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Ein Kampf, der aussieht wie ein Tanz: Capoeira

Text: Christina Bleisteiner

"Capoeira ist ein Kampf, der sich als Tanz tarnt." So beschreibt Romy Böhme, die selbst seit fünf Jahren Capoeira spielt, die brasilianische Kampfsportart. Eine Kombination aus Tanz, Kampf, Akrobatik und Spiel: Capoeira ist besonders vielseitig. Sklaven entwickelten den Sport während der Kolonialzeit in Brasilien. Mittlerweile ist Capoeira auch außerhalb Brasiliens bekannt und wird immer beliebter.

Wie funktioniert Capoeira?

"Capoeira wird gespielt. Man versucht dabei den anderen auszutricksen und dadurch zu verwirren", sagt Romy Böhme. Zwei Capoeiristas spielen dabei in einer Roda, also in einem Kreis, der von anderen Capoeiristen und Musikern gebildet wird. "Die Musik bestimmt das Tempo und den Rhythmus des Kampfes", erklärt Böhme. Die Musiker spielen auf traditionellen Instrumenten.

Capoeira ist kein klassisch statischer Kampfsport, sondern alles geschieht aus der Bewegung heraus. „Es gibt zum Beispiel keine Grundposition, sondern eine Grundbewegung. Es werden auch keine Schläge geblockt. Stattdessen macht man eine Ausweichbewegung, die dann direkt zu einer Offensiv-Bewegung wird“, betont Böhme. Dadurch entstehen fließende Bewegungen und man hat den Eindruck, die Capoeiristas würden tanzen.

Die beiden Capoeiristas betreten die Roda, nachdem die Musiker, genannt Bateria, angefangen haben zu spielen. Es gibt keine festen Regeln, die das Ende eines Kampfes bestimmen würden. Vielmehr beruht das Ende auf gegenseitigem Einvernehmen. Außerdem können Zuschauer die Kämpfer ablösen, indem sie langsam die Roda betreten und sich zwischen die beiden Spielenden bewegen und so den Platz einer der beiden Capoeiristas einnehmen.

Worin besteht der Trainingseffekt?

„Wenn man Capoeira spielt, kann man sich den Gang ins Fitnessstudio sparen“, witzelt Böhme.
Durch die vielseitigen Elemente des Kampfsportes bewegt man den ganzen Körper und steigert so enorm die körperliche Fitness. Aber auch Geschicklichkeit, Reaktionsfähigkeit, Rhythmusgefühl und Konzentration werden trainiert. Neulinge brauchen ungefähr zwei bis drei Trainingseinheiten, um die ersten Bewegungen zu beherrschen. „Bis man sich in der Roda sicher fühlt, dauert es aber etwas länger“, sagt Böhme.

Wo kann man Capoeira in Nürnberg machen?

Capoeira kann man mittlerweile an verschiedenen Orten in der Stadt trainieren. Ein ausgewogenes Angebot bietet das Instituto Cultural Jacarandá Capoeira an. Hier finden Sie verschiedene Capoeira-Angebote für jeden Trainingsfortschritt und für alle Altersgruppen. Außerdem lernen Sie etwas über die traditionelle Roda-Musik und die brasilianische Kultur im Allgemeinen.
Böhme empfiehlt: „Einfach mal vorbei kommen und ausprobieren. Es ist wirklich nicht schwierig und macht viel Spaß!“

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