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Grünanlagenbericht 2015 bis 2020

Die Tullnau Terrassen waren früher Teil eines Ausflugslokals

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Die Tullnau-Anlage, entstanden 1921 bis 1926, ist seit ihrer denkmalgerechte Sanierung seit Dezember 2019 wieder in vollem Umfang zugänglich. Zahlreiche Sponsoren hatten das Sanierungsprojekt breit unterstützt.

Neue Nutzungsanforderungen

Zehn Prozent des Stadtgebiets entfallen auf Erholungs- und Wasserflächen. Insgesamt stehen Grünflächen von 5,5 Mio. Quadratmetern zur Verfügung, die sich wiederum in 334 öffentliche Grünanlagen gliedern. Diese sind Bestandteil der "grünen Infrastruktur" der Stadt Nürnberg.

Der Grünanlagenbericht zeigt auf, dass den Grünflächen im Zeichen des Klimawandels mit zunehmenden Trockenzeiten und urbanen Hitzeeffekten eine immer größere ökologische und klimatische Bedeutung zukommt. Gerade die Corona-Krise hat die essentielle Funktion von Grünflächen eindrucksvoll bewiesen.
Die Ansprüche an die Nutzung städtischer Grünanlagen wandeln sich. Stand früher der Erholungsaspekt im Vordergrund, wie es § 9 Abs. 1 des Baugesetzbuches von 1987 definiert, sind in den letzten Jahren zahlreiche Anforderungen an ein umfassendes öffentliches Freizeit-, Veranstaltungs- und Sportangebot an die Adresse der Kommune formuliert worden.

Immer häufiger werden städtische Grünflächen zum "Feiern" mit hohem Personenaufkommen genutzt. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach immer mehr Sportangeboten mit Gerätebedarf wie zum Beispiel Calisthenics, Parcourseinrichtungen, Slacklining, "Dauerwelle" in der Pegnitz. Hintergrund ist das stark veränderte Freizeitverhalten der Stadtgesellschaft. Negative Begleiterscheinungen sind dabei wachsende Müllberge aufgrund des "To-Go"-Gastro-Trends mit immer mehr Umverpackungen und der schonungslose Umgang Einzelner mit dem öffentlichen Stadtmobiliar. Diese Entwicklung wird in vielen Städten bundesweit konstatiert.

Vor diesem Hintergrund erfolgt die Priorisierung und Aufstellung eines übergreifenden strategischen Rahmenplans Grün, der einen mittel- und langfristigen Um- und Ausbau von Grünanlagen unter Ausnutzung von Synergien mit anderen Planungs- und Bauvorhaben der Stadt Nürnberg sichert.

Als Dreh- und Angelpunkt zur Akzeptanz haben sich die unterschiedlichen Formate der Öffentlichkeitsbeteiligung erwiesen.

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Viele Bürgerinnen und Bürger folgen gerne den Sör-Einladungen zu verschiedenen Formaten der Bürgerbeteiligung und bringen engagiert ihre Ideen und Anregungen ein.

Neue Beteiligungsformate für die Bürgerschaft

Als Dreh- und Angelpunkt zur Akzeptanz von Neuplanungen und Sanierungsvorhaben bei städtischen Grünanlagen haben sich die unterschiedlichen Formate der Öffentlichkeitsbeteiligung erwiesen.

Neben klassische Modulen des Bürgerdialogs wie gemeinsame Spaziergänge, Workshops, Präsentationen, dem 'World-Cafe'-Verfahren, das in einem rolierenden System die Nutzungsgewohnheiten, Wünsche und Ideen der interessierten Bürgerschaft abfragt, sind seit 2015 auch Online-Formate bei einigen Sanierungsvorhaben wie dem Kontumazgarten, Jamnitzer Platz und Nägeleinsplatz getreten, die es Anwohnerinnen und Anwohnern ermöglichen, ihre Anregungen von zu Hause per PC einzubringen und sämtliche Projektunterlagen wie Fotodokumentationen, Pläne und Animationen auf einen Blick vorab bequem online einzusehen.

Ein zentraler Schritt im Verfahrensablauf bei Bürgerdialogverfahren ist es, die Vorüberlegungen sämtlicher städtischen Dienststellen vor einem Sanierungsprojekt transparent darzulegen, die notwendigen administrativen Abläufe innerhalb der Stadtverwaltung über die Zeit des Bürgerbeteiligungsverfahrens hinweg verständlich zu kommunizieren und sämtliche Veranstaltungen im Internet und später in Form einer Print-Version sorgfältig zu dokumentieren, um damit zu unterstreichen, dass in dieses strukturierte Beteiligungsverfahren sämtliche Beiträge einbezogen werden.

Zum Gedenken an homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus ist am Sterntor ein Gedenkhain entstanden.

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Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg hat für rund 100 000 Euro die Grünanlage am Sterntor neben dem Magnus-Hirschfeld-Platz als Gedenkstätte für homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus aufgewertet. Die 500 Quadratmeter große Fläche liegt zwischen der Frauentormauer und der Stadtmauer. Die Namensgebung verweist auf den aus einer jüdischen Familie stammenden deutschen Nervenarzt und Sexualwissenschaftler Dr. Magnus Hirschfeld, dessen Institutsbibliothek, Büste und die von ihm verfassten Bücher während der Bücherverbrennung in Berlin vernichtet worden waren.

Ausblick

Zuletzt sind die Grünanlagen Magnus-Hirschfeld-Platz (2020), der Tullnaupark (2019), der Kontumazgarten (2018), der Colleggarten (2016) und Veit-Stoß-Platz (2015) neben vielen anderen Projekten fertiggestellt worden. Der Quellepark wird noch heuer eingeweiht.
Es folgen im Herbst der Platz der Opfer des Faschismus sowie in 2021 die Neubleiche sowie die Hesperidengärten.

Sör wird das urbane Grün weiterhin systematisch erneuern und ausbauen und somit das grüne Infrastrukturvermögen der Stadt Nürnberg für kommende Generationen bewahren und zukunftsfit erhalten.

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