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Straßenbäume: Wir brauchen eine feste Pflanzquote und eine Standortübersicht für mehr Grün in der Stadt

Straßenbaum

Bürgerinnen und Bürger klagen zunehmend über fehlendes Grün in der Stadt. Dabei wird die Verdrängung von Bäumen und Sträuchern zugunsten einer immer dichteren Bebauung als ebenso schmerzlich wahrgenommen wie die Fällung von Straßenbäumen. Als Kommune dürfen wir diese Klagen weder ungehört verhallen lassen noch aus Kostengründen abweisen.

Denn: Bäume sind keine bloßen Verschönerungselemente für den öffentlichen Raum, sie sind dringend nötig, um den Klimaveränderungen der Zukunft zu begegnen. Sorgen sie doch für ausreichend Kühlung in heißen Sommern und für eine bessere Frischluftversorgung ganz allgemein (vgl. Klimafahrplan Nürnberg 2010-2050). Laut Stadtklimagutachten sind besonders die Stadtteile in und um die Innenstadt einer hohen Hitzebelastung durch fehlendes Grün ausgesetzt (vgl. Stadtklimagutachten 2014, S. 19).
Dass Straßenbäume neu gepflanzt und „großzügige Alleen“ angelegt werden sollen, verspricht auch das Gestaltungshandbuch für den öffentlichen Raum Nürnberger Linie. Die sichtbare und konsequente Umsetzung dieses Versprechens fehlt jedoch bisher. Wir Grüne vermissen hier eine konkrete Pflanzquote, die festlegt, wie viele Bäume jährlich gepflanzt werden sollen, damit das Ziel des Gestaltungshandbuchs und des Klimafahrplans, mehr Straßenbäume und zusammenhängende Grünzüge zu schaffen, erreicht wird.
In vergangenen Debatten rund um das Thema Straßengrün wurde deutlich, dass bei der Standortwahl für Bäume auf den Verlauf unterirdischer Leitungen geachtet werden muss. Sowohl für die Öffentlichkeit als auch für Stadträtinnen und Stadträte ist somit von außen kaum zu erkennen, ob es möglich ist, in einer bisher vollkommen versiegelten Straße einen Baum zu pflanzen, oder ob aufgrund der Leitungssituation nur eine Begrünung mit Pflanzkübeln infrage kommt. Vor dem Hintergrund der momentan sehr intensiven Debatte halten wir es für dringend nötig, die Standortwahl für Straßenbäume transparenter zu gestalten.

Vor diesem Hintergrund stellen wir zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden Antrag:
• Die Verwaltung erstellt bis zum Frühjahr 2019 für die Straßen aller Stadtteile, die laut dem Stadtklimagutachten einer hohen thermischen Belastung ausgesetzt sind, eine öffentlich zugängliche Übersicht mit möglichen Baumstandorten auf Basis der Leitungssituation im Untergrund.
• Zusammen mit der Standortübersicht wird eine Prioritätenliste entwickelt, die Straßenzüge nach dem Grad ihres Bedarfs an Straßengrün kennzeichnet.
• Ist an einem Standort keine Baumpflanzung möglich, wird dort eine alternative Begrünungsform vorgeschlagen.
• Die Verwaltung erarbeitet eine Pflanzquote, die festlegt, wie viele Straßenbäume und alternative Grünlösungen pro Jahr gepflanzt werden sollen, um die Stadtteile mit einem Mangel an Grün zügig zu versorgen.

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