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Nürnberger Demografieforum – Altenhilfe digital

„Die Digitalisierungs-Euphorie ist bei manchen schier grenzenlos, doch wir wollen in Nürnberg pragmatisch damit umgehen“, sagte Sozialreferent Reiner Prölß in seiner Begrüßung. „Es gibt momentan noch viel mehr Fragen als Antworten bei dem Thema.

Ich betrachte daher das Demografieforum als notwendige Form der Beteiligung der Akteure in einem gemeinsamen, kommunalen Findungsprozess.“

Im Hauptvortrag stellte Cordula Endter vom Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) den Achten Altersbericht der Bundesregierung „Ältere Menschen und Digitalisierung“ vor. Dabei konnten die Informationen aktueller und frischer nicht sein, denn der Altersbericht wird erst Ende November fertiggestellt. „Digitalisierung kann die Potenziale des Alterns verändern – aber noch wissen wir nicht viel“, lautete eine der neun Thesen Endters.

Stadt Nürnberg Referat für Jugend, Familie & Soziales Seniorenamt Cordula Endter (DZA) beim 6. Nürnberger Demografieforum 12.11.2019 Foto: Giulia Iannicelli/Stadt Nürnberg

Zwar sei schon viel Geld in die Entwicklung digitaler Technik für Ältere geflossen, doch Verbreitung und Nutzung hinken hinterher. Viele digitale Technologien passen noch nicht zur Lebenswirklichkeit älterer Menschen. Auch könne Digitalisierung die soziale Ungleichheit weiter verschärfen, wenn bestimmte Personengruppen systematisch ausgeschlossen bleiben.

Foto vom Smartphonefokus auf Referenten beim Demografieforum 2019

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Stadt Nürnberg Referat für Jugend, Familie & Soziales Seniorenamt 6. Nürnberger Demografieforum 12.11.2019 Foto: Giulia Iannicelli/Stadt Nürnberg

„Gibt es überhaupt ein Recht auf ein Leben ohne Internet?“, lautete eine provokante Frage. Andererseits könne Digitalisierung – richtig umgesetzt – gegen soziale Ungleichheiten und für mehr Teilhabe wirksam sein. Endter betonte deshalb die Notwendigkeit einer breiten gesellschaftlichen Debatte über „Alter und Digitalisierung“ und zeigte sich erfreut über die Tagung in Nürnberg, die sie als vorbildgebend für die Intention des Achten Altersbericht der Bundesregierung bezeichnete.

In drei Arbeitsgruppen diskutierten die anwesenden Fachleute mögliche Auswirkungen der Digitalisierung auf die Pflege, bezüglich der Teilhabe und für die Quartiersarbeit. Dabei ging es jeweils auch darum, die Erwartungen an die Kommune zu konkretisieren und Zukunftsszenarien für Nürnberg zu entwerfen.

„Mit der Veranstaltung haben wir einen ersten und wichtigen Schritt gemacht,“ resümiert Seniorenamtsleiter Dieter Rosner.

„Weitere werden folgen. Wir werden uns nun vor allem mit dem Thema digitale Vernetzung im Quartier intensiver beschäftigen.“

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