Kontakt

Radständer für die Südstadt

Im Rahmen der Radverkehrsstrategie „Nürnberg steigt auf“ wurden die Abstellmöglichkeiten für Fahrräder in der Südstadt verbessert. Die Bürgerinnen und Bürger haben sich mit guten Vorschlägen aktiv an der Standortauswahl beteiligt.

Hintergrund des Projekts

Besonders in Gebieten mit Altbaubestand mangelt es häufig an ebenerdigen und sicheren Fahrradabstellplätzen. Eine schlechte Zugänglichkeit zum Fahrrad, z.B. im Keller, erzeugt einen hohen „Fahrtantrittswiderstand“. Die Entscheidung, mit welchem Verkehrsmittel ein Weg zurückgelegt wird, fällt dann oft zu Ungunsten des Rads aus.

Im Rahmen des Projekts werden erstmalig flächendeckend dezentrale Abstellflächen in einem definierten Gebiet angeboten. Durch die Errichtung kleiner und mittelgroßer Einheiten sind von allen Punkten im Stadtteil kurze Wege zur nächstgelegenen Abstellanlage sichergestellt.

Der Verkehrsausschuss des Nürnberger Stadtrats hat in seiner Sitzung am 24.05.2012 die Durchführung des Projekts beschlossen. Das Projekt wurde vom Verkehrsplanungsamt im Baureferat der Stadt Nürnberg organisiert und vom Bürgerverein Nürnberg-Süd unterstützt.

Radstaender Suedstadt Gruppenbild

v.l.n.r.: Ümit Sormaz (1. Vorsitzender Bürgerverein Nürnberg-Süd), Wolfgang Baumann (Baureferent der Stadt Nürnberg), Kerstin Scharfenberg (Verkehrsplanungsamt), Stadtrat Gerhard Groh (stellv. Vorsitzender des Bürgervereins Nürnberg-Süd)

Umfang des Projekts

Das Projekt wurde im Zentrum der Südstadt zwischen der Bahnlinie, der Achse Tafelfeldstraße/Voltastraße, der Achse Schuckertstraße/Gudrunstraße und der Allersberger Straße durchgeführt. Das Gebiet ist ca. 1 km² groß, in ihm leben rund 17.500 Menschen.

Die Stadt Nürnberg hat 20.000 Euro für die Radständer zur Verfügung gestellt. Damit konnten über 350 Radständer für rund 700 Fahrräder in diesem Gebiet gebaut werden.

Ziele des Projekts

Mit dem Projekt werden folgende Ziele verfolgt:

  • Wenn der Zugang zum Rad leichter ist, steigt die Lust, es häufiger zu nutzen.
  • Das Verkehrsmittel „Rad“ wird aufgewertet. Viele Radständer signalisieren: „Radfahrer sind hier willkommen“.
  • Senkung des „Fahrtantrittwiderstands“ durch leichtere Zugänglichkeit zum Rad.
  • Aufwertung des Verkehrsmittels Rad durch die Bereitstellung einer flächendeckend präsenten Infrastruktur. Dies signalisiert: „Radfahrer sind willkommen“.
  • Erhöhung des Radverkehrsanteils zur Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs. Damit verbunden ist die Senkung der Lärm- und Abgasbelastung für die Wohnbevölkerung.
  • Ordnen des Fahrradparkens, da das wilde Abstellen von Rädern andere Verkehrsteilnehmer einschränkt, insbesondere Fußgänger.
  • Erhöhung der Verkehrs- und Diebstahlsicherheit. Wenn es an diebstahlsicheren Ab-stellmöglichkeiten fehlt, nutzt man lieber ein altes Rad. Alte Räder sind jedoch in der Regel weniger verkehrssicher als neue Räder.
Radständer für die Südstadt
Radständer für die Südstadt
Radständer für die Südstadt

Projektdurchführung

Im Sommer 2012 wurde erfasst

  • wo Fahrradständer vorhanden sind (Anzahl, Typ)
  • wie diese ausgelastet sind
  • wo wie viele Fahrräder außerhalb von Radständern parken

Den 180 bestehenden Radständern standen über 440 Räder „wild geparkte“ Fahrräder gegenüber. Meist standen diese Räder auf Gehwegen, in Grünflächen, waren an Schilder oder Pfosten gekettet und engten oft die Bewegungsfläche für andere Verkehrsteilnehmer erheblich ein.

Daraufhin wurden im gesamten Projektgebiet potentielle Standorte für Radständer gesucht. Meist waren dies sehr breite Gehwege oder freie Gehwegflächen an Straßeneinmündungen bzw. neben Hofeinfahrten. Insgesamt wurden 146 mögliche Standorte erfasst. Im nächsten Schritt wurden diese mit verschiedenen Fachdienststellen abgestimmt, z.B. mit der Feuerwehr, dem Servicebetrieb Öffentlicher Raum und der Stadtplanung. Für etwa 120 Standorte gab es grünes Licht. Daraus wurden 87 Standorte ausgewählt, die gut über das Gebiet verteilt sind und gewährleisten sollen, dass von nahezu jedem Wohnhaus in maximal 100 Metern Entfernung ein Radständer erreichbar ist.

Radständer für die Südstadt
Radstaender Suedstadt Buegel mit Rad
Radstaender Suedstadt Buegel

Bürgerbeteiligung

Das Konzept des Verkehrsplanungsamtes war ein erster Vorschlag, den wir mit Ihnen diskutiert haben. Niemand kennt den tatsächlichen Bedarf so gut wie die Bevölkerung vor Ort. Daher war es wichtig, dass Sie uns dabei helfen, die Standorte noch besser auf Ihre Bedürfnisse abzustimmen.

Dazu fand vom 25.07. bis 15.08.2013 eine umfassende Bürgerbeteiligung statt.

Online-Beteiligung vom 25.07. bis 15.08.2013

Sie konnten sich sich vom 25.07.2013 bis 15.08.2013 im Internet über die vorgeschlagenen Standorte informieren, diese bewerten und weitere Standorte innerhalb des Projektgebietes vorschlagen.

Es bestand zudem die Möglichkeit, die Standorte und das Konzept mit anderen Usern zu diskutieren. Die Diskussionsplattform wird von der Stadt Nürnberg moderiert.

Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung

Die Stadt Nürnberg dankt allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich online oder im Bürgerbüro mit Beiträgen beteiligt haben. Es sind viele konstruktive Vorschläge eingegangen. Das Verkehrsplanungsamt hat inzwischen alle ausgewertet und auf ihre Realisierbarkeit hin geprüft.


Bau der Radständer

Im Herbst 2013 wurde mit dem Aufbau der Radständer in der Südstadt begonnen und Ende 2014 wurde das Projekt abgeschlossen.

Projekt „Radständer für die Nordstadt“

Aufgrund des großen Erfolgs des Projekts in der Südstadt hat der Verkehrsausschuss des Stadtrats am 05.06.2014 ein Folgeprojekt beschlossen: Im Frühjahr 2015 ging das Projekt „Radständer für die Nordstadt“ an den Start. Auch in der Nordstadt konnten sich die Bürgerinnen und Bürger an der Standortauswahl beteiligen.

Mehr zum Thema

URL dieser Seite:
<http://www.nuernberg.de/internet/nuernberg_steigt_auf/radstaender_suedstadt.html>