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Einwohnerzahl: Nürnberg weiterhin auf Wachstumskurs

Wie viele Menschen werden im Jahr 2020 voraussichtlich in Nürnberg leben? Was auf den ersten Blick nach Zahlenspielerei aussieht, ist das Futter für die tägliche Arbeit einer Stadtverwaltung. Denn an Hand dieser Prognose kann eine Stadt bedarfsgerecht für die Zukunft planen. Das Amt für Stadtforschung und Statistik errechnete nun, wie sich die Einwohnerzahl im Laufe der nächsten vier Jahre entwickeln wird. Das Ergebnis: Nürnberg wächst weiter.

Seit der Jahrtausendwende verzeichnet die Stadt ein stetiges Plus an Bewohnern: Ende 2014 hatten insgesamt 516.770 Menschen ihren Hauptwohnsitz in Nürnberg gemeldet, das waren 36.000 mehr als noch im Jahr 2000. Da im letzten Jahr viele Flüchtlinge in die Stadt kamen, setzte sich dieser Trend weiter fort. Aufgrund dieser aktuellen Zahlen erwarten die Statistiker, dass 2020 rund 530.200 Menschen in Nürnberg leben werden.

Gründe für den erwarteten Zuwachs

Die Gründe für diesen zukünftigen Anstieg finden die Experten in den Daten des städtischen Melderegisters. Für die Prognosen sind besonders drei Faktoren wichtig: die Zahl der Zuzüge, die Sterberate sowie die Zahl der Geburten. Letztere zeigt klar nach oben: In Nürnberg kommen wieder mehr Kinder zur Welt. Die sogenannten Babyboomer, also die geburtenstarke Generation der 25- bis 35-Jährigen, werden nun selbst Eltern. Darum sind die Geburtenzahlen derzeit so hoch wie zuletzt Ende der 1960er Jahre.

Gleichzeitig gibt es immer mehr ältere Menschen, weil die Nürnberger länger leben. Die Zahl der Sterbefälle nahm in der letzten Zeit in allen Altersgruppen ab und wird wahrscheinlich in Zukunft noch weiter sinken. Damit wächst automatisch auch die Zahl der über 80-Jährigen. 2015 waren 29.400 Einwohner 80 Jahre und älter, 1995 hingegen nur 24.300.

Im Vergleich zur Region

Ebenfalls für Dynamik in den Bevölkerungsstatistiken sorgen die Zuzüge: Weiterhin ziehen mehr Menschen aus dem übrigen Bayern und den restlichen Bundesländern nach Nürnberg. Dies unterstreicht die überregionale Attraktivität des Standorts. Nur ins direkte Nürnberger Umland wandern im Vergleich mehr Personen ab, als von dort zuziehen.

Fussgängerzone

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In Nürnberg zu leben erfreut sich wachsender Beliebtheit, wie die Daten des Einwohnermelderegisters zeigen.

Eine sehr große Rolle bei den Wanderbewegungen spielte im letzten Jahr vor allem die Zuwanderung aus dem Ausland. Die Herkunftsländer waren besonders Krisenregionen wie Syrien, Irak oder Afghanistan, aber auch EU-Ländern wie Rumänien und Bulgarien. Rund 9.500 Personen zogen im letzten Jahr allein aus dem Ausland in die Frankenmetropole.

Blick in die Zukunft

Die Zahl der zugezogenen Flüchtlinge stellt die Statistiker allerdings vor eine mathematische Schwierigkeit: Da bei den meisten der Asylantrag noch bearbeitet wird, ist nicht klar, ob sie hier bleiben dürfen. Selbst wenn der Antrag bewilligt wird, lässt sich keine klare Aussage für die Zukunft treffen: Während des Asylverfahrens wird Flüchtlingen ihr Wohnort zugeteilt, danach dürfen sie selbst entscheiden, wo sie wohnen möchten. Um die Ergebnisse nicht zu verzerren, rechneten die Statistiker diese Gruppe an Zugezogenen aus ihren Erwartungen für die kommenden Jahre heraus.

Mehr Babys, mehr ältere Menschen: Auch ohne die Zahl zugezogener Flüchtlinge zu berücksichtigen, werden in den nächsten Jahren mehr Menschen in Nürnberg wohnen. Aufgrund der Prognosen des Amts für Stadtforschung und Statistik kann die Stadt nun ihre Planungen an die altersspezifischen Bedürfnisse und die damit einhergehenden Anforderungen an die Infrastruktur anpassen. (cs)

Hintergrund: Zahl der Woche

Das Amt für Stadtforschung und Statistik der Städte Nürnberg und Fürth veröffentlicht in in Monatsberichten, Jahrbüchern und vielen weiteren Publikationen sehr regelmäßig Zahlen, die Aufschluss über verschiedenste Entwicklungen in Nürnberg geben. In unserer neuen Serie "Nürnberg numerisch: die Zahl der Woche" stellen wir Ihnen ab Juni 2016 nach und nach einige der Zahlen und deren Hintergründe vor.

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