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Stadt und Reformation – Krakau, Nürnberg und Prag (1500-1618)

Internationale Tagung, 6.-8.11.2017

Im Rahmen des dreitägigen Symposiums beleuchteten renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Polen, Tschechien, Österreich und Deutschland die europäische Dimension des Reformationsgeschehens anhand des Städtevergleichs Krakau, Nürnberg und Prag.
Die kirchliche Reformbewegung vollzog nicht nur in Nürnberg früh den konfessionellen Wandel, auch die Krakauer Eliten zeigten sich den reformatorischen Ideen aufgeschlossen, und das nachhussitische Prag war bis zum Dreißigjährigen Krieg ein Zentrum des Protestantismus in Böhmen. Zwischen den drei Metropolen bestanden seit dem späten Mittelalter intensive Handelsbeziehungen, ein reger Kunst- und Kulturtransfer und ein aufgeschlossener geistiger und ideeller Austausch.
Nach einer Begrüßung durch die Kulturreferentin der Stadt Nürnberg Prof. Dr. Julia Lehner, auch im Namen des Oberbürgermeisters Dr. Ulrich Maly, eröffnete Prof. Dr. Stefan Ehrenpreis (Universität Innsbruck) die Tagung mit einem Überblicksvortrag zum Thema Mitteleuropäische Metropolen und der kulturelle Umbruch der Reformation.

Eröffnungsveranstaltung mit Vortrag von Prof. Dr. Stefan Ehrenpreis

Eröffnungsveranstaltung mit Vortrag von Prof. Dr. Stefan Ehrenpreis

Sektion I: Vorreformatorische Bewegungen

Moderation: Dr. Walter Bauernfeind

Die erste Sektion beleuchtete jene vorreformatorischen Bewegungen, die die geistigen Voraussetzungen für die Aufnahme der neuen Lehre in den drei Städten schufen. Der Beitrag von Prof. Dr. Paweł Kras (Universität Lublin), der persönlich leider nicht anwesend sein konnte, befasste sich mit dem Konzept der ecclesia primitiva des Andrzej Gałka von Dobczyn. Gałka ist der einzige bekannte Pole, der die Arbeiten John Wyclifs nicht nur gesammelt und studiert, sondern auch den Versuch unternommen hat, die Ideen des englischen Kirchenreformers außerhalb akademischer Kreise bekannt zu machen. Durch die Übernahme von Wyclifs Argumenten gegen den materiellen Reichtum der Kirche erinnerte er seine Leser an die Lehre Christi über Armut und Demut, die die Grundlage für die christliche Vollkommenheit legen sollten. Nachdem er den reichen Kirchenbesitz als die Wurzel allen Übels identifiziert hatte, mahnte Gałka zur Wiederherstellung der Kirche Christi eine Rückbesinnung auf das apostolische Ideal der ecclesia primitiva an. Zur Umsetzung dieser einfachen Strategie brauchte die Kirche nach Gałka eine Generation neuer Priester, die durch einen geistlichen Kampf mit der bestehenden Hierarchie, geführt mit dem Wort Christi, etabliert werden sollte. Andrzej von Dobczyn rief die Anhänger der wahren Kirche Christi daher nicht zum bewaffneten Kampf gegen die „falschen“ Priester auf, sondern war überzeugt, dass allein die Predigt der reinen Worte Christi, frei von jeglichen Modifikationen oder Interpretationen, das passende Mittel sein würde, um die Korruption der bestehenden Kirche zu demonstrieren und die „falschen Priester“ zu bezwingen. Auch seine strikte Gewaltlosigkeit schützte Gałka jedoch nicht vor der Verfolgung durch die geistliche und weltliche Obrigkeit, die ihn schließlich zur Flucht aus Polen zwang.

Dem vielgestaltigen und bunten religiösen Leben, der Kommunalisierung kirchlicher Einrichtungen und dem Klosterhumanismus in der Reichsstadt Nürnberg zu Ausgang des Mittelalters widmete sich Prof. Dr. Franz Machilek (Universität Bamberg). Neben den beiden Pfarrkirchen St. Sebald und St. Lorenz gab es sieben Männner- und zwei Frauenklöster, weiter die dem Chorus minor des Prager Veitsdoms unterstellte Frauenkirche am Markt, eine Vielzahl von Kapellen sowie – aufgrund der gehobenen sozialen Stellung eines Großteils der etwa 40.000 Einwohner – zahlreiche wohltätige Stiftungen. Das „Angebot“ an Gottesdiensten, Andachten und Predigten – bereits früh bestanden drei von Bürgern gestiftete Prädikaturen – war groß. Die eucharistische Frömmigkeit sowie Marien- und Heiligenverehrung standen in Blüte. Früh erreichte der patrizische Rat in Rom die Privilegierung des Heiltumsfestes, der Heiltumsweisungen und der damit verbundenen Handelsmesse sowie die Erhebung der hll. Sebald und Deokar zu Stadtpatronen. Zielbewusst setzte der Rat die schrittweise Kommunalisierung der kirchlichen Einrichtungen unter gleichzeitiger Zurückdrängung der Rechte des Bamberger Bischofs durch; über die von ihm eingesetzten Kirchen-, Kloster- und Spitalpfleger übte er weitreichende Aufsichtsrechte aus, nahm aber zugleich Schutz- und Hilfsfunktionen wahr. Unter energischer Mitwirkung des Rats schlossen sich die Klöster der Observanz der jeweiligen Orden an. Bei der Frömmigkeit im privaten Bereich stand das Bedürfnis nach Heilsversicherung im Vordergrund. Die Seelmessen sind beredter Ausdruck der Hoffnungen und Ängste ihrer Stifter, ihre Früchte konnten nach geltender kirchlicher Lehre auch den „armen Seelen“ im Fegefeuer zugewendet werden. Ablässe waren sehr begehrt, die eingehenden Ablassgelder wurden vom Rat zum größten Teil für städtische kirchliche Baumaßnahmen eingesetzt. Ablässe zu Gunsten auswärtiger Institutionen wurden abgewehrt, Ablassmissbrauch kritisiert. Mit steigendem Bildungsniveau und hoher Lesekompetenz der Laien emanzipierten sich diese mit wachsendem Erfolg in ihren Pfarrgemeinden und waren nun vermehrt zur Übernahme kirchlicher Dienste bereit. In den letzten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts wandte sich eine zunehmende Zahl von Laien, Welt- und Ordensgeistlichen den neuen Bildungsbewegungen des Humanismus und der in hohem Maß christologisch ausgerichteten Frömmigkeitstheologie zu.

Nach den vorreformatorischen Bewegungen in Prag sowie den Chancen und Schwierigkeiten der Koexistenz zweier Konfessionen fragten Dr. Kateřina Jíšová und Dr. Jan Hrdina (Archiv der Hauptstadt Prag) und spürten dabei dem gegenseitigen Berühren und Ringen der dominanten utraquistischen Konfession und der katholischen Minderheit in den Prager Städten in den Jahren zwischen 1436 und 1520 nach. Diesen Zeitraum gliederten die Referenten in mehrere deutlich unterscheidbare kürzere Abschnitte. Als Unterscheidungskriterium legten sie die Wandlungen der Machtkonfigurationen zwischen den einzelnen Meinungsblöcken der Utraquisten und ihrer gegenseitigen Abgrenzung gegenüber den Katholiken unter Berücksichtigung der internationalen Dimensionen der sogenannten böhmischen Frage (causa bohemica) an.

Sektion II: Vernetzung der städtischen Eliten im Humanismus

Moderation: Dr. Walter Bauernfeind

Die Vernetzung der städtischen Eliten im Humanismus als Grundvoraussetzung für das Entstehen reformatorischer Strömungen rückte die zweite Sektion in den Fokus. Dr. habil. Marcin Starzyński (Jagiellonen-Universität Krakau) widmete seine Ausführungen den Humanisten im Kreis des Krakauer Rathauses. Anhand der Lebensläufe und Karrieren von fünf ausgewählten Personen (Philippus Callimachus, Conrad Celtis, Laurentius Corvinus, Paul Behr und Stanislaus Selig) präsentierte er den Kreis der humanistischen Freunde des Krakauer Notars Johannes Heydeke (1443-1512) als den bis heute ältesten und im Königreich Polen Ende des Mittelaltes weithin bekannten „Diskussionsklub”, der zu seiner Zeit zweifelsohne eines der größten Zentren des humanistischen Denkens bildete.

Humanismus, Reformation und Ratsherrschaft in Nürnberg waren die Themen von Prof. Dr. Franz Fuchs (Universität Würzburg). Das Religionsgespräch im großen Rathaussaal vom 3. bis zum 14. März 1525 vor dem eigens einberufenen Großen Rat markierte den endgültigen Sieg der Reformation in der Reichstadt Nürnberg. Ausgehend von diesem Ereignis, das die „Einhelligkeit der Lehre“ wiederherstellen sollte, stellte Fuchs die Frage nach der Förderung der studia humanitatis durch die Nürnberger Ratsherren. Am Beispiel zweier führender Vertreter dieser Richtung wurde der von Berndt Hamm ausgemachte reformatorische Bruch mit dem Humanismus verdeutlicht: Der bedeutende Humanist Willibald Pirckheimer, der dem Inneren Rat lange Jahre angehörte und die Anfänge der evangelischen Bewegung in Nürnberg eifrig unterstützte, rückte seit 1525 immer deutlicher von der neuen Lehre ab, ohne allerdings wieder zur alten Kirche zurückzukehren. Der eng mit der Universität Wittenberg verbundene Humanist und Jurist Christoph Scheurl, der das Religionsgespräch im Auftrag des Rates moderiert hatte, war ebenfalls anfänglich von Luthers Theologie recht angetan, bekannte sich aber später, als der Bruch offenkundig wurde, dezidiert zum Katholizismus – was seiner Weiterbeschäftigung als Konsulent durch den mehrheitlich evangelischen Rat jedoch keineswegs hinderlich war.

Prag war als kaiserliche Residenzstadt an der Schwelle des 16. und 17. Jahrhundert Mittelpunkt von Netzwerken von Humanisten verschiedener Ausrichtungen und unterschiedlicher Herkunft, wie Dr. Marta Vaculínová (Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik) darlegte. Die Anziehungskraft des Hofes Rudolfs II., der als Gönner der Wissenschaft und Künste bekannt war, war groß, und fast genauso wichtig war auch die in den Böhmischen Ländern damals herrschende religiöse Toleranz. Um den Hof und um die Prager Universität bildeten sich Kreise von Gelehrten und Künstlern, die einander unterstützten, und sie knüpften Kontakte zu ausländischen Partnern, wie die erhaltene Korrespondenz und Gelegenheitsdichtung bezeugen. Während jedoch viele humanistische Dichter, die in Böhmen einen gewissen Ruhm genossen, im Ausland weitgehend unbekannt waren, unterhielten im Gegensatz dazu viele Ärzte, Astronomen und Alchemisten zahlreiche internationale Kontakte. Diese Gelehrten bildeten zugleich die Brücke zwischen Hof und Universität. Die böhmischen und mährischen Adeligen stellten immer häufiger gelehrte Präzeptoren ein, die aus den deutschsprachigen Regionen Böhmens, aus der Lausitz und Schlesien oder gar aus Ungarn stammten. Zu einer gewissen Mode wurde in den adeligen Kreisen auch die Unterstützung ausländischer Dichter und Schriftsteller. Im Rahmen von Bildungsreisen knüpften die Präzeptoren und ihre Schüler Kontakte, die sich manchmal in Form langjähriger Korrespondenz niederschlugen. Nach dem Jahr 1609 und vor allem in der Zeit des Böhmischen Aufstandes kam es zur Politisierung des Kulturlebens, wie erhaltene Quellen bezeugen.

Sektion III: Neuorganisation des geistlichen Lebens

Moderation: Prof. Dr. Zdzisław Noga

Den praktischen Auswirkungen der Reformation, die allerorten eine Neuorganisation des geistlichen Lebens notwendig machte, widmeten sich die folgenden Beiträge. Die Bedeutung der sozialen und ethnischen Kontexte für die Reformation im Krakau des 16. Jahrhunderts betonte dabei Prof. Dr. Waldemar Kowalski (Universität Kielce). Gesetzliche Beschränkungen der königlichen und kirchlichen Autoritäten machten bis in die frühen 1550er Jahre eine öffentliche Organisation der reformatorischen Bewegung unmöglich. Dennoch wurden reformatorische Ideen vorwiegend von Intellektuellen wie etwa dem bekannten Kreis um den Dichter Andrzej Trzecieski diskutiert, der auch Polen mit dem ursprünglich von Deutschen in die Stadt gebrachten Protestantismus vertraut machte. Doch erst die Etablierung des Calvinismus als Hauptströmung der protestantischen Theologie in Krakau seit den 1560er Jahren führte zu einer organisatorischen und doktrinellen Stabilisierung. Deutsch- und polnischsprachige Gottesdienste wurden in getrennten Räumen einer 1571 eingerichteten Kapelle abgehalten, die jedoch 1591 im Zuge antiprotestantischer Unruhen zerstört wurde. In der Folge wurden neue evangelische Gottesdienstorte außerhalb der Stadtmauern eingerichtet, die seit den 1560er Jahren abgespaltenen Antitrinitarier wanderten ab. Für das Jahr 1615 ist eine separate lutherische Gemeinschaft belegt, die sich erst 1636 der reformierten Kongregation anschloss. Seit ihren Anfängen vereinigte die Evangelische Kongregation die örtliche Stadtbevölkerung sowie den in der Stadt ansässigen kleinpolnischen Niederadel. Deutsch- und polnischsprachige Krakauer waren vorherrschend, doch Einwanderer z.B. aus Frankreich waren ebenfalls präsent. Schotten feierten wahrscheinlich bereits seit den 1570er Jahren ihre eigenen Gottesdienste und bildeten bis ins frühe 17. Jahrhundert eine gesonderte Gruppe. Die Geschichte der Krakauer Reformation, so Kowalski, dürfe jedoch nicht nur im Spiegel ihrer institutionellen Ausformungen betrachtet werden. Testamente und Epitaphien legten nämlich nahe, dass etwa zwischen 1530 und 1630 eine Gruppe Krakauer Bürger aus der oberen Mittelschicht unter Umständen von der lutherischen Rechtfertigungslehre beeinflusst war. Doch selbst auf dem Höhepunkt der Popularität reformatorischer Ideen um 1568 dürfte die Gesamtzahl der Anhänger der verschiedenen Denominationen 3000 Personen nicht überschritten haben – das entspricht höchstens 10% der Einwohnerschaft von Krakau und seiner Vorstädte Kazimierz und Kleparz.

Mit den Grundzügen der Reformation in Nürnberg und dem Einfluss von Rat und Kirche befasste sich Prof. Dr. Anselm Schubert (Universität Erlangen-Nürnberg). Die Einführung der Reformation in Nürnberg wird oft als Kooperation zwischen einem früh der reformatorischen Theologie aufgeschlossenen Rat und den führenden Theologen der Stadt beschrieben. Bei genauer Lektüre lässt sich zeigen, dass die ersten reformatorischen Maßnahmen in Nürnberg aber vor allem eine Fortsetzung des spätmittelalterlichen Kirchenregimentes des Rates waren, das sich zunächst noch ganz im Rahmen des reichsrechtlich Zulässigen bewegte und die reformatorische Bewegung vor allem als Katalysator nutzte. Erst Ende 1524 hatte die reformatorische Bewegung eine Eigendynamik entwickelt, die den Rat zwang, sich eindeutig für die Reformation zu entscheiden und so eine schwierige Positionierung zwischen Religion und Kaisertreue vorzunehmen.

Zum Abschluss der dritten Sektion beleuchtete Dr. Ota Halama (Karls-Universität Prag) die beiden reformatorischen Wellen in Prag in den Jahren 1523 und 1609 und ging der Frage nach, inwieweit man dabei überhaupt von einer „lutherischen Reformation“ sprechen könne. Im ersten Fall handelte es sich nämlich eher um eine Radikalisierung des tschechischen Utraquismus, dessen Vertreter zwar mit Luther in Kontakt standen, aber beinahe völlig unabhängig vom deutschen reformatorischen Umfeld agierten. 1609 schließlich bildeten die Lutheraner eine isolierte religiöse Gemeinschaft ohne engere Beziehungen zur utraquistischen Kirche.

Diskussion mit Dr. Jan Hrdina, Dr. habil. Marcin Starzyński und Prof. Dr. Franz Machilek

Diskussion mit Dr. Jan Hrdina, Dr. habil. Marcin Starzyński und Prof. Dr. Franz Machilek (v. l.)

Sektion IV: Medienzentren um 1500 – Krakau, Nürnberg und Prag

Moderation: Prof. Dr. Zdzisław Noga

Die zentrale Rolle der Städte Krakau, Nürnberg und Prag als europäische Medienzentren an der Schwelle zur Neuzeit und ihre Bedeutung für die Ausbreitung und Durchsetzung der Reformation stand im Mittelpunkt der Vorträge der vierten Sektion. Prof. Dr. Janusz Gruchała (Jagiellonen-Universität Krakau) erläuterte die Bedeutung der Krakauer Buchdrucker für die Reformation, die in der Hauptstadt des Jagiellonen-Staates zunächst nur wenige Anhänger gefunden hatte. So entstanden erste reformatorische Druckereien in Krakau auch erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, da sich die Anhängerschaft der neuen religiösen Tendenzen in Kleinpolen vorwiegend aus dem Adel, weniger jedoch aus dem Stadtbürgertum rekrutierte und sich deshalb der im Adel stärker verbreitete Calvinismus durchsetzte. Die erste und wichtigste protestantische Druckerei in Krakau gründete 1555 Maciej Wirzbięta, der auch einige Zeit lang die Funktion eines Ältesten der Krakauer Calvinistengemeinde ausübte. Zu den erste Drucken Wirzbiętas gehörten denn auch die Werke des Adeligen Mikołaj Rej und seines Sekretärs Jakub Lubelczyk, die mit dem Calvinismus sympathisierten. Das persönliche kirchliche Engagement Wirzbiętas spiegelte sich nach Jahren heftigster theologischer Diskussionen und der Abspaltung der Antitrinitarier 1562 im Druck antitrinitarischer Polemiken sowie von Gebrauchsbüchern für das Gemeindeleben, etwa Katechismen oder Glaubensbekenntnissen. Unter den Mitstreitern fanden sich Autoren wie Stanislaus Sarnicki, Jakob Sylvius, Christoph Trecy oder Paul Gilowski. Ebenfalls in Krakau befand sich seit 1574 der Sitz der Druckerei von Aleksy Rodecki, einem Polnischen Bruder. Unter den verlegten Autoren nimmt Martin Czechowic, der Pfarrer der Lubliner Gemeinde, eine besondere Rolle ein. Rodecki druckte über zehn seiner Werke und darüber hinaus zahlreiche polemische Broschüren. Außerdem verlegte Rodecki Werke von Hieronimus Moskorzowski und Erasmus Otwinowski sowie des italienischen Antitrinitariers Fausto Socyn (Sozzini), der sich in Polen niedergelassen hatte. Die gewalttätigen Ausschreitungen gegen Andersgläubige in Krakau in Verbindung mit Überfällen auf die Gemeinden in den Jahren 1587, 1588 und 1591 erschwerten Rodecki das Geschäft und zwangen ihn, un- bzw. falsch signierter Drucke zu veröffentlichen. Nach der Übernahme der Druckerei durch seinen Schwiegersohn Sebastian Sternacki verlegte dieser den Betrieb nach Rakow, das sich zum Zentrum der Polnischen Brüder entwickeln sollte. Die beiden größeren Druckereien Wirzbiętas und Rodeckis waren im engeren Sinne keine reinen Konfessionsverlage, sondern dienten auch der Herausgabe weltlicher Werke, die große Bedeutung für die polnische Renaissanceliteratur hatten. Die religiöse Toleranz, für die sich im Polen des 16. Jahrhunderts genauso einfach Belege finden lassen wie für eine tiefsitzende Antipathie gegenüber „Abweichler im Glauben“ führte dazu, dass Verlage wie jene von Wirzbięta und Rodecki eine längere Zeit über erfolgreich in diesem seltsamen sarmatischen „Staat ohne Scheiterhaufen” existieren konnten.

Im Anschluss widmete sich Dr. Christine Sauer (Stadtbibliothek Nürnberg) den Herausforderungen des Medienwandels an das Nürnberger Buchgewerbe im Reformationszeitalter. Ausgelöst durch eine sich gegen Ende des Inkunabelzeitalters abzeichnende Marktsättigung und durch gleichzeitig eintretende Handelshemmnisse erlebten Buchdruck und Buchhandel nicht nur in Nürnberg um 1500 eine schwere Krise. Am absoluten Tiefpunkt im Jahr 1504 verließen gerade einmal 13 Drucke die in der Reichsstadt bestehenden Pressen. Mit der Reformation explodierte die Druckproduktion und Nürnberg entwickelte sich zu einem führenden Druckzentrum im deutschen Sprachraum: Nur in Wittenberg wurden im 16. Jahrhundert noch mehr Bücher, Broschüren und Einblattdrucke auf den Markt gebracht als in Nürnberg. Allerdings verteilen sich die hergestellten Druckerzeugnisse ungleichmäßig auf die beiden Jahrhunderthälften: Trotz der massenhaften Produktion von Reformationsschriften in der Zeit vor dem Augsburger Religionsfrieden sind in Nürnberg deutlich mehr Drucke nach der Jahrhundertmitte produziert worden als davor. Sauer verwies auf Nürnbergs spezifischen Beitrag zur kirchlichen Institutionsbildung und hob die Bedeutung von Andachtsbüchern sowie im Rahmen der religiösen Unterweisung benutzter Lehr- und Handbücher hervor. Der Druck einer kleinen, aber immerhin markanten Anzahl von Büchern in tschechischer Sprache verdeutlicht dabei die Beziehungen nach Böhmen.

Dr. Olga Fejtová (Archiv der Hauptstadt Prag) schließlich betonte die Bedeutung von Buchdruck und Buchhandel in Prag als Medium der lutherischen Reformation. Der böhmische Buchdruck erfüllte aufgrund seiner rückständigen technischen Qualität und eines unterentwickelten Autoren- und Herausgebermilieus die Rolle des Multiplikators von Luthers Werken ebenso wie der Werke seiner Nachfolger in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts nur begrenzt. Die Drucke übernahmen erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts vollständig die Rolle des Verbreitungsmediums der lutherischen Ideen in Böhmen. Der erfolgreichere Vermittler der lutherischen Reformation war die jüngere Generation lutherischer Autoren dieser Zeit, deren Werke als aktuell wahrgenommen wurden. Die Initiatoren, aber auch Übersetzer, Verleger und Buchdrucker der ersten Welle der Ausgaben von Luthers Werken in Böhmen waren Prager Bürger, die eng mit der radikalen, lutherisch orientierten Gruppe der städtischen Politiker verknüpft waren. Die Vorbereitung der Übersetzungen der lutherischen Literatur und die folgende Veröffentlichung in den böhmischen Druckereien brachten dank der Kontakte mit ausländischen Druckoffizinen und des direkten Transfers der typographischen Materie eine Reihe innovativer Elemente in die rückständige Tradition der böhmischen Buchproduktion. Der Beitrag der lutherischen Reformation für den böhmischen Buchdruck erschöpfte sich also nicht nur in der Vermittlung ihrer Ideen in gedruckten Übersetzungen, sondern gab auch einen Impuls zu dessen technischer Weiterentwicklung. Für den böhmischen Buchdruck, der auf die lutherische Reformation mit dem Druck der Übersetzungsliteratur, aber auch mit der Streitschriftenproduktion tschechischer Autoren antwortete, bedeutete der Beginn der deutschen Reformation daher nicht zuletzt eine radikale Zunahme des Gesamtumfangs der Produktion.

Sektion V: Herrschaft und Reformation

Moderation: Dr. Olga Fejtová

Der intensiven Wechselwirkung von Herrschaft und Reformation war die fünfte Sektion der Tagung gewidmet. Dr. habil. Wojciech Krawczuk (Nationalarchiv Krakau) und Dr. Maciej Ziemierski (Jagiellonen-Universität Krakau) lieferten eine neue Interpretation der Vorgänge um die Vernichtung der protestantischen Kirche in Krakau im Jahre 1591. Das Konzept der Toleranz in Polen-Litauen gehört zu den wichtigsten und bisher nicht völlig gelösten Dilemmata der polnischen Geschichtsschreibung. Das Ende des 16. Jahrhunderts wird allgemein als Anfang der Anarchie im polnisch-litauischen Staat betrachtet. Die Zerstörung des Gebetshauses “Bróg” (“der Heuschober”) der beiden evangelischen Gemeinden, der Lutheraner und der Reformierten, in der Nacht vom 23. zum 24. Mai 1591, und die Ereignisse der folgenden Tage haben damals ein breites Echo ausgelöst. Die Erklärung der Geschehnisse ist aber vielschichtig: Der Angriff auf die Versammlungsstätte muss zwar als eine Manifestation der extremen Intoleranz gedeutet werden. Die Diskussion, die danach folgte, zeigt aber, dass mehrere bedeutende Vertreter der Katholiken damit nicht einverstanden waren und verschiedene Befürchtungen hegten. Vor diesem Hintergrund fragten die Referenten nicht nur nach der Identität der Täter und den Reaktionen der Obrigkeit, sondern suchten auch nach Spuren der Solidarität mit den Verfolgten in der Gesellschaft.

Auf das Spannungsfeld zwischen Kaiser, Papst, Bischof und den Nürnberger Räten in den ersten Jahrzehnten der Reformation bis zum Augsburger Religionsfrieden 1555 lenkte Prof. Dr. Stefan Ehrenpreis (Universität Innsbruck) die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Die Reformation in Nürnberg entwickelte sich zwischen 1524 und 1533 als Prozess in mehreren Schüben, die ein geordnetes und stabiles Kirchenwesen zum Ziel hatten. Von Beginn an stand für den Rat die Vermeidung einer mit Unruhe einhergehenden Religionsänderung von unten im Zentrum. Gleichzeitig wollte man das Verhältnis zum Kaiser als Oberhaupt und Schutzherr der Stadt nicht gefährden. Während der Einfluss des Papstes kaum mehr eine Rolle spielte, befürchtete man durch die kaiserliche Religionspolitik ein Wiedererstarken der bischöflichen Jurisdiktion, insbesondere zwischen 1532 und 1552. Der kaiserlichen Religionspolitik versuchte man durch Kompromisse entgegenzukommen, ohne substantielle Zugeständnisse bei Gottesdienst, Klosterauflösungen und geistlicher Gerichtsbarkeit machen zu müssen. Allerdings lehnte der Rat eine Beteiligung am Schmalkaldischen Bund entschieden ab und bewilligte die Türkensteuern. In der Zeit des Interims war man über dessen Annahme in Rat und Geistlichkeit uneins, die Spezialisten im Rat für Reichs- und Religionspolitik versuchten aber letztlich mit Erfolg, den Anpassungsprozess zu verschleppen.

Dr. Marek Ďurčanský (Karls-Universität Prag) untersuchte das Verhältnis des Herrschers und der Prager Räte im 16. Jahrhundert vor dem Hintergrund der konfessionellen Entwicklung. Die utraquistischen Räte der Prager Städte stellten in der frühen Neuzeit nicht nur die Spitze der Selbstverwaltung der böhmischen Hauptstadt dar, sondern repräsentierten den gesamten Stand der königlichen Städte im Königreich Böhmen. Die politische Bedeutung des sogenannten dritten Standes ging im Laufe des 16. Jahrhunderts zwar stufenweise zurück, wurde aber zumindest teilweise durch die fortdauernde ökonomische Kraft der Städte ausgeglichen. Die habsburgischen Herrscher versuchten erfolgreich, die konfessionelle Zusammensetzung der Prager Räte zu ihren Gunsten zu beeinflussen, wobei konfessionelle und politische Überlegungen oft eng verbunden waren. Der Referent verdeutlichte besonders die Mechanismen der Rekatholisierung seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, die mit intensivierten Eingriffen in die personelle Zusammensetzung der Räte einherging.

Den noch weitgehend unerforschten Auswirkungen der Reformation auf die ökonomische Entwicklung der Prager Städte galt schließlich der Beitrag von Dr. Václav Ledvinka (Archiv der Hauptstadt Prag). Es ist unbestritten, dass der Erfolg der frühen Reformation in Böhmen, d.h. des Hussitismus (Utraquismus) im 15. Jahrhundert auch das ökonomische Denken und Handeln der Zeitgenossen und damit indirekt auch die realen ökonomischen Phänomene und Prozesse beeinflusst hat, etwa in der Wirtschaftspolitik des hussitischen Königs Georg von Podiebrad sowie im Wiederaufbau der Prager Städte und ihrer Wirtschaftsbeziehungen nach dem Ende der revolutionären Phase des Hussitismus. Insbesondere wurden einige feudale und ideologische Barrieren, die die Geschäftstätigkeit einschränken – etwa im Bereich der Finanztransaktionen und des Wuchers – gelockert. Die Verbreitung und die Auswirkungen der lutherischen Reformation in Prag und der tschechischen Umgebung nach 1517 hatte dagegen keine derart unmittelbaren Auswirkungen. Das Wirken von Unternehmern und Kaufleuten, die zumeist Mitglieder der lutherischen Kirche in Prag waren, und der Einfluss des Luthertums auf das tschechische utraquistische Milieu in Richtung der sogenannten Neoutraquisten begünstigten aber in vielerlei Hinsicht den großen wirtschaftlichen Aufschwung der Residenzstadt Prag seit den 1560er Jahren bis zum Tod Kaiser Rudolfs II. 1612.

Sektion VI: Entscheidungswege zur Reformation

Moderation: Dr. Olga Fejtová

Die Vortragenden der sechsten Sektion rückten die Entscheidungswege zur Reformation in den drei Städten in den Fokus und betonten damit den auch eminent politischen Charakter der Ereignisse in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts. Dem Verhältnis des Krakauer Rates zur Reformation galten die Ausführungen von Prof. Dr. Zdzisław Noga (Pädagogische Universität Krakau). Krakau als Residenzstadt der polnischen Könige und Stadt von großem politischem und kulturellem Einfluss war sowohl für Katholiken wie für Andersgläubige von vorrangiger Bedeutung. Die ersten Ansätze einer religiösen Neuorientierung gelangten bereits 1518 durch Vermittlung des deutschen Patriziats, das damals noch die politische Führungsschicht in der Stadt bildete, nach Krakau. Trotz erkennbarer Sympathien im Rat etablierte sich die Reformation wohl auch deswegen nur langsam, weil sich die Bürger im Gegensatz zum Adel keiner großen religiösen Freiheiten erfreuten und ihren Präferenzen in Sachen Glaubensbekenntnis nicht ohne Weiteres Ausdruck verleihen konnten. Ein entscheidender Moment bei der Verbreitung der Reformation in Krakau waren die Jahre 1550-1552. Auf Druck des Adels wurde die Vollstreckung kirchengerichtlicher Urteile durch die staatlichen Behörden ausgesetzt. Von diesem Umbruch Mitte des 16. Jh. an dauerte bis 1573 die Offensive der Andersgläubigen. Nach einem anfänglichen Erfolg der Lehren Martin Luthers und Philipp Melanchthons setzte sich um 1560 in Krakau allerdings die Doktrin Johannes Calvins durch. Nach dem Tode König Sigismund II. Augusts begann eine zweite Phase, die sich durch ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis auszeichnete, in der jedoch die Katholiken in die Offensive übergegangen waren. Symbolträchtig war 1574 die erste Zerstörung der evangelischen Kirche, der der Rat trotz eines bedeutenden Anteils nicht-katholischer Mitglieder nicht entgegenwirkte. Die erneute Zerstörung der evangelischen Kirche 1591 markiert das Ende der Reformation in Krakau. Einige der Ratsherren blieben zwar noch eine Zeit lang bei ihrem calvinistischen Bekenntnis, während andere konvertierten. Seit den 1620er Jahren konnten jedoch ausschließlich Katholiken Ratsherr werden. Die Reformation in Krakau hatte trotz des bedeutenden Anteils Andersgläubiger unter den städtischen Amtsträgern keinen Erfolg, weil die Stadt niemals volle politische Autonomie genoss. Zudem hatte die Reformation in Krakau keinen bürgerlichen Charakter. Die calvinistische Kirche in Krakau war vom Adel beherrscht, an dem sich die höchsten Schichten des Bürgertums wegen seiner weit gefassten politischen Rechte mit Vorliebe orientierten. Die städtische Führungsschicht stand somit dem Adel näher als der breiten Bevölkerung, was die Position des Bürgertums eher schwächte. Krakauer Patrizier standen in zweiter Generation an der Spitze der calvinistischen Kirche in der Region Kleinpolen. Es fehlte allerdings eine standesmäßige Solidarität. Die städtischen Eliten wollten ihre "Exklusivität" behalten und sich nicht mit dem breiten Bürgertum identifizieren. Zudem fielen die Anfänge der Reformation genau in jene Zeit, als sich der Kampf zwischen dem deutschen und polnischen Bürgertum abspielte. Die deutsche Führungsschicht der Stadt wollte sich offiziell nicht zu den Lehren Luthers bekennen, um ihre bisherige Führungsposition in der Gesellschaft nicht zu gefährden. In Krakau kann dem Rat insgesamt kein entscheidender Einfluss bei der Entwicklung der Reformation zugeschrieben werden. Aufgrund der konfessionellen Teilung hielt man sich vor allem an das Prinzip, religiöse Streitigkeiten zu vermeiden. So verliefen sämtliche Etappen der Reformation unter dem Einfluss äußerer Faktoren wie dem Magnatentum, dem Adel, kirchlichen Institutionen und dem Königshof. Der Rat war somit eher Statist und kein Akteur im Kampf der Fraktionen.

Dr. Walter Bauernfeind (Stadtarchiv Nürnberg) stellte den Nürnberger Rat als Willensgemeinschaft auch bei der Reformation der Kirche vor. Ausgehend vom Beispiel der Nürnberger Rechtsreformation 1479/84 erläuterte der Referent einleitend Handlungsmaximen und -traditionen des Nürnberger Rats. Bei dessen Struktur lag der Fokus auf dem eigentlichen Machtzentrum der Reichsstadt, dem Septemvirat bzw. den Sieben Herren Älteren. Dabei waren für das ‚Selbstverständnis der Willensgemeinschaft‘ und deren Weg zur ‚Reformation der Kirche‘ die Veränderungen in diesem Gremium in den Jahren 1509, insbesondere in den beiden Jahren 1513 und 1514 sowie dann 1519 und besonders wieder 1524 zentral. Anhand der wichtigsten Entscheidungsträger Anthoni Tucher (1457-1524), Hieronimus Ebner (1477-1532) und Caspar Nützel (1471-1529) wurden die Entscheidungsjahre 1524/25 entsprechend dargestellt.

Zum Abschluss der Sektion beleuchtete Prof. Dr. Jiří Pešek (Karls-Universität Prag) die Rolle der Prager Rathäuser bei der Reformation der Metropole.

Prof. Dr. Zdzisław Noga, Dr. Olga Fejtová, Prof. Dr. Julia Lehner und Dr. Michael Diefenbacher

Prof. Dr. Zdzisław Noga, Dr. Olga Fejtová, Prof. Dr. Julia Lehner und Dr. Michael Diefenbacher (v. l.)

Sektion VII: Wechselwirkungen zwischen Kunst und Reformation

Moderation: Dr. Michael Diefenbacher

Den Wechselwirkungen zwischen Kunst und Reformation galt die vorletzte, siebte Sektion der Tagung. Am Beispiel Dürers und seiner Nachfolger erläuterte Dr. Thomas Schauerte (Museen der Stadt Nürnberg) den Generationen- und Paradigmenwechsel im Zuge der Reformation. Albrecht Dürers letzte Schaffensphase im evangelisch gewordenen Nürnberg war auch von der Absicht geprägt, sich und anderen Wege aus dem Dilemma zu zeigen, in das die Bildenden Künste durch die Abschaffung des spätmittelalterlichen Stiftungswesens und der Heiligenverehrung gestürzt wurden. So etablierten sich neue Bildgattungen und ein florierender Sammlermarkt, aber mit der Antike und der italienischen Renaissance auch ein völlig neuer Motivkreis. Vor diesem Hintergrund kam es wenige Jahre nach Dürers Tod mit der Errichtung des Hirsvogel-Saals zu einem einzigartigen privaten Großprojekt, zu dessen Herleitung der Referent neue Aspekte vorstellte.

Dr. Michaela Hrubá (Universität Ústí nad Labem) und Prof. Dr. Jan Royt (Karls-Universität Prag) erörterten schließlich den historischen Kontext der visuellen Kunst der lutherischen Reformation in Böhmen zu Beginn der Frühen Neuzeit. Die ersten und zugleich bedeutendsten Zentren des Luthertums befanden sich bereits seit den 1530er Jahren im Elbogener Kreis. Hierbei handelte es sich vor allem um Bergmannssiedlungen, in denen aus Sachsen eingewanderte Spezialisten verschiedener Professionen Verwendung fanden. Zum wichtigsten Zentrum für die Verbreitung des lutherischen Glaubens und zum Mittelpunkt der lutherischen Kultur entwickelte sich unter dem Patronat der Familie Schlick Joachimsthal, das als Zentrum lutherischer Gelehrter und Theologen verschiedener Reformrichtungen gelten kann. Voraussetzung dafür waren die engen wirtschaftlichen Verflechtungen der Grenzregion Nordwestböhmens mit dem benachbarten Sachsen. In der zweiten Phase der Verbreitung des Luthertums spielten Adelsfamilien wie die von Salhausen, von Bünau, von Schleinitz, von Vitzthum u.a. mit ihren Verbindungen nach Sachsen, Meißen und Thüringen eine wesentliche Rolle, ebenso einheimische Geschlechter wie die Schlicks oder die Hassenstein von Lobkowitz, die mit der Grenzregion durch intensive Familien- und Eigentumsbande verbunden waren. Gerade in Nordwestböhmen finden sich daher die ältesten Beispiele für Kunstwerke, die ideell mit der lutherischen Reformation in Verbindung stehen und die sich zum Teil bis heute erhalten haben. Hervorzuheben sind vor allem die fast intakt erhaltenen Interieurs mit den Altären, Taufbecken und Kanzeln ursprünglich lutherischer Kirchen in Krásné Březno, Svádov oder in Valtířov aus der Zeit um 1600. Diesen Werken kommt auch deshalb eminente Bedeutung zu, da die Lutheraner im böhmischen Milieu nur schwer auf Basis schriftlicher Quellen zu identifizieren sind. Die Erforschung der erhaltenen Werke der bildenden Kunst, und hier insbesondere die Interpretation und Verwendung ikonographischer Sujets, die mit Luthers Lehre in Verbindung stehen, ist nicht nur für Nordwestböhmen von größter Bedeutung für die weitere Erforschung der „lutherischen Kultur“ im böhmischen reformatorischen Milieu der Zeit vor 1620. Auch in den Prager Städten können Spuren der lutherischen Reformation im Bereich der bildenden Kunst etwa in der St.-Salvator-Kirche in der Prager Altstadt (1611-1614) gefunden werden, deren Bau wesentlich von Joachim Andreas Schlick unterstützt wurde, sowie in der Dreifaltigkeitskirche auf der Kleinseite, die in den Jahren 1611-1613 von dem italienischen Architekten Giovanni Maria Filippi erbaut wurde. In beiden Fällen handelte es sich um eine Manifestation des Luthertums in den Prager Städten, die zum Bestandteil des kulminierenden konfessionellen Konflikts am Vorabend des Ständeaufstands wurde.

Sektion VIII: Die Reformation als Katalysator des Bildungs- und Schulwesens

Moderation: Dr. Michael Diefenbacher

Der Bedeutung der Reformation als Katalysator des Bildungs- und Schulwesens waren die letzten Beiträge der Tagung gewidmet. Das Verhältnis der Krakauer Universität zur Reformation war das Thema von Mgr. Dawid Machaj (Universität Warschau).

Dr. Wolfgang Mährle (Hauptstaatsarchiv Stuttgart) zeichnete die Rolle Hieronymus Paumgartners im nachreformatorischen Kirchen- und Bildungswesen der Reichsstadt Nürnberg nach. Hieronymus Paumgartner d. Ä. (1498-1565) zählt zu den Schlüsselfiguren der Reformation in Nürnberg. Der hochgebildete und zeitlebens in die humanistischen Netzwerke integrierte Schüler und Freund Philipp Melanchthons prägte die Kirchen- und Bildungspolitik der fränkischen Reichsstadt von der Mitte der 1520er Jahre bis zu seinem Tod. Paumgartner vertrat die Interessen Nürnbergs unter anderem bei zahlreichen Reichsversammlungen, deren Agenden stark von kirchen- und religionspolitischen Fragen bestimmt waren. Im Jahr 1533 wurde ihm das neu geschaffene Amt eines Kirchenpflegers übertragen, womit ihm umfassende Leitungskompetenzen im Kirchen- und Bildungswesen zufielen. Die enge persönliche Beziehung Paumgartners zu Philipp Melanchthon war ein wesentlicher Grund dafür, dass die Nürnberger Kirche, die seit der Einführung der Reformation (1525) vom Luthertum geprägt war, nach dem Interim ein zunehmend philippistisches Profil annahm. Konkurrierende theologische Positionen, etwa diejenige des bedeutenden Predigers bei St. Lorenz, Andreas Osiander, konnten sich nicht zuletzt aufgrund der Haltung Paumgartners nicht durchsetzen. Doch nahm der erste Nürnberger Kirchenpfleger während seiner Amtszeit in vielen konkreten Streitfragen eine vermittelnde Position zwischen differierenden theologischen Vorstellungen ein. Eine wichtige Rolle spielten bei Paumgartners religionspolitischen Entscheidungen stets reichspolitische Überlegungen. Langfristig bedeutend für die Nürnberger Geschichte war Hieronymus Paumgartner, weil unter seiner Ägide eine neue Kirchenverfassung geschaffen wurde, die – mit geringen Modifikationen – bis zum Ende der Reichsstadtzeit bestehen blieb. Das Kirchenregiment war demnach in den Händen des Rates bzw. des von ihm eingesetzten Kirchenpflegers konzentriert. Im reichsstädtischen Nürnberg gab es kein Konsistorium, und auch nach der dauerhaften Einrichtung eines sog. „Kirchenkonvents“ im Jahr 1633 blieben die Befugnisse der Geistlichen in der Kirchenverwaltung gering. Weniger Erfolg als in der Kirchenpolitik hatte Paumgartner in der Schulpolitik. Maßgeblich auf seine Initiative ging die Gründung der sog. „Oberen Schule“ im Jahr 1526 zurück. Dieses erste Gymnasium im deutschsprachigen Raum war als universitätsvorbereitende Bildungsinstitution konzipiert. Die Einrichtung konnte sich trotz des persönlichen Einsatzes Philipp Melanchthons, eines innovativen Lehrangebots und zahlreicher prominenter Lehrer (u.a. Joachim Camerarius, Eobanus Hessus) nicht im Nürnberger Schulwesen behaupten. Wichtige Gründe für das Scheitern der Bildungsinstitution waren der ungünstige Zeitpunkt der Gründung, konzeptionelle Schwächen und eine prekäre finanzielle Basis. Nach der Schließung der „Oberen Schule“ fiel das Nürnberger Schulwesen hinter dasjenige vergleichbarer oberdeutscher Reichsstädte, vor allem Straßburgs, zurück. Erst mit der Gründung der Hohen Schule in Altdorf im Jahr 1575, die von Hieronymus Paumgartners gleichnamigem Sohn im Zusammenspiel mit dem inzwischen in Leipzig wirkenden Joachim Camerarius initiiert wurde, gelang es, in der Reichsstadt Nürnberg eine Bildungseinrichtung mit überregionaler Ausstrahlung zu etablieren.

Der lutherischen Reformation und dem städtischen Schulwesen Prags vor der Schlacht am Weißen Berg galten die Ausführungen Dr. Markéta Růčkovás (Archiv der Hauptstadt Prag). Das städtische Lateinschulwesen unterschied sich aufgrund der spezifischen Entwicklung der konfessionellen Verhältnisse in den böhmischen Ländern vor dem Jahr 1620 in vielem von den umliegenden Ländern. Die städtischen Schulen bewahrten sich eine enge Bindung an die Pfarre und die Kirche, und ihre Existenz war stark von ihrem konfessionellen Umfeld abhängig. Die konfessionell definierten Schulen boten nicht nur den religionspolitischen Kräften Raum für die Beeinflussung der jüngsten Generation, sondern sie förderten durch die religiöse Erziehung auch die Formierung und Festigung der konfessionellen Hauptströmungen im Lande, also des katholischen Glaubens, des Utraquismus, des Luthertums und des Brüderbekenntnisses. Alle genannten Konfessionen machten sich im Laufe der Zeit das zeitgenössische Modell der humanistischen Bildung zu eigen. Das Rückgrat des Schulwesens und der präuniversitären Bildung in den böhmischen Ländern vor 1620 bildeten die sogenannten Partikularschulen, die utraquistisch ausgerichtet waren und deren Verwaltung der Prager Universität unterstand. Schulen anderer Konfessionen waren in der Minderheit, eine wichtige lutherische Schule in Prag war zum Beispiel die Schule bei St. Salvator. Das Aufkommen der lutherischen Reformation hatte im Ganzen aber keinen größeren Einfluss auf das bestehende Schulsystem. Rein lutherische Schulen entstanden vor allem in den deutschsprachigen Gebieten Nordwestböhmens, wo es eine starke Bindung an das sächsische Milieu gab.

Den Abschluss der gelungenen Tagung bildete eine Führung durch die Ausstellung Hans Sachs. Der Dichter der Reformation in Nürnberg in den Räumen der Nürnberger Stadtbibliothek unter der fachkundigen Leitung von Dr. Christine Sauer.

Die Tagungsdokumentation der im Oktober 2014 stattgefundenen Tagung in Prag mit 28 Vorträgen können sie hier erwerben.

Führung durch die Ausstellung

Führung durch die Ausstellung "Hans Sachs. Der Dichter der Reformation in Nürnberg"


Kurzbiographien der Beiträger

Prof. Dr. Paweł Kras

Werdegang: Studium der Geschichte und Medieval Studies in Lublin, Budapest und Oxford, 1997 Promotion an der Katholischen Universität von Lublin, 1998-2007 Assistant Professor am Historischen Seminar der Universität Lublin, 2007 Habilitation in Medieval Studies, seitdem Associate Professor am Historischen Seminar der Katholischen Universität Lublin Johannes Paul II.

Publikationen (Auswahl): Husyci w piętnastowiecznej Polsce [Hussiten im Polen des 15. Jahrhunderts] Lublin 1998; Kariera uniwersytecka Andrzeja Gałki z Dobczyna [Die Universitätskarriere Andrzej Gałkas von Dobczyn], in: Roczniki Humanistyczne 48 (2000), 245-262; Wyclif’s Tradition in Fifteenth Century Poland. The Heresy of Master Andrew Gałka of Dobczyn, in: The Bohemian Reformation and Religious Practice, hg. v. Z.V. David u. D.R. Holeton, Prag 2004, 191-210; ‘Ad abolendam diversarum haeresium pravitatem’. System inkwizycyjny w średniowiecznej Europie [Ad abolendam diversarum haeresium pravitatem. Das System der Inquisition im mittelalterlichen Europa], Lublin 2006

Prof. Dr. Franz Machilek

Werdegang: Studium der Philosophie, Theologie, Germanistik, Geschichte und Historischen Hilfswissenschaften in Augsburg, Dillingen und München, 1963 Promotion an der LMU München, 1964-1966 Archivschule München, 1982-1997 Leiter des Staatsarchivs Bamberg, seit 1989 Honorarprofessor für Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften an der Universität Bamberg

Publikationen (Auswahl): Ludolf von Sagan und seine Stellung in der Auseinandersetzung um Konziliarismus und Hussitismus, München 1967; Klosterhumanismus in Nürnberg um 1500, in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg 64 (1977), 10-45; Menschenwürde und Gewissensfreiheit. Caritas Pirckheimer und die Reformation in Nürnberg, in: In Würde leben, interdisziplinäre Studien zu Ehren von Ernst Ludwig Grasmück, hg. v. R. Bucher, O. Fuchs u. J. Kügler, Luzern 1998, 49-71; Albrecht Dürer und der Humanismus in Nürnberg, in: Albrecht Dürer – ein Künstler in seiner Stadt, hg. v. M. Mende, Nürnberg 2000, 44-7

Dr. Jan Hrdina

Werdegang: Studium der Geschichte, Historischen Hilfswissenschaften und Archivistik in Prag, 2010 Promotion an der Karls-Universität Prag, 1998-2002 Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Historische Hilfswissenschaften der Universität Prag, seit 2005 Archivar am Archiv der Hauptstadt Prag

Publikationen (Auswahl): Wilsnack, Hus und die Luxemburger, in: Die Wilsnackfahrt. Ein Wallfahrts- und Kommunikationszentrum Nord- und Mitteleuropas im Spätmittelalter, hg. v. F. Escher u. H. Kühne, Frankfurt a.M. 2006, S. 41-63; Spuren böhmischer und mährischer Pilger in Bayern und Franken im Spätmittelalter, in: Bayern und Böhmen. Kontakt, Konflikt, Kultur, hg. v. R. Luft u. L. Eiber, München 2007, 59-83; Päpstliche Ablässe im Reich um 1400, in: Wallfahrt und Reformation. Zur Veränderung religiöser Praxis in Deutschland und Böhmen in den Umbrüchen der Frühen Neuzeit (zus. mit H. Kühne u. T. T. Müller), Frankfurt a.M. 2007, 109-130

Dr. Kateřina Jíšová

Werdegang: Studium der Geschichte und Volkskunde in Prag, 2008 Promotion an der Karls-Universität Prag, seit 1994 Archivarin am Archiv der Hauptstadt Prag

Publikationen (Auswahl): Pozdně středověké testamenty v českých zemích [Spätmittelalterliche Testamente in den böhmischen Ländern], hg. zusammen mit Eva Doležalová, Prag 2006; Milosrdenství ve středověkých městech [Barmherzigkeit in mittelalterlichen Städten], Prag 2013; Města a šlechta ve středověku a v raném novověku [Städte und Adel im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit]. Gesammelte Schriften von Václav Ledvinka, Prag 2016

Dr. habil. Marcin Starzyński

Werdegang: 2009 Promotion an der Jagiellonen-Universität Krakau, 2016 Habilitation ebd., Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Jagiellonen-Universität Krakau, Abteilung für Historische Hilfswissenschaften

Publikationen (Auswahl): Nad średniowiecznymi księgami rachunkowymi miasta Krakowa [Über die mittelalterlichen Rechnungsbücher der Stadt Krakau], in: Roczniki Historyczne 74 (2008), 165-178; Last Tribute to the King. The Funeral Ceremony of the Polish King Kazimierz the Jagiellon (1492) in the Light of an Unknown Description, in: Viator. Medieval and Renaissance Studies 45/2 (2014), 289-302; Das mittelalterliche Krakau. Der Stadtrat im Herrschaftsgefüge der polnischen Metropole, Köln/Wien/Weimar 2015; Średniowieczny Kazimierz, jego ustrój i kancelaria [Das mittelalterliche Kazimierz, seine Verfassung und Kanzlei], Krakau 2015

Prof. Dr. Franz Fuchs

Werdegang: Studium von Geschichte, Deutsch und Sozialkunde an der Universität Regensburg, Promotion 1987 ebd., 1995-2002 Professor für Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften an der Universität Regensburg, seit 2002 Inhaber des Lehrstuhls für Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften an der Universität Würzburg

Publikationen (Auswahl): Hans Pirckheimer am Hofe Kaiser Friedrichs III. (1458/59), Habil. masch., Mannheim 1993; Hans Pirckheimer (+ 1492), Ratsherr und Humanist, in: Pirckheimer-Jahrbuch 21 (2006), 9-44; Humanistische Eliten in der Reichsstadt Nürnberg um 1500, in: Krakau - Nürnberg - Prag. Die Eliten der Städte im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Herkunft, Nationalität, Mobilität, Mentalität, hg. v. M. Diefenbacher, O. Fejtova u. Z. Noga, Prag 2016, 439-451; Götter und Heilige. Zur Frömmigkeit des Ingolstädter Humanisten Jakob Locher Philomusus (1471-1528), in: Wie fromm waren die Humanisten? hg. v. B. Hamm u. T. Kaufmann, Wiesbaden 2016, 247-259

Dr. Marta Vaculínová

Werdegang: Studium von Latein, Archivwesen und klassischer Philologie in Prag und Brünn, 2000 Promotion an der Universität Brünn, 1996-2016 Leiterin der Abteilung für Handschriften und alte Drucke an der Bibliothek des Nationalmuseums Prag, seit 2016 Mitarbeiterin im Kabinett für klassische Studien des Philosophischen Institutes der Tschechischen Akademie der Wissenschaften

Publikationen (Auswahl): Bohuslaus Hassensteinius a Lobkowicz: Opera poetica (Hg.), München/Leipzig 2006; Humanistische Dichter aus den böhmischen Ländern und ihre Präsenz in den gedruckten nicht bohemikalen Anthologien des 16. - 17. Jahrhunderts, in: Listy filologické 132 (2009), 9-23; Paulus a Gisbice (1581-1607). Ein böhmischer Dichter und seine Studienreise nach Leiden, in: Humanistica Lovaniensia. Journal of Neo-Latin Studies Vol. LVIII (2009), 191-215; Bohemica in Sweden and the National Museum Library in Prague, in: War - Booty. A Common European Cultural Heritage, Stockholm 2009, 139-145; Gustav Adolf, the King of Sweden, in the Latin Poetry of Czech Humanists, in: Acta Conventus Neolatini Uppsaliensis. Proceedings of the Fourteenth International Congress of Neo-Latin Studies (Uppsala 2009), Vol. 2, Leiden/Boston 2012, 1155-1163

Prof. Dr. Waldemar Kowalski

Werdegang: Studium der Geschichte an der Pädagogischen Hochschule Kielce, 1988 Promotion ebd., 2003 Gastprofessor am Research Institute of Irish and Scottish Studies und der University of Aberdeen, 2008-2012 Direktor des Instituts für Geschichte der Świętokrzyskie-Universität Kielce, derzeit Leiter der Abteilung für Geschichte des 16. und 18. Jahrhunderts ebd.

Publikationen (Auswahl): Żydzi wśród chrześcijan w dobie szlacheckiej Rzeczypospolitej [Juden unter Christen in der Ära der Adelsrepublik], Kielce 1996; Uposażenie parafii archidiakonatu sandomierskiego w XV-XVIII wieku [Die Ausstattung der Pfarrei in der Erzdiözese Sandomierz im 15.-18. Jh.], Kielce 1998; Wielka imigracja. Szkoci w Krakowie i Małopolsce w XVI – pierwszej połowie XVII wieku [Große Einwanderung. Schotten in Krakau und Kleinpolen im 16. und der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts], Kielce 2010

Prof. Dr. Anselm Schubert

Werdegang: Studium der evangelischen Theologie und der Germanistik in Marburg, Tübingen, Durham und München, 2000 Promotion an der LMU München, 2007 Habilitation im Fach Kirchengeschichte, 2010-2012 Professor für ev. Theologie/Kulturgeschichte des Christentums an der Universität Erfurt, seit 2012 Professor für Neuere Kirchengeschichte am Fachbereich Theologie der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg

Publikationen (Auswahl): Das Ende der Sünde. Anthropologie und Erbsünde zwischen Reformation und Aufklärung, Göttingen 2000; Frühneuzeitliche Konfessionskulturen (Hg. zus. mit T. Kaufmann und K. von Greyerz), Gütersloh 2008; Das Lachen der Ketzer. Zur Selbstinszenierung der frühen Reformation, in: ZThK 108 (2011), 405-430; Andreas Osiander als Kabbalist, in: ARG 104 (2014), 71-95

Dr. Ota Halama

Werdegang: Assistenzprofessor in der Abteilung für Kirchengeschichte an der Protestantischen Theologischen Fakultät der Karls-Universität Prag

Publikationen (Auswahl): Otázka svatých v české reformaci [Die Heiligenfrage in der böhmischen Reformation], Prag 2002; Svatý Jan Hus [Der Heilige Jan Hus], Prag 2015

Prof. Dr. Janusz Gruchała

Werdegang: Studium der polnischen und klassischen Philologie, 2002 Habilitation in Literaturwissenschaft an der Jagiellonen-Universität Krakau, 2004-2012 Rektor der Staatlichen Höheren Berufsschule in Krosno, heute Professor an der polonistischen Fakultät der Jagiellonen-Universität Krakau

Publikationen (Auswahl): Das humanistische lateinische Buch in Polen bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts, in: Der polnische Humanismus und die europäischen Sodalitäten. hg. v. S. Fussel und J. Pirożyński, Wiesbaden 1997, 101-110; Iucunda familia librorum. Humaniści renesansowi w świecie książki [Iucunda familia librorum. Renaissance-Menschen in der Welt der Bücher], Krakau 2002; Polska renesansowa filologia humanistyczna. Filologowie polscy czasów renesansu wobec problemów tekstu i języka [Humanistische Philologie der polnischen Renaissance. Polnische Philologen der Zeit der Renaissance angesichts von Text- und Sprachproblemen], in: Humanizm i filologia, hg. v. A. Karpiński, Warschau 2011, 69-99

Dr. Christine Sauer

Werdegang: Studium der Kunstgeschichte, Mittelalterlichen Geschichte und Byzantinischen Kunstgeschichte in Newark/Delaware und München, 1990 Promotion, 1991-1995 Wissenschaftliche Angestellte an der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart, 1995-1997 Ausbildung zum Höheren Dienst an Wissenschaftlichen Bibliotheken, seit 1997 Leiterin des Kundenbereichs Historisch-wissenschaftliche Stadtbibliothek, Nürnberg

Publikationen (Auswahl): Zwischen Kloster und Welt: Illumnierte Handschriften aus dem Dominikanerinnenkonvent St. Katharina in Nürnberg, in: Frauen – Kloster – Kunst. Neue Forschungen zur Kulturgeschichte des Mittelalters, hg. v. J. F. Hamburger u.a., Turnhout 2007, 123-142; Zierlich Schreiben. Johann Neudörffer d.Ä. und seine Nachfolger in Nürnberg (zus. mit O. Linke) München/Nürnberg 2007; Handwerk im Mittelalter, Darmstadt 2012; In Nürnberg illuminiert. Die Reichsstadt Nürnberg als Zentrum der Buchmalerei im Zeitalter Johannes Gutenbergs, Luzern 2015

Dr. Olga Fejtová

Werdegang: Studium der Archivwissenschaft in Prag, 2003-2011 Promotionsstudium am Institut für tschechische Geschichte der Karls-Universität Prag, seit 1992 Archivarin am Archiv der Hauptstadt Prag, seit 2012 Leiterin der Abteilung Historische Sammlungen ebd., Lehrtätigkeit an der Philosophischen Fakultät der J. E. Purkyně-Universität in Ústí nad Labem

Publikationen (Auswahl): Reformierte Literatur in Prager bürgerlichen Privatbibliotheken im 17. Jahrhundert, in: Zwingliana 32 (2005), 71-88; Reflexion der böhmischen und europäischen konfessionellen Tradition in frühneuzeitlichen böhmischen bürgerlichen Bibliotheken (zus. mit J. Pešek), in: Bohemia 48 (2008), 29-53; Rekatolizace na Novém Městě pražském v době pobělohorské [Die Rekatholisierung in der Prager Neustadt in der Zeit nach der Schlacht am Weißen Berg], Prag 2012; Jednota bratrská v městech pražských v době předbělohorské a rejstřík členů pražského sboru [Die Brüderunität in den Prager Städten in der Zeit vor der Schlacht am Weißen Berg und das Mitgliederverzeichnis der Prager Gemeinde], Prag 2014

Dr. habil. Wojciech Krawczuk

Werdegang: Studium der schwedischen Philologie und Geschichte, 1994 Promotion in Geschichte an der Jagiellonen-Universität Krakau, 2003 Habilitation ebd., derzeit Leiter der Abteilung für Archive, Didaktik und quantitative Methoden am Institut für Geschichte der Jagiellonen-Universität Krakau

Publikationen (Auswahl): Kancelaria koronna a sejm walny, Instructuarium [Die königliche Kanzlei und Generalversammlung], Warschau 1995; Niemieckie inskrypcje w Polsce. Deutsche Inschriften in Polen (zus. mit A. Perłakowski u. A. Strojny), Kożuchów 1999; Sumariusz Metryki Koronnej, Księga wpisów podkanclerzego Wojciecha Baranowskiego z okresu marzec 1588 – grudzień 1590, MK 135 z Archiwum Głównego Akt Dawnych w Warszawie [Zusammenfassung der Kronmetriken, Buch der Eintragungen von Wojciech Baranowski, Vizekanzler von März 1588 - Dezember 1590], Warschau 2010

Dr. Maciej Ziemierski

Werdegang: 2008 Promotion an der Jagiellonen-Universität Krakau, derzeit Mitarbeiter am Institut für Jüdische Studien ebd.

Publikationen (Auswahl): Skład osobowy Sądu Wyższego Prawa Magdeburskiego na Zamku Krakowskim w XVII-XVIII wieku [Die Zusammensetzung des Magdeburger Oberhofs auf der Krakauer Burg im 17. und 18. Jahrhundert], Krakau 2013

Stefan Ehrenpreis

Prof. Dr. Stefan Ehrenpreis

Werdegang: Studium der Geschichte, Sozialwissenschaften und Pädagogik in Bochum und Wien, 1998 Promotion an der Universität Bochum, 1995-1998 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der LMU München, 1998-2005 Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl Geschichte der Frühen Neuzeit der Humboldt-Universität zu Berlin, 2007-2011 Lehrstuhlvertretungen für Geschichte der Frühen Neuzeit in Bielefeld und an der LMU München, seit 2014 Professor an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

Publikationen (Auswahl): Die Tätigkeit des Reichshofrats um 1600 in der protestantischen Kritik, in: Reichshofrat und Reichskammergericht. Ein Konkurrenzverhältnis, hg. v. W. Sellert, Köln/Weimar/Wien 1999, 27-46; Kaiserliche Gerichtsbarkeit und Konfessionskonflikt. Der Reichshofrat unter Rudolf II. 1576-1612, Göttingen 2006; Religionsprozesse vor dem Reichshofrat 1555-1620, in: Juristische Argumente – Argumente der Juristen, hg. v. A. Cordes, Köln/Weimar/Wien 2006, 97-125

Dr. Marek Ďurčanský

Werdegang: Studium der Archivwissenschaft, historischen Hilfswissenschaften und Geschichte in Prag, 2007 Promotion an der Karls-Universität Prag, 1996-2004 Archivar im Archiv der Akademie der Wissenschaften, seit 2004 Archivar und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Geschichte und im Archiv der Karls-Universität Prag

Publikationen (Auswahl): Česká města a jejich správa za třicetileté války: Zemský a lokální kontext [Tschechische Städte und ihre Verwaltung während des Dreißigjährigen Krieges: Der nationale und lokale Kontext], Prag 2013

Dr. Václav Ledvinka

Werdegang: Absolvent der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität in Prag, 1987-2016 Direktor des Archivs der Hauptstadt Prag, Lehrbeauftragter an der Universität Jan Evangelista Purkyně in Ústí nad Labem und der Karls-Universität Prag

Publikationen: Úvěr a zadlužení feudálního velkostatku v předbělohorských Čechách (Finanční hospodařeni pánů z Hradce 1560-1596) [Darlehen und Verschuldung des Feudalwesens im böhmischen Vorgebirge. Die Finanzverwaltung der Herren von Hradec 1560-1596] Prag 1985; Pražské paláce [Prager Paläste] (zus. mit B. Mráz und V. Vlnas), Prag 1995; Praha [Prag] (zus. mit J. Pešek), Prag 2000

Prof. Dr. Zdzisław Noga

Werdegang: Studium der Geschichte an der Pädagogischen Hochschule Krakau, 1993 Promotion, 2003 Habilitation, 2003-2009 stellvertretender, 2009-1012 Direktor des Instituts für Geschichte und Archive der Pädagogischen Universität Krakau, derzeit Inhaber des Lehrstuhls für Archivistik und historische Hilfswissenschaften ebd.

Publikationen (Auswahl): Krakowska Rada Miejska w XVI wieku: studium o elicie władzy [Der Krakauer Stadtrat im 16. Jahrhundert. Eine Studie über die Machtelite] Krakau 2003; Urzędnicy miejscy Krakowa. 1500-1794 [Die Beamten der Stadt Krakau], 2 Bde., Krakau 2008; Krakau - Nürnberg – Prag. Die Eliten der Städte im Mittelalter und in der frühen Neuzeit: Herkunft, Nationalität, Mobilität, Mentalität (hg. zus. mit M. Diefenbacher u. O. Fejtová), Prag 2016

Dr. Walter Bauernfeind

Werdegang: Studium der Mittleren und Neueren Geschichte, Politischen Wissenschaften und Geographie in Erlangen, 1992 Promotion in bayerischer und fränkischer Landesgeschichte an der Universität Bayreuth, 1993-1995 Anstellung bzw. Lehrauftrag an der LMU München, 1993-1996 Referendariat an der Archivschule München, seit 1996 Abteilungsleiter am Stadtarchiv Nürnberg

Publikationen (Auswahl): Materielle Grundstrukturen im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit. Preisentwicklung und Agrarkonjunktur am Nürnberger Getreidemarkt von 1339 bis 1670, Nürnberg 1993; Die reichsten Nürnberger Bürger 1579 und ihre Stellung in der reichsstädtischen Gesellschaft, in: Jahrbuch für fränkische Landesforschung 60 (2000), 200-253; Nürnberg 1793 bis 1814: eine Darstellung der politischen Entwicklung aus patrizischer Sicht und der Verfassungsentwurf für eine wieder zu errichtende Reichsstadt, in: MVGN 92 (2005), 199-247; Beziehungen des ‚Patriziats‘ von Nürnberg und Krakau (1498-1536); in: Die Krakauer Herrschaftselite und ihre Kontakte mit den Städten Europas im Mittelalter und in der Neuzeit, hgg. v. Stadt und Universität Krakau, Krakau 2011, 81-121

Prof. Dr. Jiří Pešek

Werdegang: Studium der Archäologie und Geschichte in Prag, 1978 Promotion, 1978-1994 Archivar am Archiv der Hauptstadt Prag, 1990-1994 stellv. Direktor ebd., 1995-2012 Inhaber des Lehrstuhls für deutsche und österreichische Studien am Institut für internationale Studien der Karls-Universität Prag, seit 2012 Professor, Historisches Modul, ebd.

Publikationen (Auswahl): Měšťanská vzdělánost a kultura v předbělohorských Čechách 1547-1620: všední dny kulturního života [Urbane Kultur und Bildung 1547-1620 in Böhmen], Prag 1993; Deutschsprachige Minderheiten in Europa 1945. Bilanzen eines deutsch-tschechischen Projekts (zus. mit M. Kittel, H. Möller und O. Tůma), München 2007; Zeitgeschichte in Bewegung. Die österreichische Erforschung des 20. Jahrhunderts (zus. mit O. Rathkolb u.a.), Prag 2013

Thomas Schauerte

Dr. Thomas Schauerte

Werdegang: Studium der Kunstgeschichte, Christlichen Kunstgeschichte und Archäologie sowie Geschichte in Bayreuth, Erlangen, Berlin und Wien, 1999 Promotion an der FU Berlin, 2000-2009 u.a. freie Mitarbeit im Germanischen Nationalmuseum, Kurator mehrerer Ausstellungen sowie Lehraufträge in Berlin, Heidelberg, Trier und Düsseldorf, seit 2009 Leitung des Albrecht-Dürer-Hauses und der Kunstsammlung der Museen der Stadt Nürnberg, seit 2015 zusätzlich Leitung des Nürnberger Stadtmuseums Fembohaus

Publikationen (Auswahl): Die Ehrenpforte für Kaiser Maximilian I. Dürer und Altdorfer im Dienst des Herrschers, München/Berlin 2001; Albrecht Dürer: Das große Glück. Kunst im Zeichen des geistigen Aufbruchs, Bramsche 2003; Dürer: Das ferne Genie. Eine Biografie, Stuttgart 2012; Dürer & Celtis. Die Nürnberger Poetenschule im Aufbruch, München 2015

Michaela Hruba

Dr. Michaela Hrubá

Werdegang: Studium der Geschichte sowie der tschechischen Sprache und Literatur in Ústí nad Labem, 2001 Promotion im Bereich der Historischen Hilfswissenschaften an der Karls-Universität Prag, 2009 Habilitation im Fach tschechische Geschichte an der Universität Budweis, seit 2006 Dekanin der Philosophischen Fakultät der Universität Ústí nad Labem

Publikationen (Auswahl): Stav a perspektivy zpřístupňování městských knih v českých zemích ve středověku a raném novověku [Status und Perspektiven des Zugangs zu städtischen Büchern in den böhmischen Ländern im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit] (zus. mit L. Sultiková u. V. Zábranský), Aussig 2010; Ars Montana. Umělecký a kulturní transfer v otevřeném prostoru česko - saského Krušnohoří na prahu raného novověku (1459-1620) [Ars Montana. Kunst- und Kulturtransfer im tschechisch-sächsischen Erzgebirge an der Schwelle zur frühen Neuzeit (1459-1620) (zus. mit J. Royt u. M. Ottová), Prag 2016

Prof. Dr. Jan Royt

Werdegang: Studium der Agrarwissenschaften, später der Kunstgeschichte in Prag, 1984 Promotion an der Karls-Universität Prag, 1997 Habilitation, seit 2003 stellvertretender Leiter des Instituts für Geschichte der Christlichen Kunst der Katholisch-Theologischen Fakultät der Karls-Universität Prag, 2006-2013 Direktor des Instituts für Kunstgeschichte der Philosophischen Fakultät ebd., seit 2014 Vizerektor der Karls-Universität Prag für kreative und verlegerische Aktivitäten

Publikationen (Auswahl): Die mittelalterliche Malerei in Böhmen, Prag 2003; Slovník biblické ikonografie [Wörterbuch der biblischen Ikonographie], Prag 2006; Obraz a kult v Čechách 17. a 18. století [Bild und Kult in Böhmen im 17. und 18. Jahrhundert] Prag 2012; Gotické deskové malířství v severozápadních čechách [Gotische Tafelmalerei in Nordwestböhmen], Prag 2015; The Cathedral of St. Vitus at Prague Castle, Prag 2017

Mgr. Dawid Machaj

Werdegang: seit 2014 Doktorand an der Fakultät für Geschichte der Universität Warschau
Publikationen (Auswahl): Always faithful? Confessional situation in 16th-17th century University of Cracow

Wolfgang Maehrle

Dr. Wolfgang Mährle

Werdegang: Studium der Geschichte, Germanistik und Philosophie in Augsburg, Tübingen, Erlangen und Cambridge, 1999 Promotion, 1999-2001 Archivreferendariat, seit 2001 Archivar am Hauptstaatsarchiv Stuttgart, seit 2003 Lehrbeauftragter am Historischen Seminar der Universität Tübingen

Publikationen (Auswahl): Academia Norica. Wissenschaft und Bildung an der Nürnberger Hohen Schule in Altdorf (1575-1623), Stuttgart 2000; Bildungspolitik im Zeichen Melanchthons. Die Familie Camerarius und das höhere Schulwesen in Nürnberg 1526-1624, in: Nürnbergs Hochschule in Altdorf. Beiträge zur frühneuzeitlichen Wissenschafts- und Bildungsgeschichte, hg. v. H. Marti u. K. Marti-Weissenbach, Köln/Weimar/Wien 2014, 17-40; Die kirchliche Elite der Reichsstadt Nürnberg im konfessionellen Zeitalter (1553-1648), in: Krakau – Nürnberg – Prag. Die Eliten der Städte im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Herkunft, Nationalität, Mobilität, Mentalität, hg. v. M. Diefenbacher, O. Fejtová u. Z. Noga, Prag 2016, 281-311; Aufgeklärte Herrschaft im Konflikt. Herzog Carl Eugen von Württemberg 1728-1793, Stuttgart 2017

Marketa Ruckova

Dr. Markéta Růčková

Werdegang: Studium der Archivwissenschaften und Historischen Hilfswissenschaften in Prag, seit 2011 Mitarbeiterin in der Abteilung der historischen Sammlungen und Depositen des Archivs der Hauptstadt Prag

Publikationen (Auswahl): Das Bremer Gymnasium Illustre und seine Beziehung zu den Studenten der Brüderunität aus Böhmen und Mähren zu Anfang des 17. Jahrhunderts, in: Bremisches Jahrbuch 89 (2010), 93-127; »Poslušenství synovské vzkazuji Vám, můj nejmilejší pane otče«. Studium a korespondence kněžského dorostu Jednoty bratrské v letech 1610-1618 [„Den Sohnesgehorsam erweise ich Ihnen, mein Liebster Herr Vater“. Studium und Korrespondenz des Priesternachwuchses der Brüderunität in den Jahren 1610-1618] (zus. mit J. Čepelák), Prag 2014

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