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Wildgänse am Wöhrder See

Wöhrder See

An den Ufern des Wöhrder Sees gibt es Grau- und Kanadagänse in unnatürlich großer Zahl. Das führt zu unterschiedlichen Problemen. Die Nürnbergerinnen und Nürnbergern können die Fläche nur eingeschränkt zur Erholung nutzen. Der Kontakt mit Gänsekot kann auch zu Infektionen führen und das Wasser wird stark verschmutzt. Deswegen hat die sogenannte „Gänse-Task Force", bestehend aus dem Servicebetrieb Öffentlicher Raum, dem Ordnungsamt und dem Umweltamt, Gänse zur Jagd freigegeben.

Was wird noch unternommen, um die Gänse zu vertreiben?

Gemeinsam mit dem Bund Naturschutz versucht die Stadt bereits seit 2014 Unterschiedliches gegen die Gänse. Gänse lieben offene Flächen wie den Strand oder die angrenzenden Wiesen. Indem SÖR Stauden pflanzte und andere Sichtbarrieren aufstellte, sollten sich Gänse hier nicht mehr sicher fühlen und fern bleiben.
Zudem wurde den Gänsen der Zugang zum Strand durch Baumstämme und Abgrenzungen ins Wasser erschwert.
Die Maßnahmen waren zwar anfänglich erfolgreich. Bereits im folgenden Frühjahr waren die Gänse leider wieder da.

Können die Gänse nicht dazu bewegt werden, sich anderswo anzusiedeln?

Die Tiere sind intelligent und bemerken sehr schnell, dass von Menschen, beweglichen Vogelscheuchen oder akustischen Signalen, wie zum Beispiel Schreckschüssen, keine Gefahr droht. Es besteht für die Gänse also keine Veranlassung, die den Menschen zugedachten Erholungsflächen rund um den Unteren Wöhrder See zu verlassen. Dennoch versucht die Stadt weiterhin, die Gänsepopulation dazu zu bewegen, sich auf den eigens dafür hergerichteten Flächen am Oberen Wöhrder See niederzulassen.

Warum darf ich die Gänse nicht füttern?

Leider liegt hier einer der Hauptgründe dafür, dass die Gänsepopulation so stark angewachsen ist.
Eine größere Gänsepopulation bedeutet mehr Verunreinigung in dem gerade neugestalteten Schwimmbereich an der Norikusbucht - nicht nur durch Gänsekot, sondern auch durch Überreste des Futters. Das lässt Pflanzen und Algen wachsen. Jedes Brotstück, das von den Gänsen nicht gefressen wird und auf den Grund des Sees sinkt, beschleunigt das noch.

Kanadagans am Wöhrder See

Gehören die Gänse nicht zum Naturerlebnis am Wöhrder See?

Natürlich ist das Verhalten der Kanadagänse auf keinen Fall mehr zu nennen.
Durch das Anfüttern der Gänse haben wir aus einem ursprünglichen Kulturflüchter einen Kulturfolger gemacht. Mit allen Konsequenzen, die dazu gehören. In natürlicher Umgebung flüchten die Gänse, wenn man sich ihnen auf rund 25 Meter nähert. An der Norikusbucht ist dieser Fluchtinstinkt nahezu nicht mehr vorhanden, die Tiere nähern sich dem Menschen auf kurze Entfernungen.
Bei den Grünanlagen rund um den Wöhrder See handelt es sich um eine geplante, künstliche Anlage. Selbst der Wöhrder See ist in den 1970er Jahren von Menschenhand geschaffen worden. Der Untere Wöhrder See ist ein grünes Naherholungsgebiet. Der Obere Wöhrder See hat eher den natürlichen Charakter eines Auwaldgebiets.

Was bedeutet die Gänsejagd in Nürnberg?

Gänse gehören in Deutschland zu den Tieren, die bejagt werden. Damit unterscheiden sie sich nicht vom Wildschwein, Hasen, Reh oder anderen Tieren. Die Stadt gibt dabei vor, dass nur ein bis drei Gänse pro Jagdgang geschossen werden dürfen. Die geschossenen Gänse sind Eigentum des Jagdpächters und werden gegessen. Die in Bayern geltende Jagdzeit für Kanadagänse beginnt am 1. August und endet am 15. Januar. Außerhalb dieser Jagdzeit ist die Kanadagans zu schonen.

Bejagung von Wildgänsen am Unteren Wöhrder See

Am Samstag, 18. August 2018 wurden in den frühen Morgenstunden in der
Grünanlage an der Norikusbucht und am Sandstrand des
Unteren Wöhrder Sees mehrere Kanada- und Graugänse
geschossen. Ziel der Bejagung ist eine Vergrämung der Wildgänse von den
Freizeitflächen am Unteren Wöhrder See.

Was können Sie tun?

  1. Bitte nicht füttern! Das Füttern lockt mehr Tiere an, als sich naturgemäß am See aufhalten würden. Füttern mit Brot schadet den Tieren, ihnen fehlen Mineralien und Vitamine.
  2. Bitte nichts liegen lassen! Essensreste und Müll ziehen Ratten an. Im Wasser sinken Futterreste auf den Grund, dort werden sie unter Verbrauch von Sauerstoff zersetzt, was die Wasserqualität schädigt.

Hintergrundinfos Kanada- und Graugänse

Am Wöhrder See gibt es vor allem Kanada- und Graugänse. Die Kanadagans kommt ursprünglich aus Nordamerika. Sie ist eine sogenannte gebietsfremde Tierart und noch nicht lange in Nürnberg heimisch. Sie hat hier keine natürlichen Fressfeinde. Die guten klimatische Bedingungen und das vielfältige Nahrungsangebot – da gehört auch das ausdrücklich verbotene Füttern der Tiere dazu - bieten den Gänsen einen zusätzlichen Anreiz, die Grünanlagen in Nürnberg aufzusuchen.
Selten kommen sie hierher zum Brüten. Gänse sind Zugvögel, die sehr weite Entfernungen zurücklegen können. Schnell verbringen sie den Vormittag am Wöhrder See in Nürnberg und den Nachmittag im Englischen Garten in München, um Nahrung aufzunehmen.

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Bitte nicht füttern!
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