrsvision für Nürnberg in 30 Jahren aussieht...“. Sie führen aus:

„Ich wünsche mir eine noch deutlich mehr vom Verkehr entlastete Innenstadt. Wir werden an der einen oder anderen Stelle auch mal wieder über eine Ausweitung der Fußgängerzone nachdenken ...“

Auch in dieser Frage regen wir eine vertiefte Diskussion im Stadtrat an, denn genau über die Frage nach weiteren Verkehrsberuhigungen in der Nürnberger Innenstadt war ja in den vergangenen Jahrzehnten weder mit der SPD noch der CSU zu reden.

Insofern freuen wir uns außerordentlich, wenn sie, sehr verehrter Herr Oberbürgermeister, die Diskussion über eine Ausweitung von MIV-verkehrsberuhigten Bereichen mit diesem Interview eröffnen.

In den beiden von uns aufgeführten Punkten können wir Ihnen schon jetzt jede Unterstützung zusichern. Wir freuen uns, mit den beiden anderen Fraktionen die Diskussion Ihrer Vorschläge aufzugreifen.

Wegen der außerordentlichen Bedeutung, die wir Ihren Aussagen beimessen, erlauben wir uns, dieses Schreiben der Nürnberger Presse zur Kenntnis zu geben.

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