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Der Fotokalender 2022 ist da: Jugendstil in Nürnberg

Kurz nach der Jahrhundertwende um 1900 hatten auch die Nürnberger Architekten und Kunsthandwerker die neue Formensprache aufgegriffen. Wichtige Impulse gingen von den Meisterkursen des Bayerischen Gewerbemuseums aus, die unter der Leitung renommierter Architekten wie Peter Behrens (1868–1940) und Richard Riemerschmid (1868–1957) standen, sowie von der Bayerischen Landesausstellung im Jahr 1906.

Wohnhaus Laufertorgraben 2

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Wohnhaus Laufertorgraben 2.

Eines der ersten und auch schönsten Jugendstilgebäude in der Stadt war das 1901/02 errichtete Ladenlokal des Juweliers Merklein in der Kaiserstraße 30, das allerdings nicht mehr existiert. In der Altstadt lassen sich sonst nur vereinzelt Jugendstilbauten finden. Eine Besonderheit stellt dabei das Wohnhaus in der Luitpoldstraße 14 dar, mit seinem ungewöhnlichen und fast exzentrisch wirkenden Dekor. Überwiegend findet man die Jugendstilarchitektur in den Vierteln außerhalb der Stadtmauer. Vor allem im Stadtteil Gärten hinter der Veste und im stadtmauernahen Bereich des Prinzregentenufers mit seinen Nebenstraßen entstanden vor dem Ersten Weltkrieg herrschaftliche Wohnensembles, an deren Fassaden sich die ornamentale Vielfalt dieser Stilrichtung ablesen lässt. Auch in der Südstadt entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts Mietshäuser mit Jugendstilfassaden, die allerdings nicht die üppigen, floralen Formen zeigen, sondern meist schlichte, auf einzelne Elemente wie Fensterbrüstungen und Erker beschränkte Dekorationen.

Ehemaliges Foyer im Opernhaus

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Ehemaliges Foyer im Opernhaus am Richard-Wagner-Platz. Foto Hochbauamt: Karl Kolb, 1934 (StadtAN A 38 Nr. F-38-5)

Auf dem Sektor des öffentlichen Bauens ragen die Schulhäuser heraus. Ein besonders schönes Beispiel ist die Bismarckschule, die aufgrund ihrer Größe und des exponierten Uhrenturms auch als Schulpalast bezeichnet wird. Weitere Großprojekte waren das Volksbad am Plärrer und der mächtige Saalbau des Industrie- und Kulturvereins, der im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. An Innenausstattungen waren die des Opernhauses, der Wartesaal im Hauptbahnhof von Bruno Paul (1874–1968) und die Räumlichkeiten im Steiner Schloss bemerkenswert.

Fassadendetail

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Fassadendetail Rohledererstraße 19. Foto Stadtarchiv Nürnberg: Fabian Bujnoch, 2016 (StadtAN A 96 Nr. 3884)

Die Kalenderblätter zeigen die interessantesten Beispiele dieser Bauperiode und führen dabei kreuz und quer durch Nürnberg. Ausgewählt wurden neben historischen Fotografien aus der Entstehungszeit der Gebäude aktuelle Aufnahmen der noch existenten Beispiele der Jugendstilarchitektur.

Der Fotokalender ist ab sofort zum Preis von 19,90 € im Buchhandel oder direkt über den Verlag PH.C.W. Schmidt erhältlich.

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