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Kommunales Arbeitsprogramm gegen Kinder- und Jugendarmut – Soziale Integration und Teilhabe ermöglichen

Kinder und Jugendliche sind auch in Nürnberg trotz positiver Entwicklungen in den letzten Jahren nach wie vor überdurchschnittlich oft von Armutslagen betroffen und beziehen häufiger SGB II–Leistungen als Erwachsene. Nach zehn Jahren wurde das Arbeitsprogramm gegen Kinderarmut im Jahr 2018 zu einem Arbeitsprogramm gegen Kinder- und Jugendarmut weiterentwickelt.

Motto und Zielsetzung

Kinder- und Jugendarmut bedeutet nicht nur materielle Knappheit, sondern oft auch fehlende Bildungschancen, schlechte Berufsperspektiven, schlechterer Gesundheitszustand, weniger kulturelle Teilhabe, weniger Bewegung, weniger soziale Kontakte und Netzwerke.

Die Ziele des Arbeitsprogramm sind:

  • soziale Integration fördern,
  • Teilhabe ermöglichen und
  • Bildungs- und Chancengerechtigkeit schaffen.

Inhalte

  • Im Arbeitsprogramm werden Projekte und Maßnahmen zur Armutsbekämpfung und -prävention in verschiedenen Lebenslagen gebündelt.
  • Sowohl Angebote in den kommunalen Regelstrukturen (insbesondere die der Kinder- und Jugendhilfe) als auch zusätzliche Aktivitäten – welche wir als Kommune planen, initiieren, selbst durchführen oder von externen Partnern in unserem Auftrag durchführen lassen – sollen Bestandteil des Arbeitsprogramms sein.
  • Das kommunale Arbeitsprogramm gegen Kinder- und Jugendarmut unterscheidet neun Handlungsfelder.
  • Innerhalb der Handlungsfelder werden „Leit- bzw. Schwerpunktaktivitäten“ benannt, denen in einem ersten Schritt besondere Aufmerksamkeit zukommen soll.
  • Im Vordergrund steht eine Stärkung der Angebote in Regelstrukturen. Ergänzt werden diese Aktivitäten durch viele oft schon seit Jahren bewährte Angebote.

Die neun Handlungsfelder im "Arbeitsprogramm gegen Kinder- und Jugendarmut"

Eltern Wege in Ausbildung und Arbeit eröffnen

Die Erwerbssituation von Eltern bestimmt die Armutsgefährdung von Familien und damit von Kindern maßgeblich. Um Kinder und Jugendliche vor Armutsgefährdung zu bewahren, ist es wichtig, die Eltern dabei zu unterstützen, in Ausbildung und Arbeit zu kommen. Dazu gehört unter anderem die Kita-Ausbauplanung und der Ausbau von Angeboten zur Förderung der beruflichen Integration.

Familien beim Erziehungsauftrag begleiten

Familien, die auf Grund der Bewältigung von Armutsfolgen in Alltags- und Erziehungsfragen Hilfe brauchen oder am Rande der Erschöpfung stehen, brauchen besondere Unterstützung, z. B. durch eine weitere Stärkung von Patenschaftsmodellen oder den Ausbau von alltagsnahen Beratungs- und Elternbildungsangeboten.

Familien in Krisensituationen auffangen

Unvorhergesehene Krisen wie Krankheiten, Unfälle, Trennungen/ Scheidungen etc. können Familien schnell in Notlagen werfen. In diesem Handlungsfeld sollen Aktivitäten gebündelt werden, die Familien in solchen Krisen unterstützen (z. B. Angebot für psychisch kranke Eltern oder sozialpädagogisch begleitete Peer-Beratung benachteiligter Eltern).

Gesundes Aufwachsen ermöglichen

Durch die Festigung und die partizipative Weiterentwicklung der Angebote zur Gesundheitsförderung und Gesundheitsbildung in Kindertageseinrichtungen sowie Treffpunkten für Kinder und Jugendliche im Stadtteil wird ein wichtiger Beitrag für das gesunde Aufwachsen junger Menschen geleistet.

Soziale und kulturelle Teilhabe junger Menschen sichern

Armut erhöht das Risiko, für Benachteiligungen in sozialer und kultureller Teilhabe. Bewährte Teilhabeangebote wie "KulturRucksack", "MUBIKIN – Musikalische Bildung für Kinder und Jugendliche", "Hinein in den Sportverein" und viele anderesollen gestärkt und soweit möglich ausgebaut werden. Dazu gehört auch die Verbesserung und Vereinfachung von Zugangswege zu Angeboten.

Bildungswege junger Menschen begleiten

Bildungsteilhabe erhöht die Chance, Armutsrisiken zu verringern. Hier gilt es frühzeitig anzusetzen. Dazu gehört die Verstetigung und Weiterentwicklung des seit 2007 bestehenden Maßnahmenpakets zur qualitativen Weiterentwicklung der Bildung, Betreuung und Erziehung in Kindertageseinrichtungen bspw. in Form zusätzlicher Personal- und Projektmittelausstattung für Kindertageseinrichtungen in sozial besonders belasteten Stadtteilen, den Ausbau und die Absicherung der Hortkooperationsklassen, die Unterstützung beim Übergang Kindergarten in die Schule und der weitere Ausbau der Jugendsozialarbeit an Schulen.

Übergänge zwischen Schule, Ausbildung und Beruf unterstützen

Am Übergang zwischen Schule, Ausbildung und Beruf finden wichtige Weichenstellungen für den Eintritt in den Arbeitsmarkt und somit auch für die Vermeidung von (Einkommens-)Armut statt. Beispiele für Maßnahmen, die hier ansetzen sind die Fortführung des ESF-Modellprogramms "Jugend stärken im Quartier" in Kooperation von NOA und Jugendamt, der Aufbau der Jugendberufsagentur sowie einer Produktionsschule.

Chancen im Stadtteil eröffnen

Armut und Armutsfolgen werden vor allem im Stadtteil sichtbar. Entsprechend viele Angebote und Aktivitäten des Arbeitsprogramms gegen Kinder- und Jugendarmut verfolgen einen sozialraumorientierten Ansatz. Hier soll es aber nicht um eine bloße Addition vieler Einzelmaßnahmen gehen. Es geht darum, förderliche Strukturen für Sozialräume, wie z.B. der Ausbau von Lern- und Bildungslandschaften, zu benennen.

Durch mehr Wissen besser handeln

Eine Sensibilisierung zu Armut und Armutsfolgen ist eine Daueraufgabe. Zu nennen sind hier sowohl die Öffentlichkeit, die professionelle und/ oder ehrenamtliche Fachöffentlichkeit sowie Politik und Verwaltung. Städtische Armutskonferenzen, Fachtage, Pressearbeit, Ausschussberichte oder auch Fortbildungsveranstaltungen sind hier zu nennen.


"Armut raus aus meinem Haus!" Ein Film zum Thema (Kinder-)Armut

Kinder nehmen Armutsprobleme sehr vielseitig wahr. Das wurde durch das Mitwirken vieler Kinder am Film "Armut raus aus meinem Haus!" deutlich. Hier finden Sie Informationen, wie dieser Film entstanden ist. Das Ergebnis zum Anschauen finden Sie unten.


Kontaktadressen

Amt für Existenzsicherung und soziale Integration – Sozialamt

Stab Armutsprävention und Inklusion


Beate Barthmann

Ansprechpartnerin für allgemeine Informationen zum Arbeitsprogramm, Maßnahmen, Projekte und Vernetzungen


Telefon: 09 11 / 2 31-33 72

Zur verschlüsselten Übertragung Ihrer Nachricht:

Kontaktformular:
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Amt für Kinder, Jugendliche und Familien – Jugendamt

Jugendhilfeplanung


Mario Gottwald

Ansprechpartner für Maßnahmen und Projekte der Kinder- und Jugendhilfe im Rahmen des Arbeitsprogramms


Telefon: 09 11 / 2 31-28 54

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