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Der Nürnberger Weg einer zukunftsgerichteten Erinnerungskultur auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände

Dokumentationszentrum – Zeppelintribüne/Zeppelinfeld – Kongresshalle

Die Stadt Nürnberg forciert zum Ende der Zeitzeugen-Ära die Entwicklung einer zukunftsgerichteten Erinnerungskultur im Bereich des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes, der wohl umfänglichsten baulichen Hinterlassenschaft eines NS-Täterorts. Damit stellt sich die Stadt ihrer historischen Verantwortung und setzt Antisemitismus und Rassismus ein klares Bekenntnis des „Nie wieder“ entgegen. Die Eröffnung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände im Jahr 2001 im nördlichen Kopfbau der Kongresshalle war dabei der entscheidende Schritt, aktiv und offen am historischen Ort über die NS-Zeit und ihre Folgen zu informieren und mit einem breiten Bildungsangebot die Lehren daraus zu vermitteln. Seither ist das Dokumentationszentrum der zentrale Ort für Erforschung, Wissensvermittlung und die öffentliche Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände, aber auch heutigen Erscheinungsformen von Rassismus und Rechtsextremismus.

Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände

Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände

Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände wird ab Januar 2021 aufgrund des großen internationalen Besucherinteresses baulich erweitert und erhält eine neue zeitgemäße Dauerausstellung. Unter anderem ein Medien- und Recherchezentrum sowie eigene Bibliotheksräume sollen künftig die Beschäftigung mit der NS-Geschichte und ihren Relikten weiter vertiefen helfen. Daneben werden auch die Service- und Aufenthaltsbereiche deutlich erweitert und modernisiert werden.

Während der voraussichtlichen Umbauzeit bis Ende 2023 gibt es vor Ort für BesucherInnen eine Interimsausstellung „Nürnberg – Ort der Reichsparteitage. Inszenierung, Erlebnis und Gewalt“ zu sehen. Das Dokumentationszentrum bleibt für Besucherinnen und Besucher aus aller Welt auch in dieser Zeit erster Anlauf- und Ausgangspunkt für die Vermittlung des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes.

Zeppelintribüne und Zeppelinfeld

Besucher auf der Zeppelintribüne

Zeppelintribüne und Zeppelinfeld sind der einzige Ort auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände, der während der NS-Zeit genutzt und heute noch weitgehend erhalten ist. Auf diesem „begehbaren Exponat“ lässt sich an Hand von Zeitspuren Geschichte entdecken, insbesondere auch zum Umgang mit einem solchen „Ort der Täter“ von 1945 bis heute. Das Ensemble wird mit finanzieller Hilfe von Bund und Freistaat Bayern zum Lern- und Begegnungsort mit einem Vermittlungsangebot im Innen- und Außenraum entwickelt. Ein wichtiges Anliegen ist die Auseinandersetzung mit Geschichte im Hinblick auf die Frage „Was hat das mit mir heute zu tun?“. Hierfür soll die Substanz im heutigen Zustand baulich gesichert und wieder in großen Bereichen betretbar gemacht werden. Die Planungen haben begonnen. Mit Baubeginn ist voraussichtlich nicht vor 2022/23 zu rechnen.

Kongresshalle

In niemals genutzten Teilen der Kongresshalle möchte die Stadt Nürnberg einen weiteren Schritt in Richtung einer zukunftsgerichteten Erinnerungskultur unternehmen und hier die Flächen nutzen, um einen Ort für Kunst und Kultur mit Fokus auf Bildender Kunst zu etablieren. Damit wird in direktem Zusammenhang mit dem benachbarten, im Kopfbau der Kongresshalle befindlichen Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände ein neuer Ansatz zur Auseinandersetzung mit Geschichte erprobt, der künstlerische Mittel in den Vordergrund rückt. Die Entwicklung eines Segments des Rundbaus befindet sich im Prozess; die Prüfung der inhaltlichen und baulichen Machbarkeit haben stattgefunden.

Die Stadt Nürnberg nimmt gemeinsam mit dem Bund und dem Freistaat Bayern die Verantwortung für das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte an dem Ort wahr, an dem sich der Nationalsozialismus dem In- und Ausland medienwirksam präsentierte und dessen Propagandabilder bis heute weltweit bekannt sind. Auf dem Zeppelinfeld mit seiner Haupttribüne sowie in der Kongresshalle werden in den kommenden Jahren vielfältige Angebote und Zugänge geschaffen, damit sich auch kommende Generationen über die NS-Zeit und ihre menschenverachtenden Folgen informieren und auf verschiedene Weise damit im Sinne eines friedlichen Zusammenlebens in Gegenwart und Zukunft auseinandersetzen können. Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände ist hierfür zentraler Impulsgeber und Bindeglied für die verschiedenen Angebotsformate.

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