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Bestanderhaltung Zeppelintribüne / Zeppelinfeld (Instandsetzungskonzept)

Absperrungen an / auf der Zeppelintribüne

Die Zeppelintribüne und das Zeppelinfeld auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg sind ein historisches Erbe von nationaler Dimension. Im Rahmen eines Konzeptes für die Bestanderhaltung wurde als erster Schritt 2009 ein Zustandsbericht erstellt. Darauf aufbauend wurden neben den laufenden Unterhaltsmaßnahmen notwendige Sofortmaßnahmen in die Wege geleitet.

Seit Jahren werden Schäden und Verfall der Zeppelinhaupttribüne und der Wallanlagen trotz des kontinuierlichen Bauunterhalts immer deutlicher. Regen und Frost haben den 1935/37 nach Plänen von Hitlers Architekt Albert Speer entstandenen Bauwerken immer mehr zugesetzt. Inzwischen werden an einzelnen Stellen bereits wieder die Reparaturen vergangener Jahre ausgebessert. 60 Prozent der Steine an den Fassaden und 80 Prozent der Natursteinblöcke an den Stufen der Zeppelintribüne sind zerstört. Einzelne Decken im Gebäude müssen durch provisorische Holzkonstruktionen gestützt werden. Mit Zäunen werden Passanten vor herabfallenden Steinbrocken geschützt. Manche Bereiche der Tribüne sind aus Sicherheitsgründen nicht mehr betretbar.

Der aktuelle Stand / das weitere Vorgehen:

Ende August 2013 haben im Auftrag der Stadt Nürnberg Experten verschiedener Disziplinen mit eingehenden Untersuchungen an ausgewählten Baukörpern begonnen. Als Musterflächen wurden ausgewählt der hintere Teil des Ostflügels der Haupttribüne sowie einer von 34 Türmen an der Wallanlage. Aufgrund mehrerer Gegebenheiten (Erkenntnisse aus der Archivrecherche, Einsatz unterschiedlichster Baumaterialien, unterschiedliche Baukonstruktion der Tribünenanlagenteile, unterschiedliche Fundamentierung/Gründung der Wallanlage und Türme), musste der Untersuchungsumfang erweitert werden, um die heterogenen Schadensbilder möglichst umfassend zu erfassen. In 2014 wurde aufgrund der so gesammelten bautechnischen Erkenntnisse ein Instandsetzungskonzept entwickelt, das in 2015 an den Musterflächen umgesetzt werden soll. Diese auf drei Millionen Euro kalkulierten Maßnahmen finanziert die Stadt Nürnberg.
Ab April 2015 wird mit dem Baustellenbetrieb begonnen, die Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende November 2015 andauern.
Auf Basis dieser beispielhaften Instandsetzung wird die Stadt Nürnberg mit externen Fachleuten ein Instandsetzungskonzept mit genauer Kostenermittlung für die gesamte Anlage erarbeiten. Bisher gibt es lediglich eine grobe Kostenannahme aus dem Jahr 2009 mit Kosten in Höhe von 60 bis 75 Millionen Euro. Aufgrund der Bedeutung der Anlage als historisches Erbe von nationaler Dimension, erhofft sich die Stadt Nürnberg eine beträchtliche finanzielle Unterstützung durch die Fördergeber Bund und Land.

Bröckelnde Fassade Zeppelintribüne

Mit der Sicherung der architektonischen Zeugnisse der ehemaligen NS-Reichsparteitage verbindet die Kommune das Ziel, das historische Areal als authentischen Lernort zu bewahren. Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly erklärt dazu: "Der Erhalt des Zeppelinfelds und seiner Bauten ist aufwändig und ein komplexes Unterfangen. Es geht nicht um eine Restaurierung oder gar eine Rekonstruktion, sondern um eine langfristige Sicherung des Status quo, der auch nachfolgenden Generationen die Möglichkeit zur eigenen Auseinandersetzung lässt. Die Geschichte soll hier erfahrbar und begehbar gemacht werden. Die Stadt Nürnberg stellt sich dieser Aufgabe auch im Wissen darum, dass es sich um ein nationales Erbe handelt."
In der städtischen Broschüre "Lernort Zeppelinfeld – Projekt zum Erhalt eines besonderen nationalen Erbes" sind alle Fakten und Hintergründe zu dem Instandsetzungsvorhaben ausführlich dargestellt.

Zeppelinfeld, Aufnahme November 2009

Mehr zur Thema

Broschüre "Lernort Zeppelinfeld"

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