Kontakt

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist eine Diskriminierung?

Eine Diskriminierung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist eine Benachteiligung aufgrund eines rechtlich geschützten Diskriminierungsmerkmals ohne eine sachliche Rechtfertigung.

Der Diskriminierungsschutz ist jedoch in weiteren Gesetzen verankert, die ein rechtliches Vorgehen ermöglichen. Nähere Einzelheiten können wir Ihnen im Beratungsgespräch erläutern.

Welche Merkmale sind nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) geschützt?

Das AGG schütz vor einer Diskriminierung aus nachfolgenden Gründen:

• Ethnische Herkunft oder rassistische Zuschreibungen
• Geschlecht
• Religion oder Weltanschauung
• Behinderung
• Alter
• Sexuelle Identität

In welchen Lebensbereichen gilt das AGG?

Das AGG schützt vor Benachteiligungen im Arbeitsleben und bei Geschäften des täglichen Lebens sog. Alltagsgeschäfte, wie z.B. auf dem Wohnungsmarkt, beim Einkaufen, Bankkontoeröffnungen, Taxifahrten, Bus- und Bahnfahrten, Restaurantbesuche, Diskothekenbesuche.

Im Arbeitsleben gilt das Diskriminierungsverbot in allen Phasen des Arbeitslebens. D.h. von der Bewerbung, Beförderung bis zur Kündigung. Auch unter Kolleginnen und Kollegen gilt das Diskriminierungsverbot. Der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht, so dass er gegen die Diskriminierung vorgehen muss, wenn er davon erfährt.

Ist jede Ungleichbehandlung unzulässig?

Nicht jede Ungleichbehandlung ist unzulässig. Nach dem AGG können Ungleichbehandlungen erlaubt oder sachlich gerechtfertigt sein. Insbesondere dort, wo sie sozial erwünscht sind und kein Schutzbedarf besteht.

Wann liegt eine sachliche Rechtfertigung vor?

Ungleichbehandlungen können unter bestimmten Voraussetzungen gerechtfertigt sein. Sachliche Rechtfertigungsgründe sind in §§ 5, 8 – 10 und § 20 AGG geregelt.

Positive Maßnahmen (§ 5 AGG) sind beispielsweise gezielte Fördermaßnahmen für bestimmte Personengruppen, um Benachteiligungen abzubauen oder unterrepräsentierte Personengruppen zu fördern. Das Ziel ist, bestehende Nachteile auszugleichen oder zu verhindern und gezielt Vielfalt zu fördern. Die Förderung von Frauen im Stellenbesetzungsverfahren ist zulässig.

Die unterschiedliche Behandlung ist auch dann zulässig, wenn ein gefordertes Kriterium für eine Tätigkeit eine wesentliche und entscheidende berufliche Anforderung (§ 8 AGG) darstellt.

Vergünstigungen für Schüler-/ Studenten- / Seniorentickets im öffentlichen Nahverkehr, Preisrabatte für Schüler / Studenten oder gesonderte Öffnungszeiten für Frauen in Schwimmbädern bzw. Saunen sind zulässig (§ 20 AGG).

Was sollte ich beachten, wenn ich mich gerichtlich dagegen wehren möchte?

Sie sollten die Frist von 2 Monaten beachten. Innerhalb dieser Frist müssen Sie die Ansprüche schriftlich geltend machen.

Erstellen Sie ein Gedächtnisprotokoll und dokumentieren darin die wichtigsten Informationen zum Vorfall.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat eine Vorlage für ein Gedächtnisprotokoll mit den wesentlichen Inhalten zur Verfügung gestellt.

Die Vorlage finden Sie

Welche Fristen muss ich einhalten, wenn ich gegen eine Diskriminierung vorgehen möchte?

Die Frist nach dem AGG beträgt 2 Monate.

Ansprüche müssen ab dem Zeitpunkt der Diskriminierung innerhalb von 2 Monaten schriftlich geltend gemacht werden.

Wer kann sich an die Beauftragte für Diskriminierungsfragen der Stadt Nürnberg wenden

Alle, die sich diskriminiert fühlen oder Diskriminierungen beobachten.

Beispiele:

• Betroffene Bürgerinnen und Bürger der Stadt Nürnberg
• Für Diskriminierungsereignisse, die in Nürnberg stattgefunden haben -
unabhängig vom Wohnsitz der Betroffenen
• Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung

Auch bei Fragen zum AGG, zum Thema Antidiskriminierung im Allgemeinen oder bei Fragen zur Prävention kann das Beratungsangebot in Anspruch genommen werden.

Warum sollte ich Diskriminierungsereignisse zur Kenntnis mitteilen?

Diese Mitteilungen helfen uns, Handlungsfelder, Schwerpunkte und Tendenzen zu erkennen. Aus diesen Erkenntnissen, können wir Präventionsmaßnahmen ableiten.

Wie erreiche ich die Beauftragte für Diskriminierungsfragen der Stadt Nürnberg?

Die Beauftragte für Diskriminierungsfragen ist telefonisch, schriftlich oder per E-Mail zu erreichen.

Einen persönlichen Beratungstermin können Sie telefonisch oder per E-Mail vereinbaren.

Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie

Ist die Beratung kostenlos?

Die Beratung und Unterstützung erfolgt kostenlos.

Kann ich auch anonym bleiben?

Das Beratungsgespräch kann auf Wunsch anonym erfolgen.

Können Sie mich vor einem Gericht vertreten?

Eine gerichtliche Vertretung dürfen wir nicht leisten.

Gibt es ein Erklärvideo zum AGG?

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes bietet ein kurzes Erklärvideo an. Sie erhalten einen guten Überblick über das AGG und Ihre Handlungsmöglichkeiten im Falle einer Diskriminierung.

Das Erklärvideo finden Sie

Zurück zum Seitenanfang URL dieser Seite:
<http://www.nuernberg.de/internet/menschenrechte/faqantidiskriminierungstelle.html>