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Straßenbaumbericht 2019

Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (SÖR) hat den Straßenbaumbericht 2019 veröffentlicht. Darin wird ersichtlich, dass der Klimawandel auch an Nürnbergs Straßenbäumen nicht spurlos vorübergeht. Deshalb wurden die Bewässerung und Pflege der Straßenbäume verstärkt. 2019 wurden 200 Bäume neu- und 184 ersatzweise gepflanzt. Mit 351 gefällten Bäumen an Einzelstandorten wurde allerdings auch ein neuer Höchststand erreicht. Die gestiegene Zahl an Baumfällungen ist in erster Linie auf die extrem trockenen Sommer der Jahre 2015 und 2018 zurückzuführen. Darüber hinaus hat auch der Schädlingsbefall stark zugenommen. So wurde die Population des Eichenprozessionsspinners durch milde Winter und warme, trockene Frühjahre begünstigt.

Pflanzungen vs Fällungen

Vor diesem Hintergrund ist das positive Bilanzergebnis von 33 Bäumen ein gutes Ergebnis, da mit deutlich höheren Ausfallraten im Jahr 2019 gerechnet werden musste. So aber konnte der Bestand an Einzelbäumen gehalten beziehungsweise leicht verbessert werden.

Gegenüberstellung Baumfällungen Baumneupflanzungen

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Gegenüberstellung von Baumfällungen und Baumpflanzungen in den Jahren von 2007 bis 2019.

Veränderungen durch den Klimawandel, Trends und neue Wege

Die geringen Niederschläge der letzten Jahre bewirkten im Altbaumbestand erhebliche Ausfälle. In hohem Maße waren Birken und Kiefern betroffen. In der Bilanz lässt sich mittlerweile ein Schädigungsumfang von rund zehn Prozent des Straßenbaumbestands feststellen, der im ungünstigsten Fall zu einem weiteren Absterben der Bäume in den nächsten Jahren führen kann. Weitere extreme Trockenperioden und der Anstieg der Durchschnittstemperaturen werden diese Negativentwicklung verstärken.

Regelmäßige Wasserversorgung

Die Arbeit von SÖR hat das Ziel, die Bäume und ihre Vitalität für die Zukunft zu sichern. Die heutige Pflege entscheidet darüber, wie der Baumbestand in 50 Jahren aussieht. Notwendig sind eine vorausschauende Planung, regelmäßige Wasserversorgung sowie Schnitt- und Düngemaßnahmen, damit die Bäume eine klimawirksame Größe und ein hohes Lebensalter erreichen.

Wässerfahrzeug

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Wässerfahrzeug im Einsatz in der Nürnberger Südstadt.

Kronenerziehungsschnitte und Jungbaumpflege

Für eine nachhaltige Entwicklung junger Straßenbäume ist eine regelmäßige, alle zwei bis drei Jahre durchzuführende Kronenpflege mit Kronenerziehungsschnitten und sogenannten Stammaufastungen, die der Verbesserung der Holzqualität dienen, nötig. Dieses Konzept zur Jungbaumpflege soll die Entwicklung der Nürnberger Straßenbäume nachhaltig voranbringen.

Baumschnitt

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Baumpflegearbeiten am Petra-Kelly-Platz in Gostenhof.

Kübelbäume - Mobiles Grün

Mittlerweile gehören mobile Bäume zum festen Bestandteil des Stadtbilds. Vor allem innerhalb des mittleren Rings findet man die Kübelbäume an Standorten, die aufgrund von bestehenden Leitungen, U- Bahn-Schächten und anderem keine erdgebundenen Baumstandorte zulassen. 2019 wurden weitere 34 Baumstandorte mit mobilen Bäumen geschaffen, von denen 20 Japanische Kirschbäume in der Wölckernstraße wohl die auffälligste Wirkung haben dürften.

Kirschblüte am Petra-Kelly-Platz

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Sehen schön aus und beruhigen den Verkehr: Sechs Japanische Kirschbäume am Petra-Kelly-Platz haben für weniger Durchgangsverkehr und mehr Grün in Gostenhof gesorgt.

Großbaumverpflanzungen

Weiterhin hat SÖR bei einem Pilotprojekt in der Nordstadt erste Erfahrungen mit einer beschleunigten Nachpflanzung von gefällten Bäumen gewinnen können. An neun Standorten erfolgte eine zügige Nachpflanzung von abgestorbenen Bäumen binnen weniger Monate. Auch Großbaumverpflanzungen, bei denen Altbäume an neue Standorte verpflanzt werden, haben sich bewährt und werden zukünftig fortgeführt.

Großbaumverpflanzung

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Ein ehemaliger Straßenbaum findet einen neuen Standort im Cramer-Klett-Park.

Neu- und Ersatzpflanzungen 2020

Insgesamt sind für das Jahr 2020 rund 226 Straßenbaum-Neupflanzungen und rund 160 Straßenbaum-Ersatzpflanzungen vorgesehen.

Bürgerschaftliches Engagement

Erfreulich ist das nach wie vor hohe Engagement der Bürgerinnen und Bürger für Nürnbergs Bäume. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich bei den Baumpatenschaften ein Zuwachs von 55 Paten und 87 Bäumen. Dadurch konnten die aufgegebenen Patenschaften mehr als ausgeglichen werden. Die Zahlen der Baumpatinnen und Baumpaten und insbesondere die Anzahl der neu abgeschlossenen Baumpatenschaften erreichte 2019 den höchsten Stand seit Einführung der Baumpatenschaften.

Wässerpatenschaften

Neu im Angebot sind die Wässerpatenschaften. Im Jahr 2019 hat SÖR gemeinsam mit der N-Ergie das Pilotprojekt „Wässerpatenschaften“ ins Leben gerufen. Die Wässerpaten gießen einen oder mehrere Bäume einmal und bei besonders großer Hitzebelastung zweimal wöchentlich mit jeweils rund 200 Litern Wasser. 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekamen das nötige Equipment und eine Unterweisung, um an den städtischen Hydranten Wasser für die Baumwässerungen zu entnehmen.

Baumspenden

2019 waren weiterhin Baumspendeneingänge zu verzeichnen. Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen haben ein verstärktes Interesse an der Pflanzung von Bäumen im gesamten Stadtgebiet. Mit den Spenden wurden insgesamt 18 Bäume gepflanzt.

Anstieg der Kosten

Die Aufwendungen für den Unterhalt von Straßenbäumen sind 2019 gegenüber dem vorangegangenen Jahr um mehr als ein Drittel gestiegen. Lagen die Kosten im Jahr 2018 noch bei 1 445 443 Euro, so sind sie im Jahr 2019 auf 1 971 608 Euro angewachsen. Dieser Trend wird sich wohl auch in den nächsten Jahren nicht umkehren, da sich der Klimawandel in absehbarer Zeit kaum stoppen lässt.

Mehr Trockenheit und weniger Niederschläge

Bürgermeister Christian Vogel sagt hierzu: „Mehr Trockenheit und weniger Niederschläge bedeuten, dass mehr Aufwand für den Fortbestand und das Wachstum von Nürnbergs Baumbestand betrieben werden muss. „SÖR wird den eingeschlagenen Weg konsequent weiterverfolgen, damit Bäume in Nürnberg auch weiterhin eine Zukunft haben: ein anstrengender, aber notwendiger Weg. Denn nur mit einer ausreichenden Zahl gesunder Bäume lässt sich in Zukunft ein lebenswertes Stadtklima erhalten.“

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