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Vergünstigte Fahrkarten für Senior*innen, die von Altersarmut betroffen sind

Das Thema Altersarmut ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Während viele Rentner*innen dies bereits hautnah spüren, blicken andere ängstlich in die Zukunft.
Laut Statistischem Bundesamt waren im vergangenen Jahr 14,4 Prozent der über 65-Jährigen arm. Bei den Rentnern waren sogar 15,6 Prozent von Armut betroffen.

Für Johannes Geyer, Sozialexperte vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), stellt dies ein großes Problem dar: "Wer am Ende des Lebens arm ist, kann selbst an seiner Situation nicht mehr viel ändern. Und selbst wenn die Quote bei den Älteren im Vergleich zu Alleinerziehenden nicht mal halb so hoch ist, bedeutet es trotzdem, dass da jemand nicht mehr um die Runden kommt.“

Ein weiteres Problem: Die Zahl der armen Alten steigt. 2006 waren 10,3 Prozent der Rentner von Armut betroffen, heute sind es bereits 15,6 Prozent. Das ist eine Steigerung von 51 Prozent. Dabei haben besonders Frauen und Witwen mit Altersarmut zu kämpfen, da sie schlechter abgesichert sind und oftmals älter als Männer werden. Hinzu kommen lange Baby- und Erziehungspausen, die sich auf die Rente auswirken. In Westdeutschland liegt die Armutsquote bei Rentnerinnen bei 16,9 Prozent. Im Vergleich: In Ostdeutschland sind es 13,4 Prozent. Dies liegt daran, dass Frauen dort nach der Geburt für gewöhnlich wieder schneller ins Arbeitsleben zurückkehren.

Auch in Nürnberg sind viele Senior*innen von Altersarmut betroffen. Bezieht man die oben genannten 15,6 Prozent auf die rund 140.000 Senior*innen, die in Nürnberg wohnhaft sind, leben davon circa 22.000 in Altersarmut. Eine Folge der Armut ist eine geringere gesellschaftliche Teilhabe und eine eingeschränkte Mobilität.

Auch wenn es für Nürnberg-Pass-Besitzer*innen eine günstige Monatskarte von 32,40 Euro gibt, stellt diese für Senior*innen oftmals keine Alternative dar. Denn für viele von ihnen lohnt sich auch diese Option nicht, da sie nur wenige Fahrten unternehmen (teilweise nur einmal pro Woche). Die Möglichkeit, stattdessen eine 4er-Streifenkarte zu kaufen, nehmen viele nicht wahr, da der Preis von 11 Euro oftmals zu hoch ist.

Wir stellen deshalb zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden Antrag:

  • Die Verwaltung berichtet über die Zahlen der tatsächlich von Armut betroffenen Senior*innen.
  • Wie viele Senior*innen sind Nürnberg-Pass Besitzer*innen, wie viele haben eine entsprechende Monatskarte?
  • Die Verwaltung berechnet: Wie wirkt sich die Einführung eines 4-Fahrten-Seniorentickets für Menschen über 65 Jahre in der Preiskategorie eines entsprechenden Kindertickets aus – alternativ mit und ohne Bedürftigkeitsprüfung?

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