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Corona: Lage im Klinikum Nürnberg


Nürnberg hat den Inzidenzwert von 300 überschritten, bundesweit bewegen sich die Infektionszahlen auf hohem Niveau. Vor diesem Hintergrund rechnet das Klinikum Nürnberg damit, dass die Zahl der Patienten, die an Covid-19 erkranken und stationär behandelt werden müssen, weiter steigt. Das Klinikum hat die Antworten auf die wichtigsten Fragen zur aktuellen Lage am Klinikum zusammengestellt.


Wie viele Fälle werden im Klinikum behandelt?

Die Zahlen steigen täglich: Das Klinikum behandelt mittlerweile mehr als dreimal so viele Covid-19 Patienten wie während der ersten Welle. Zum Vergleich: Derzeit (Stand: 1. Dezember) werden 163 Covid-19 Patienten stationär behandelt. Davon müssen 27 auf den Intensivstationen versorgt werden, 25 Menschen werden beamtet. Während der ersten Welle waren in der Hochphase im April an einzelnen Tagen rund 50 Patienten auf den Stationen. In nächsten zwei bis drei Wochen rechnet das Klinikum mit weiter steigenden Patientenzahlen.


Falllentwicklung September bis Dezember

Drei Diagramme zeigen die Covid-19 Falllentwicklung vom 1. September bis 7. Dezember im Klinikum Nürnberg aufgeschlüsselt nach Gesamtzahl der Fälle und Fälle auf Normal- und Intensivstationen.


Wie reagiert das Klinikum auf die hohen Behandlungszahlen?

Das Klinikum hat mehrere Covid-19 Stationen eingerichtet, die Zahl der Intensivbetten wurde deutlich aufgestockt. Basis dafür ist ein Stufenkonzept. Weil Betten und medizinische Geräte allein noch nicht helfen, wurde der Betrieb auf einigen Nicht-Cvid-19-Stationen stark eingeschränkt, damit genügend Ärzte und Pflegekräfte für die Betreuung der Corona-Patienten zur Verfügung stehen. Behandlungen und Operationen, die verschiebbar sind, müssen daher verschoben werden. Dringende Eingriffe wie zum Beispiel die Operation von Tumoren werden durchgeführt. Auch Notfälle werden ohne Einschränkung behandelt.


Wie ist die Altersstruktur der Covid-19 Patienten?

Die Patienten in den vergangenen Wochen waren zwischen 19 und 97 Jahre alt – mit einem Durschnitt von etwa 60 Jahren. Etwa jeder zweite Patient hat weitere Erkrankungen. Leider gibt es auch bei jungen und gesunden Patienten teilweise schwere und schwerste Krankheitsverläufe. Daher appelliert das Klinikum eindringlich an die Bevölkerung, die Gefahren durch das Coronavirus weiter sehr ernst zu nehmen und sich und Angehörige vor einer Ansteckung zu schützen.


Wie werden Patienten getestet, die stationär aufgenommen werden?

Es gibt verschiedene Testmöglichkeiten: den PCR- und den Antigen-Test. Der PCR-Test dauert länger als der Antigen-Test. Letzterer ist aber nicht so aussagekräftig und kann keinesfalls zum Ausschluss einer Infektion mit dem Coronavirus genutzt werden. Jeder Patient muss eine detaillierte Checkliste ausfüllen. Ergeben sich daraus Hinweise auf eine Infektion oder einen Kontakt mit Infizierten und/oder sind typische Symptome vorhanden, werden die Patienten mit einem PCR-Test auf das Coronavirus getestet und bis zum Vorliegen des Ergebnisses isoliert untergebracht. Sind keine Risikofaktoren und keine Symptomatik vorhanden, werden entweder ein PCR- oder ein Antigen-Test oder beide durchgeführt. Ist der Antigen-Test positiv, werden die Patienten ebenfalls isoliert und bekommen einen PCR-Test zur Bestätigung.


Wie sorgt das Klinikum für den Schutz seiner Mitarbeiter?

Im Gegensatz zur ersten Welle sind Masken, Handschuhe oder Schutzkittel derzeit in ausreichender Menge vorhanden. Alle Mitarbeiter werden umfassend mit Schutzmaterial ausgestattet. Am Klinikum gilt generell eine Maskenpflicht, sobald Mitarbeiter das Gelände betreten. Die Maskenpflicht erstreckt sich auch auf Büro- und Verwaltungsräume. Zusätzlich gibt es ein Lüftungskonzept.

Es gilt außerdem ein differenziertes Hygienekonzept. Mitarbeiter, die Covid-19 Patienten betreuen, tragen neben ihrer Schutzkleidung sogenannte FFP2-Masken. FFP2-Masken sind auch Standard bei der Betreuung von Patienten, die einen Mund-Nasen-Schutz nicht tragen wollen, weil sie zum Beispiel dement sind und den Sinn und Zweck des Mund-Nasen-Schutzes nicht verstehen. Bei Untersuchungen, die eine erhöhte Aerosolbelastung für das Personal mit sich bringen, müssen eine FFP3-Maske und ein Gesichtsschild getragen werden. Das ist zum Beispiel bei einer Lungenspiegelung der Fall.

Mitarbeiter, die typische Symptome einer Coronavirus-Infektion entwickeln, werden jederzeit im Klinikum getestet. Zudem können sich alle Beschäftigten, die mit Patienten arbeiten, einmal pro Woche mit einem PCR-Test testen lassen. Alle Hygieneregeln werden konstant durch das hauseigene Institut für Klinikhygiene überwacht. Auf allen Stationen gibt es Hygienefachkräfte, die regelmäßig geschult werden.


Wie wirkt sich die Pandemie auf die finanzielle Situation des Klinikums aus?

Die Pandemie hat deutliche Einflüsse auf die wirtschaftliche Entwicklung des Klinikums in diesem Jahr, auch wenn sich das noch nicht abschließend beziffern lässt. Das Klinikum hat in den vergangenen Monaten kontinuierlich Covid-19 Patienten und Verdachtsfälle behandelt, die durch die notwendigen Isolierungsmaßnahmen die Kapazitäten für elektive Behandlungsfälle eingeschränkt haben. Die Umsätze aus den originären Krankenhaus-Behandlungen sind dadurch deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig steigen nach wie vor Verbrauch und Kosten für persönliche Schutzausrüstung und andere Verbrauchsmaterialien. Außerdem gibt das Klinikum deutlich mehr Geld für Sicherheitsmaßnahmen aus. Insgesamt ist davon auszugehen, dass Umsatzrückgänge und Mehrkosten durch die Freihalte-Pauschalen nicht vollständig kompensiert werden und dass das Klinikum das Jahr 2020 mit einem deutlichen Defizit abschließen wird.


Wie geht es mit den Besuchsregeln weiter?

Der Besuchsstopp gilt bis auf Weiteres. Es gibt jedoch nach wie vor Ausnahmen: Besuche sind in der Klinik für Psychiatrie, in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie auf den Kinderstationen erlaubt. Hier gilt: maximal ein Besuch am Tag für maximal eine Stunde. Nach wie vor kann ein Elternteil als Begleitperson auf den Stationen der Kinderheilkunde, Kinderchirurgie und Kinder-und Jugendpsychiatrie mit aufgenommen werden. Ist die Mutter oder der Vater als Begleitperson dabei, darf zusätzlich eine Person für eine Stunde am Tag zu Besuch kommen.

Auf der Neugeborenen-Station gibt es keine Einschränkungen für die Eltern. Hier können Eltern ohne zeitliche Beschränkung bei ihren Kindern sein. Auch bei Geburten darf eine Begleitperson dabei sein. Außerdem ist in besonderen Fällen – zum Beispiel in der Klinik für Geriatrie oder auf der Palliativstation – eine Ausnahme vom Besuchsverbot für enge Angehörige möglich. Dies ist jeweils mit dem Stationsarzt zu klären. Auch auf den Intensivstationen können Patienten nach Rücksprache mit dem Arzt von engen Angehörigen in Ausnahmefällen besucht werden. In solchen Fällen brauchen Besucher einen Sonderbesuchsschein. Dazu nehmen Besucher bitte vorher Kontakt mit der Station auf, auf der ihr Angehöriger liegt. Selbstverständlich ist auch die Begleitung von Sterbenden möglich, dies geschieht in enger Absprache mit der Station.


Intensivregister: Bettenkapazitäten und Fallzahlen

Das Intensivregister erfasst täglich die freien und belegten Behandlungskapazitäten in der Intensivmedizin von etwa 1.300 Krankenhäusern in Deutschland. Im Register können Sie die Verfügbarkeit von Intensivbetten in den einzelnen Nürnberger Krankenhäuser abfragen oder sich die aktuellen Fallzahlen intensivmedizinisch behandelter Covid-19 Patienten in einer Karte anzeigen lassen.


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Aktualisiert am 13.03.2021, 16:54 Uhr

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