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20. Juli bis 16. September 2017: Auf dem Weg zum Wirtschaftswunder - Nürnberg in Fotografien 1945-1960

Die Bombenangriffe während des Zweiten Weltkriegs hatten in Nürnberg eine einzige Trümmerwüste hinterlassen: 91 Prozent aller Gebäude hatten Kriegsschäden erlitten, fast 40 Prozent der Bausubstanz war vernichtet und rund die Hälfte des einst vorhanden Wohnraums war ausgelöscht worden. Von der historischen Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen und Plätzen, den mittelalterlichen Kirchen und Bürgerhäusern war kaum mehr etwas wiederzuerkennen. Dennoch schafften es die Menschen, sich in den Ruinen einzurichten. Aus notdürftig zusammengezimmerten Holzbuden wurden Läden und in den Trümmerresten richtete man Wohnungen ein. Mit dem Architekturwettbewerb über den Wiederaufbau der Altstadt und der Deutschen Bauausstellung wurden bald nach Kriegsende die Weichen für den Wiederaufbau gestellt. Dabei gelang es, die unverwechselbare Physiognomie Nürnbergs mit den Erfordernissen einer modernen Großstadt in Einklang zu bringen.

Stadtarchiv Nürnberg A 55 Nr. VII-41-2-2

Die Verbindungstreppe zwischen Weinmarkt, Albrecht-Dürer-Straße und Füll. Foto Hochbauamt, vermutlich 1946/47. (Stadtarchiv Nürnberg A 55 Nr. VII-41-21)

So sind die Wahrzeichen Burg und Stadtbefestigung, ebenso wie die Kirchenbauten oder bedeutende öffentliche Gebäude aus reichsstädtischer Zeit wiedererstanden, während an anderer Stelle mit dem neuen Pellerhaus am Egidienberg, der Bayerischen Staatsbank am Lorenzer Platz oder dem Plärrer-Hochhaus wegweisende moderne Architektur entstanden ist. Im Bereich vom Laufertorgraben bis zum Königstorgraben wurden die für die 1950er Jahre typischen Versicherungs- und Bürohäuser mit ihren Rasterfassaden hochgezogen. In den Vorstädten, aber auch in der Innenstadt war die Schaffung von Wohnraum eine vordringliche Aufgabe. Hinzu kamen die Einrichtung und der Ausbau von Schulen und Kulturinstitutionen.

Stadtarchiv Nürnberg A 55 Nr. I-13-6-4

Das Gebäude am Hauptmarkt 16 wurde 1957/58 als modernes Büro- und Geschäftshaus errichtet. Foto Hochbauamt, 1958. (Stadtarchiv Nürnberg A 55 Nr. I-13-6-4)

Die für diese Ausstellung größtenteils erstmals zusammengestellten Fotografien machen das Nebeneinander von Tradition und Moderne sowie das mit dem Wirtschaftsaufschwung rasch einhergehende neue Lebensgefühl und den Alltag der Stadtbevölkerung, deutlich. Entstanden sind sie im Auftrag der städtischen Bauverwaltung, die seit den späten 1890er Jahren eigene Aufnahmen zur Dokumentation des kommunalen Baugeschehens veranlasste.

Stadtarchiv Nürnberg A 55 Nr. III-28-5-6

1959 entstand mit den Bauten von Theo Kief auf dem Schlachthofgelände ein Glanzpunkt sachlich-moderner Architektur. Foto Hochbauamt, September 1959. (Stadtarchiv Nürnberg A 55 Nr. III-28-5-6)

Stadtarchiv Nürnberg A 39/III Nr. Fi-A-32

Notwohnung in der Hausruine Augustinerstraße 17. Foto Hochbauamt, 6.9.1948. (Stadtarchiv Nürnberg A 39/III Nr. Fi-A-32)

Stadtarchiv Nürnberg A 39 Nr. FiVer-F-018

1950 war das Ruinenfeld der nordöstlichen Altstadt, die „Sebalder Steppe“, Drehort für das US-amerikanische Kriegsdrama „Entscheidung vor Morgengrauen. Foto Hochbauamt, Oktober 1950. (Stadtarchiv Nürnberg A 39/III Nr. FiVer-F-018)

A 40 Nr. L-F3-23

Wiederherstellung des Gebäudekomplexes Heilig-Geist-Spital am Hans-Sachs-Platz.
Foto Hochbauamt, Juli 1955. (StadtAN A 40 Nr. L-F3-23)

Stadtarchiv Nürnberg A 55 Nr. III-4-18-4

Die Gebäude Marientorgraben 11 und 13 mit ihren für die 1950er Jahre typischen Rasterfassaden. Foto Hochbauamt, Juli 1956. (Stadtarchiv Nürnberg A 55 Nr. III-4-18-4)

Stadtarchiv Nürnberg A 39/III Nr. Fi-P-367

Ein Schupo regelt den Autoverkehr am Plärrer. Im Hintergrund das Plärrer-Hochhaus, damals eine städtebauliche Sensation. Foto Hochbauamt: Munker, 20.5.1953. (Stadtarchiv Nürnberg A 39/III Nr. Fi-P-367)

Weitere Informationen

Ausstellung vom 20. Juli bis 16. September 2017 im Handwerkerhof am Königstor

Achtung:
Neue Öffnungszeiten:
Mo - So 10.00 - 18.00 Uhr


Eintritt frei

Faltblatt zur Ausstellung

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