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Nürnberg bewirbt sich als Europäische Kulturhauptstadt

Es ist beschlossen: Nürnberg will im Jahr 2025 Kulturhauptstadt Europas werden. Mit großer Mehrheit hat der Stadtrat am 14. Dezember 2016 für eine Nürnberger Bewerbung gestimmt. Was der Titel bedeutet, wie die nächsten Schritte im Bewerbungsverfahren aussehen und welche Themenfelder für eine Bewerbung in Frage kommen könnten, lesen Sie im Folgenden.

Bei der Blauen Nacht 2016 erstrahlte die Burg in verschiedenen Mustern.

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Seit dem Stadtjubiläum im Jahr 2000 erstrahlen die Altstadt und ihre Sehenswürdigkeiten eine Nacht lang in blauer Pracht.


Auf einen Blick: Europäische Kulturhauptstadt

  • Europäische Kulturhauptstadt ist ein Titel, den die Europäische Union (EU) seit 1985 vergibt. Er gilt immer für ein Jahr.
  • Der Titel soll den Reichtum und die Vielfalt der Kulturen in Europa hervorheben und die kulturellen Eigenschaften würdigen, die den Europäern gemein sind.
  • Seit der EU-Erweiterung 2004 gibt es jährlich zwei Kulturhauptstädte: Eine liegt in einem neuen Mitgliedsland, die andere in einem alten. 2025 sind Deutschland und Slowenien an der Reihe.
  • Erfahrungsgemäß ist eine Kulturhauptstadt ein beliebtes Reiseziel. Doch auch die Bürger profitieren von den angestoßenen Projekten, weil diese wichtige Impulse in Sachen Stadtentwicklung und Kultur setzen und das Image einer Stadt aufbessern.
  • Bewerben kann sich nur eine Stadt, keine Region. Dennoch kann die Stadt ihr Umland in die Bewerbung einbeziehen.
  • Zuschüsse von Seiten der EU gibt es keine.

Infoveranstaltungen: Auf dem Weg zur Kulturhauptstadt 2025

Wie geht Kulturhautpstadt? Und was bedeutet die Bewerbung für Nürnberg? Antworten auf diese Fragen gaben drei Informationsabende im Februar, März und April 2017. Im Nachgang der Veranstaltungen finden Sie diese hier als Video-Dokumentation. Ab 30. März 2017 finden zudem für besonders Interessierte sechs Kulturhauptstadt-Abende im Künstlerhaus statt. Sie dienen dem Dialog und Diskurs mit unterschiedlichsten Expertinnen und Experten.


Während der Informationsabende konnten die Besucher Ideen und Vorschläge auf den aushängenden Themen-Clouds hinterlassen. Hier finden Sie die gesammelten Clouds der bisherigen Veranstaltungen.

Themen-Clouds der Infoabende zur Kulturhauptstadt-Bewerbung


Let's Talk: Kulturhauptstadt-Abende im Künstlerhaus

Der offizielle Startpunkt ist gesetzt, Sie haben sich informiert und wollen tiefer ins Thema einsteigen? Unsere Kulturhauptstadt-Abende möchten den Dialog mit und zwischen Kulturmacherinnen und -machern in Nürnberg anstoßen, den Diskurs führen und kontinuierlich über der Stand der Dinge informieren. Die Veranstaltungen dauern 90 Minuten, der Eintritt ist frei. Im Anschluss kann und soll in loser Runde weiter gesprochen und diskutiert werden.

Grafik der Diskussionsbeiträge der Veranstaltung Let's Talk: Di

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Diskussionsbeiträge zum Thema Kulturhauptstadt bei der "Let's Talk"-Veranstaltung am 30. März 2017.

Kommende Veranstaltungen


Die Themen: Weder Hochglanz noch Schönheitswettbewerb

Konkrete Themen für die Nürnberger Bewerbung gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine. Allerdings geht es beim Projekt Kulturhauptstadt weniger darum, eine Stadt herauszuputzen, sondern ein enormes Stadtentwicklungsprojekt anzuschieben: Möglichst viele gesellschaftliche Gruppen sollen ihre Ideen in den Prozess einbringen können. Stoff für mögliche Themen liefern neben der Kultur auch die Bereiche Wirtschaft, Soziales, Umwelt, Sport und viele mehr. Die europäische Dimension darf hierbei nicht fehlen.

Immer wieder hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass im Titel Kulturhauptstadt die Chance liegt, den Blick dorthin zu richten, wo es in Stadt und Gesellschaft knirscht und hakt. Als Schmiermittel kann Kultur hier Diskussionen und weitere Entwicklungen anregen. So hat sich das Ruhrgebiet in seiner Zeit als Kulturhauptstadt intensiv mit dem Strukturwandel der Region auseinandergesetzt. Die dänische Stadt Aarhus, die 2017 den Titel trägt, möchte mit den Bürgern über Werte diskutieren. Ziel für Nürnberg ist es, als Stadtgesellschaft gemeinsam Themen zu entwickeln, die Anknüpfungspunkte auch über das Jahr 2025 hinaus bieten.

Aus den bisherigen Gesprächen und Überlegungen haben sich fünf, noch abstrakte Themenfelder als erste Denkrichtungen herauskristallisiert, aus denen sich der Faden für eine Bewerbung spinnen ließe.

Begriffsammlung zum Themenfeld Migration, Heimat und Diversity

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„Migration, Heimat und Diversity“: In Nürnberg haben mehr als 40 Prozent der Bewohner einen sogenannten Migrationshintergrund. Selbst der berühmteste Bürger der Stadt, Albrecht Dürer, war ein Einwandererkind. Wo liegen die Gemeinsamkeiten? Was macht Nürnberg aus?

Begriffsammlung zum Themenfeld Digitalisierung des Alltags

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„Digitalisierung des Alltags“: Dank des Internets tracken wir unseren Körper, reisen in virtuelle Realitäten oder kommunizieren mit Menschen, denen wir noch nie in echt begegnet sind. Unser Leben spielt sich immer mehr online ab. Was, wenn mal kein Internetzugang zur Hand?

Begriffsammlung zum Themenfeld Zukunftsgerichtete Erinnerungskul

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„Zukunftsgerichtete Erinnerungskultur“: Die NS-Zeit prägt bis heute Teile des Nürnberger Stadtbilds. Wie soll man sich mit diesem Erbe auseinandersetzen? Wo liegen die Verbindungen in unser heutiges Leben?

Begriffsammlung zum Themenfeld Europa – quo vadis?

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„Europa – quo vadis?“: Brexit, Abschottung, Bürokratie und immer wieder das Wort Krise – diese Worte schlagen in letzter Zeit häufig auf, wenn es um Europa geht. Doch Europa steht auch für Demokratie, Wohlstand, Frieden und kulturelle Vielfalt. Wohin steuert also Europa?

Begriffsammlung zum Themenfeld Zukunft der Arbeit

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„Zukunft der Arbeit“: Spuckten einst die Bänder der Quelle Pakete für den Versand aus, fertigt der 3-D-Drucker bald passgenau, was gewünscht wird. Arbeit liegt heute irgendwo zwischen Handwerk, Minijob, Selbstständigkeit und Hartz IV. Wie verändert sich Arbeit, wie verändert sie uns?


Die nächsten Schritte im Bewerbungsverfahren

Das Jahr 2025 liegt zwar scheinbar noch in ferner Zukunft, doch die Vorbereitungen starten schon jetzt: Nachdem der Stadtrat grünes Licht für die Nürnberger Bewerbung gegeben hat, müssen nun unverzüglich Themenideen gesammelt, Projektpartner gefunden und Gespräche mit Bürgern, der freien Szene und anderen Gruppierungen begonnen werden. Denn die Zeit drängt und es sollen bereits im Vorfeld möglichst viele Teile der Gesellschaft eingebunden werden. Hier der Fahrplan für die kommenden Jahre.

Im Vorfeld

Bewerbungsbuch
Es ist bis zu 100 Seiten dick und auf Englisch zu verfassen: Das Bewerbungsbuch muss den festen Fragenkatalog der EU beantworten sowie das Motto und zentrale Themen der Bewerbung skizzieren. Ebenfalls enthält es Angaben zu Budget, Zeitplan und Partnern.

2019

Phase 1: "Pre-Selection"
Der erste Stichtag steht voraussichtlich im Frühjahr bevor: Hier ist das erste Bewerbungsbuch fällig. Rund zehn Monate später präsentieren sich alle Städte, die sich bewerben möchten, vor einer europäischen Jury. Das Jahr endet mit der Vorauswahl der Jury, die auf einer "Shortlist" drei bis fünf Städte nennt.

2020

Phase 2: "Selection"
2020 ist das Jahr der Entscheidung: Nachdem die nominierten Städte ihre Bewerbung nach den Anmerkungen der Jury überarbeitet haben, erhalten sie im Herbst Besuch von mehreren Jurymitglieder. Danach entscheidet sich, welche Stadt sich Europäische Kulturhauptstadt 2025 nennen darf.

2020–2025

Vorbereitungen
Jetzt geht es an die konkreten Vorbereitungen. In der Regel übernimmt ein unabhängig arbeitendes Büro die künstlerische Leitung und entwickelt Themenideen weiter. Einiges kann sich in diesem Zeitraum noch verändern, das Motto und die Hauptthemen jedoch bleiben.

2025

Jahr der Kulturhauptstadt
Der Höhepunkt des gesamten Verfahrens! Hier darf endlich das umgesetzt werden, was die Jahre zuvor geplant worden ist: Meist stimmt eine große Eröffnungsfeier auf die bevorstehenden zwölf Monate ein, diese sind dann mit einer Vielzahl an kulturellen Veranstaltungen und Projekten gespickt.

2026

Evaluation und Nachbereitung
Auch dies ist ein wichtiges Kriterium der EU: Das Programm der Europäischen Kulturhauptstadt ist auf Nachhaltigkeit angelegt. Die angestoßenen Projekte müssen daher mit den langfristigen Zielen der Stadtentwicklung im Einklang stehen. Eine Evaluation am Ende des Prozesses soll dies sicherstellen.


Konzert auf der Bühne am Hauptmarkt beim Bardentreffen 2016

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Beste Musik mit besonderem Flair: Das Bardentreffen verwandelt die Innenstadt in ein großes Musikfestival.


Häufige Fragen zum Thema (FAQ)

Was hat die Stadt Nürnberg bislang unternommen?

Bereits 2010 gab es erste Gespräche der Oberbürgermeister und Kulturreferenten der Städte Nürnberg und Erlangen, die die Möglichkeiten einer Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas ausloteten. Daraufhin bildete sich eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Städten der Metropolregion. Es folgten Workshops, Diskussionen und immer wieder auch der Erfahrungsaustausch mit den Organisatoren anderer Kulturhauptstädte.

Am 11. Mai 2016 stand dann das Thema auf der Tagesordnung des Nürnberger Stadtrats. Dieser beauftragte die Verwaltung, Inhalte für eine mögliche Bewerbung zu prüfen und den personellen sowie finanziellen Aufwand zu ermitteln.

Seitdem wurden Themen diskutiert, Bewerbungen anderer Städte unter die Lupe genommen und die Bewerbungskriterien der EU analysiert. Außerdem hat die Stadt im Herbst drei befristete Stellen für ein Bewerbungsbüro geschaffen, das ab 2017 mit den Vorbereitungen für die Bewerbung beginnt.

Was macht das Bewerbungsbüro?

Das Bewerbungsbüro Kulturhauptstadt Europas 2025 koordiniert den gesamten Bewerbungsprozess. Es kümmert sich um Kommunikation und Marketing, führt Beteiligungskampagnen durch und arbeitet an der Themenfindung für das Kulturhauptstadtjahr. Außerdem stellt es das Bewerbungsbuch zusammen, das rund 100 Seiten umfasst. Das Buch muss einen Fragenkatalog beantworten, der von der europäischen Kommission festgelegt ist. 2019 wird es der Jury vorgelegt.

Das Bewerbungsbüro befindet sich in der Spitalgasse 1. Sie erreichen es telefonisch unter der Nummer (0911) 231 – 2025-0, oder per Kontaktformular.

Wer kann im Bewerbungsprozess seine Ideen einbringen?

Um eine Kulturhauptstadt zu stemmen, ist es wichtig ist, dass das Projekt von möglichst vielen in der Stadtgesellschaft getragen wird. Deshalb fordert die EU, dass die Bevölkerung bereits in der Bewerbungsphase eingebunden und später an der Durchführung der Kulturhauptstadt beteiligt wird.

Eine erste Möglichkeit, sich über das Projekt Kulturhauptstadt auszutauschen, bietet der 60. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge in diesem Jahr. Rund um diesen Geburtstag lädt die Gesprächsreihe "Let's Talk" dazu ein, sich in lockerer Athmosphäre mit Experten über das Thema Kulturhauptstadt zu unterhalten.

Waren alle Anstrengungen umsonst, wenn sich Nürnberg nicht als Kulturhauptstadt durchsetzt?

Bei einer Bewerbung als Kulturhauptstadt geht es in erster Linie darum, eine Vision von der Stadt zu entwickeln und diese langfristig umzusetzen. Das eigentliche Festjahr steht nicht unbedingt im Vordergrund. Vielmehr soll ein nachhaltiges Stadtentwicklungskonzept auf den Weg gebracht werden, von dem Nürnberg auch ohne den Titel Kulturhauptstadt profitiert.

Wer sitzt in der Jury, die über die Bewerbungen entscheidet?

Die Jury besteht aus zwölf unabhängigen Sachverständigen aus dem Bereich Kultur. Zwei Mitglieder stammen aus Deutschland, die übrigen aus anderen europäischen Ländern. Die Arbeitssprache der Jury ist Englisch.

Was kostet Nürnberg die Bewerbung?

Die Kosten lassen sich nur aus den Erfahrungen der anderen Kulturhauptstädte schätzen. Für die Bewerbungsphase bis 2020 rechnet die Verwaltung mit rund fünf Millionen Euro. Diese Mittel werden für Personalkosten, Öffentlichkeitsarbeit, Studien oder die Durchführung von Projekten benötigt.

Wenn die Stadt den Titel tatsächlich erhält, kommen weitere Kosten hinzu, die sicherlich im zweistelligen Millionenbereich lägen. Genaue Angaben lassen sich hierzu noch keine machen, weil sich der finanzielle Rahmen erst in der Bewerbungsphase konkretisiert. Die Kosten müssten dann auch Projektpartner und Sponsoren aufbringen, da die EU bis auf ein Preisgeld keine Fördermittel für eine Kulturhauptstadt bereitstellt.

Welche deutschen Städte möchten sich 2025 noch bewerben?

Zum momentanen Zeitpunkt möchten sich Magdeburg, Mannheim und Dresden auf jeden Fall bewerben. Außerdem denken noch weitere Städte über eine Bewerbung nach: zum Beispiel Leipzig, Chemnitz, Kassel oder Hildesheim.


Das sagen die Medien

Die Nürnberger Bewerbung ist selbstverständlich auch Thema in den Medien. Einige Beiträge stellen wir Ihnen an dieser Stelle vor.

2plus2 – der Pressetalk: Kulturhauptstadt Nürnberg

Die neue Talkrunde auf Franken Fernsehen befasst sich in ihrer ersten Ausgabe am 27. Januar 2017 mit dem Thema Kulturhauptstadt 2025. Als Gäste in der Sendung waren Julia Lehner, Kulturreferentin der Stadt Nürnberg, und Ottmar Hörl, Installationskünstler.

Capriccio: Schluss mit fränkischer Bescheidenheit

Das Magazin "Capriccio" des Bayerischen Rundfunks hat den Check gemacht, ob Nürnberg neben Kaiserburg und Albrecht Dürer auch etwas Modernes zu bieten hat. Der Beitrag, der am 19. Januar 2017 ausgestrahlt wurde, fordert auf jeden Fall schon mal: "Schluss mit fränkischer Bescheidenheit".


Süddeutsche Zeitung: Die Top Ten der Frankenmetropole

Die Süddeutsche Zeitung fragte sich am 16. Dezember 2016, ob Nürnberg für so eine Bewerbung würdig sei. Darauf gab die SZ eine einfache Antwort: Ja, ist sie.

Toolbox zur Europäischen Kulturhauptstadt

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