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Buchpatenschaft Phil. 8. 2477

Als Geschenk nach Nürnberg gekommener Beleg für die Verlagsproduktion des Warschauer Verlegers und Druckers Michael Gröll

Dort wurde er 1765 Hofbuchhändler und 1777 königlicher Hofrat. Die von ihm 1778 gegründete Druckerei stattete er auf dem Niveau der neuesten technischen Errungenschaften aus, so dass er 1784 an vier Pressen 30 Drucker und Setzer beschäftigen konnte. 1793/95 folgte, auch aufgrund politischer Veränderungen, der geschäftliche Ruin. Michael Gröll gilt als ein wichtiger Vermittler der Aufklärung nach Polen, da er eine Auswahl der grundlegenden Texte ins Polnische übersetzen ließ. Er selbst bezeichnete sich als erster Verleger, der bewusst in der polnischen Sprache publizierte. So veröffentlichte er einerseits Werke polnischer Autoren in der Volkssprache, sorgte umgekehrt aber auch durch Übersetzungen ins Deutsche für deren Verbreitung in seiner Heimat. Wohl zur Beförderung des Austauschs, aber auch aus Stolz auf sein Werk begann Michael Gröll schon bald nach seiner Ankunft in Warschau, ausgewählte Exemplare seiner Verlagsproduktion nach Nürnberg zu schicken. 1776 bedankte er sich beim Rat der Stadt für die Ehre, „meinen polnischen Verlags-Büchern einen Platz auf eine so ausnehmende Art in Dero so berühmten Stadt-Bibliothek einzuräumen“. Insgesamt gelangten auf diese Art und Weise 149 Titel in 223 Bänden mit Erscheinungsjahren von 1753 bis 1789 in die Signaturengruppe „Philologica“ der Stadtbibliothek. Die meisten von ihnen sind einheitlich in Kalbsleder mit goldgeprägtem Rücken eingeschlagen und weisen einen roten Schnitt auf. Die vorliegende Anthologie aus dem Gründungsjahr der Druckerei ist mit zahlreichen Kupferstichen ausgestattet, die sich inhaltlich auf die begleitenden Texte beziehen. Sie bezeugen die nicht nur verkaufstechnisch geschickte, sondern auch qualitativ hohe Ausstattung der von Michael Gröll verlegten Titel.

Schaden

Der hintere Buchdeckel ist nahezu lose, das Leder und die Bünde sind hier im Falz gebrochen. Am Lederrücken befinden sich Fehlstellen im Bereich der Kapitale. Das obere Kapitalband fehlt, das untere ist beschädigt. Die Buchecken sind abgestoßen.

Behandlung

Das Papier und der Buchschnitt müssen trocken gereinigt werden. Die Ecken des Lederbandes müssen gefestigt und die Fehlstellen im Leder unterlegt werden. Die Kapitale werden restauriert bzw. oben ergänzt.

Restaurierungskosten

486.- Euro

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