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Chronologie

1909

Am 27. August landet Graf Zeppelin mit seinem gleichnamigen Luftschiff auf der freien Wiese am Großen Dutzendteich. Seither trägt diese Fläche den Namen "Zeppelinfeld".

1923

Im Mai beginnt das Nürnberger Stadtgartenamt mit den Planungen für den Um- und Ausbau des Zeppelinfeldes zu einer Sport- und Freizeitstätte. Im November genehmigt der Stadtrat Nürnberg die Pläne und die Bauarbeiten zum "Volkspark Dutzendteich" beginnen, in deren Zuge auch das am 10. Juni 1928 eröffnete Städtische Stadion (heute Grundig Stadion) entsteht.

1929

Auf dem Zeppelinfeld ist eine mit meterhohen Erdwällen umfasste Turnwiese entstanden, die während des 2. Deutschen Arbeiter-Turn- und Sportfestes benutzt wird.

1933/34

Das Zeppelinfeld dient als Aufmarschfläche für die Nationalsozialisten während ihrer Reichsparteitage. Errichtet werden provisorische Holztribünen für die Zuschauer. Als wichtigste Propagandaveranstaltung im NS-Staat finden die Reichsparteitage einmal im Jahr für wenige Tage statt. Sie dienen der Selbstinszenierung Hitlers und seines Regimes und sollen durch Architektur und Massenaufmärsche die anwesenden Besucher für den Nationalsozialismus einnehmen.

1935/37

Nach Plänen von Albert Speer entstehen auf der früheren Turnwiese die 370 Meter lange und 20 Meter hohe Zeppelintribüne sowie Zuschauerwälle mit 34 Türmen aus Stein. Zahlreiche Aufmärsche und Veranstaltungen der Reichsparteitage werden auf dem Zeppelinfeld abgehalten. Vor allem durch zeitgenössische Propagandafilme und -fotos erlangen Zeppelintribüne und Zeppelinfeld eine bis heute anhaltende hohe Bekanntheit im In- und Ausland.

1936

Erstmals wird während eines nächtlichen Aufmarsches ein "Lichtdom" aus um das Zeppelinfeld gruppierten, in den Himmel strahlenden Großscheinwerfern gebildet.

1938

Letztmalige Nutzung der Tribüne durch die Nationalsozialisten beim "Reichsparteitag Großdeutschland". 1939 bis 1945 finden wegen des Zweiten Weltkrieges keine Parteitage der NSDAP mehr statt.

1945

Siegesparade der US-Army auf dem Zeppelinfeld am 22. April. Sprengung des Hakenkreuzes über der Haupttribüne. Nutzung des Feldes für Sport von Armeeangehörigen bis 1995.

1967

Sprengung der Pfeilerreihen auf der Zeppelintribüne, später Abtragung der beiden Seitenteile.

1973

Denkmalschutz für das Gesamtensemble als "Kolossalstil des Dritten Reiches".

1983

Restaurierung des Innenraums der Zeppelintribüne ("Goldener Saal") für Ausstellungszwecke.

1985

Ausstellung "Faszination und Gewalt" in den Sommermonaten im "Goldenen Saal" (bis 2001).

1988

Fachsymposium "Das Erbe. Vom Umgang mit NS-Architektur"

1995

Rückgabe des Zeppelinfeldes durch die US-Army an die Stadt Nürnberg und Weiternutzung als Sportfläche.

2000

Städtebaulicher Ideenwettbewerb zum Umgang mit dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände ohne 1. Platz

seit 2001

Ende der Ausstellungsfunktion im "Goldenen Saal" der Zeppelintribüne durch die Eröffnung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände in der früheren Kongresshalle. Das Inneren der Zeppelintribüne ist derzeit nur mittels Führungen zu besichtigen. Bauliche Mängel nehmen rapide zu, weswegen verschiedene Absperrungen an der Zeppelintribüne aus Sicherheitsgründen notwendig sind.

2004

Am 19. Mai beschließt der Stadtrat Nürnberg Leitlinien zum Erhalt der Bauten auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände für künftige Generationen.

2006

Installation eines Geländeinformationssystems zur Fußball-WM

2008

Freiräumung der Treppenhäuser der Zeppelintribüne vom Schutt der Pfeilersprengung im Jahr 1967 durch das Hochbauamt der Stadt Nürnberg.

2011

  • Kulturausschuss nimmt die Konzeptpapiere "Lernort Zeppelintribüne" sowie "Kunst auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände" an
  • Tagung im Dokumentationszentrum zum 10jährigen Bestehen und seither regelmäßige Infotage Zeppelinfeld

2013

Die Stadt Nürnberg begann unter Federführung des Kultur- und Baureferates mit systematischen Untersuchungsmaßnahmen zum baulichen Erhalt und zur Sicherung der Zeppelintribüne und des Zeppelinfeldes. Seit April 2015 wurden verschiedene Instandsetzungsvarianten an zwei ausgewählten Musterflächen erprobt.

2014–2016

Kostenermittlung der Stadt Nürnberg für den baulichen Erhalt von Zeppelintribüne/-feld an Hand von Musterflächen

2014

Tag des Offenen Denkmals/Infotag Zeppelinfeld mit kostenlosen Rundgängen

2015

  • Ausstellung "Das Reichsparteitagsgelände seit 1945 – Dokumentation. Perspektiven. Diskussion" im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände.
  • Öffentliche Podiumsdiskussion über den Umgang mit der Zeppelintribüne mit Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly und Prof. Dr. Norbert Frei (Jena)
  • Informationstag Zeppelinfeld mit kostenlosen Rundgängen
  • Stadtrat zum Konzeptbaustein "ErfahrungsRaum Reichsparteitagsgelände Nürnberg. Diskussionsgrundlage für die geschichtskulturelle Auseinandersetzung aus der Vermittlungsperspektive"
  • Symposium "Erhalten! Wozu? Perspektiven für Zeppelintribüne, Zeppelinfeld und das ehemalige Reichsparteitagsgelände" mit 16 internationalen Fachleuten für die Bereiche Architektur/Denkmalschutz, Pädagogik, Kunst, Geschichtswissenschaft

2016

  • Die Ergebnisse der Untersuchungen liegen als Grundlage für die Berechnung der Gesamtkosten durch das Hochbauamt der Stadt Nürnberg zur baulichen Sicherung von Zeppelintribüne und Zeppelinfeld sowie für die künftige Vertiefung der dortigen Bildungsarbeit vor. In einem Zeitraum von mindestens 8 Jahren müssen insgesamt 85,1 Millionen Euro aufgewandt werden. Die Kostensteigerungen für ein so lange laufendes Bauprojekt sind hier bereits mit eingerechnet. Rund 60 Prozent der Aufwendungen werden für die Zeppelintribüne veranschlagt, rund 40 Prozent für das Zeppelinfeld.
  • Erste Besucherbefragung und -beobachtung am ehemaligen Reichsparteitagsgelände im Auftrag des Kulturreferats durch die Universität Erlangen-Nürnberg
  • Stadtrat zum Konzeptbaustein "Konzeption der zukünftigen Vermittlungsarbeit"

2017

  • Der Freistaat Bayern sagt die Förderung der Maßnahme "Bauliche Sicherung und Inhaltliche Vermittlung" mündlich zu.
  • Buchneuerscheinung "Erhalten! Wozu? Perspektiven für Zeppelintribüne, Zeppelinfeld und das ehemalige Reichsparteitagsgelände. Aufsatzband zur gleichnamigen Tagung am 17./18. Oktober 2015 in Nürnberg", herausgegeben von Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner
  • Fachdiskussion "Nürnberg – Ort der Zeitgeschichte" in der Vertretung des Freistaats Bayern in Berlin mit Staatsminister Dr. Markus Söder, Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner, Prof. Dr. Eckart Conze (Marburg) und Prof. Philippe Sands (London)
  • Positive Prüfung der Kostenerhebung aufgrund der Musterflächen durch die Landesbaudirektion Bayern
  • intensivierte Vorarbeit für den möglichen Themenschwerpunkt "Zukunftsgerichtete Erinnerungskultur" für die Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas in interdisziplinär zusammengesetzten Thementeams sowie mit in- wie externen Fachleuten
  • Kulturhauptstadt-Tag; öffentliche Diskussion des Bewerbungsthemas "Zukunftsgerichtete Erinnerungskultur"

2018

  • Der Bund beschließt die Übernahme der Hälfte der Gesamtkosten, also 42,55 Millionen Euro, für die Maßnahme "Bauliche Sicherung und Inhaltliche Vermittlung von Zeppelintribüne und Zeppelinfeld".
  • Präsentation "Nürnberg – Eine europäische Stadt der Zeitgeschichte" in der Vertretung des Freistaats Bayern bei der EU in Brüssel mit Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle, Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner, Prof. Neil Gregor (Southampton) und Susanne Höhn (EU-Beauftragte des Goethe-Instituts)
  • Informationstag Zeppelinfeld mit kostenlosen Rundgängen

2019

  • Einrichtung zweier Stabsstellen im Kulturreferat und im Hochbauamt
  • Buchneuerscheinung "Perspektivenwechsel. Das ehemalige Reichsparteitagsgelände aus der Sicht von Besucherinnen und Besuchern" von Prof. Dr. Charlotte Bühl-Gramer (Erlangen-Nürnberg)
  • Öffentliche Gesprächsveranstaltung "Dialog Zeppelintribüne/Zeppelinfeld" mit Prof. Dr. Karin Fuchs (Luzern) und Prof. Neil Gregor (Southampton)
  • Ausstellung "Das Reichsparteitagsgelände im Krieg" zur erstmalig ausführlichen Betrachtung der Jahre 1939 bis 1945 am Reichsparteitagsgelände
  • Mittelzusage des Freistaats Bayern für Zeppelintribüne/-feld durch Landtagsbeschluss
  • Ältestenrat und Finanzausschuss nehmen den gemeinsamen Bericht von Kulturreferat und Ordnungsamt zur Prävention vor Rechtsextremismus am ehemaligen Reichsparteitagsgelände an
  • Koordinierungsgespräch zwischen Bund, Freistaat Bayern und Stadt Nürnberg als formaler Beginn des Förderprozesses
  • Stadtrat: Beschluss über Konzept und finanzielle Beteiligung

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