Kontakt

„Nürnberger Ei“ ist Bayerns höchstes Baudenkmal

„Nürnberger Ei“ ist Bayerns höchstes Baudenkmal


Der Nürnberger Fernsehturm in der Hansastraße 1 wurde in die Bayerische Denkmalliste aufgenommen. Mit 292,8 Metern ist er nicht nur das höchste Gebäude, sondern nun auch das höchste Baudenkmal des Freistaates.

Die Denkmaleigenschaft wurde bei einem Ortstermin im September 2020 durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege geprüft. Mit folgender Beschreibung wird der Fernsehturm in die Denkmalliste eingetragen:

„D-5-64-000-4827
Fernmelde- bzw. Fernsehturm, sich nach oben verjüngender, 293 m hoher Stahlbetonturm mit mehrfach gestaffeltem ovalem Korb, verglastes Eingangsfoyer mit steilem Flugdach aus Beton, von Erwin Heinle und Fritz Leonhardt, 1977-80; Außenanlage, gestaltete, die Gebäude mit einbeziehende Grünfläche mit Wegen, Bäumen, Buschwerk und Rasenflächen sowie terrassierter Böschung, gleichzeitig.“


Auszug aus dem Schreiben des Bayerischen Landesamtes:

Die Baugeschichte des Fernsehturms

Der Nürnberger Fernsehturm wurde ab dem Jahr 1972 geplant und in den Jahren 1977-80 errichtet; der erste Spatenstich wurde im April 1977 gesetzt. Die Grundsteinlegung fand am 12.7.1977 (Grundsteinplatte im Keller) und das Richtfest am 20.11.1979 statt. Der Turm konnte am 8.8.1980, nach gut drei Jahren Bauzeit, in Betrieb genommen werden. Die Baupläne zeichnete der Architekt Erwin Heinle, die Bauausführung lag in den Händen des Ingenieurbüros Leonhardt, Andrä und Partner unter Leitung Fritz Leonhardts. Bauherr war die Deutsche Bundespost, Oberpostdirektion Nürnberg. Im Jahr 1992 wurden die Publikumseinrichtungen in der Kanzel geschlossen und hierbei das Restaurant in einen Rohbauzustand zurückversetzt. Im Jahr 2005 ersetzte man die alte Turmspitze durch eine neue, für die Verwendung von DVB-T (Digital Video Broadcasting - Terrestrial) geeignete Spitze. Mit Ausnahme von Erneuerungen im technischen Bereich fanden keine weiteren Baumaßnahmen am Turm statt.

Die geschichtliche Bedeutung des Fernsehturms

Der im Jahr 1980 fertiggestellte Nürnberger Fernsehturm gehört zur jüngeren Hälfte der insgesamt 14 Funk- und Fermneldetürme, die in Deutschland in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gebaut wurden. Sämtliche Türme stehen in direkter Nachfolge des 1954/55 errichteten Stuttgarter Fernsehturms, der als erster Stahlbeton-Fernsehturm der Welt eine bauliche Pionierleistung ersten Ranges bedeutet. Wie der Stuttgarter Turm ist auch sein Nürnberger Nachfolger ein der Fernmeldetechnik dienender Funkturm mit gleichzeitig touristischer Nutzung in Form von Besucherplattform und Restaurant. Neben dem rund 10 Jahre älteren Münchner Fernsehturm (Einzelbaudenkmal) ist der Nürnberger Turm das einzige weitere Beispiel dieses Bautyps in Bayern. (…)

Herkunft der Bezeichnung des Turms als „Nürnberger Ei“

Der Nürnberger Fernsehturm greift mit der Gestaltung des Turmkorbs in der Form eines Nürnberger Eis ein für das Selbstverständnis der Stadt wichtiges Zitat auf. Das Nürnberger Ei bezieht sich auf kleine Tisch- und Taschenuhren, deren Herstellung in Nürnberg als handwerkliches und künstlerisches Zentrum der Feinmechanik und hier insbesondere des Uhrmacherhandwerks seit der Mitte des 15. Jahrhunderts überregionale Bedeutung erreichte. Mit der Eiform, die sich auch im Inneren des Foyers wiederholt, wird ein stark identitätsstiftendesMotiv aus reichsstädtischer Vergangenheit für jedermann weithin sichtbar wie ein Ausrufezeichen über die Stadt gesetzt. Der Nürnberger Fernsehturm hat deshalb auch eine stadtgeschichtliche Bedeutung.

ERROR: Modul „flex/n_inter_youtube_20210613“ nicht installiert

Mehr zu bayerischen Baudenkmälern im Bayerischen Denkmal-Atlas

Zurück zum Seitenanfang URL dieser Seite
<http://www.nuernberg.de/internet/referat6/aktuell_72597.html>