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Victoria Hertel im Künstleraustausch mit Shenzhen

Victoria Hertel im Künstleraustausch mit Shenzhen

Hier ist der Bericht von Victoria Hertel:
Im Rahmen des Künstleraustausches der Regionalpartnerschaft mit Shenzhen war ich 2019 in China zu Gast um die chinesische Kunst und Kultur näher kennenzulernen und die daraus entstehenden Eindrücke künstlerisch umzusetzen. Während meines einmonatigen Aufenthalts am Shenzhen Fine Art Institute bereitete ich in Zusammenarbeit mit Frau Gu, der Abteilungsleiterin des Creative Department des Instituts, und Herrn Kong, dem Kurator des Instituts, meine Einzelausstellung unter dem Titel 熔荟 / Fused Deposition vor. Die chinesischen Zeichen 熔 (róng) und 荟 (huì) ergeben eine Wortkomposition welche, zusammen mit dem Englischen Titel Fused Deposition, eine blühende Fusionierung von Elementen bedeutet. Die in 熔荟 / Fused Deposition gezeigten Arbeiten untersuchten einerseits unser Verständnis von Energieaustausch innerhalb organischer Einheiten in einem System, andererseits die symbiotische Beziehung zwischen Kunst, Natur und Wissenschaft. Das Konzept der Ausstellung basierte auf der Bildgebungsmethode namens CLARITY. Diese Methode ermöglicht Wissenschaftlern die Zellstrukturen des Gehirns transparent zu machen indem sie die Gehirnstruktur durch klare Hydrogele stabilisieren und anschließend die Licht und damit Sicht blockierenden Fette entfernen. Auf diese Weise können Zusammenhänge innerhalb der Hirnanatomie für weitere Forschung sichtbar gemacht werden. Der Entwurf für die Installation stammt von einem Magnetresonanztomographie Scan meines Gehirns der für ein 3D Druck Programm angepasst und dann in mehrfacher Ausführung unter Anwendung des Fused Deposition Modeling 3D gedruckt wurde. Aus Nachhaltigkeitsgründen wurden alle Installationstücke ausschließlich aus einem Bio-Polymer aus Maisstärke statt auf Erdölbasis gedruckt. Im Hintergrund der Installation wurde als kinetisches Element eine Videoprojektion aufgebaut in welcher der Entstehungsprozess der 3D Werke im Time Lapse Loop zu sehen war. Die Ausstellung wurde des Weiteren durch sieben großformatige Tintenzeichnungen ergänzt welche expressive Interpretationen von Gehirnaktivität in unterschiedlichen Denkphasen darstellten. Für die circa sechzehn Meter langen Papier Paneele wurde ich von der traditionellen, chinesischen Tinten Kalligraphie inspiriert, welche ich während meiner Museumsbesuche in Shenzhen sah. Der harmonische Kontrast zwischen dem fragilen, cremefarbenen Reispapier und der tiefschwarzen Tinte, deren Farbbrillianz selbst nach Jahrhunderten noch Intakt geblieben ist, beeindruckte mich sehr. Chinesische Tintenmalerei bedeutet eine Balance zwischen dem Wasser und der Tinte zu finden. Zu viel oder zu wenig von einem ergeben eine verwaschene oder stockende Pinselführung welche das Arbeiten und das daraus entstehende Werk energielos aussehen lassen. Viele Einsichten, wie die Analogie des Wassers und der Tinte, welche ich während meines Aufenthalts in China erlebt habe, haben mich aus den alltäglichsten Dingen eine Weisheit für das eigene Leben und die Zukunft entdecken lassen. 非常感谢 (fēi cháng gǎn xiè) Vielen Dank an das Amt für Internationale Beziehungen Nürnberg für die Ermöglichung dieser Erfahrungen und das Stipendium für den kulturellen Austausch.
Victoria Hertel

Victoria Hertel Ausstellungseröffnung

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Ausstellungseröffnung mit Victoria Hertel in Shenzhen

Victoria Hertel

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