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Tolle Wolle ohne Ende am Weinmarkt in Nürnberg

Text: Markus Jäkel (aus NH 93), Bilder: Christine Dierenbach

Handgesponnene Öko-Tex-Wolle, Cashmere Tweed, Alpaca Superlight, Kidsilk Haze – Wollknäuel über Wollknäuel in den unterschiedlichsten Farbnuancen und Garnstärken warten in deckenhohen Regalen darauf, um Masche für Masche zu Pullovern, Socken, Jacken, Stolen oder Kleidern weiterverarbeitet zu werden. Auf 56 Quadratmetern Wolle, wo man hinschaut und hinlangt. Seit 1981 ist die Tolle Wolle am Weinmarkt 10 ein Eldorado für eingefleischte Stricklieseln. Und weil Selbstgestricktes zurzeit wieder absolut in ist, schauen auch immer mehr junge Modefans vorbei: „Kaum läuft irgendjemand in einem Fernsehkrimi mit einem Schal herum, wollen das die Leute auch“, sagt Inhaberin Anita Hammel.

Stricken war nicht immer im Trend

Frauenzeitschriften tun ein Übriges dazu, dass die Nation wieder zu den Nadeln greift. Seitdem mittlerweile Schals und Tücher auch bei Männern salonfähig sind, ist der Strickhype kaum zu stoppen. „Naturgemäß ist gerade in der kälteren Jahreszeit für uns Hochkonjunktur“, sagt Anita Hammel. Dann ist ihr Laden meist brechend voll. Erlebt hat sie in den 30 Jahren aber auch andere Zeiten.

Mitten im Strickboom der 1980er Jahre, als Anleitungen aus der „Brigitte“ hochgehandelt waren und Selbstgestricktes im Trend lag, hatte die Textildesignerin mit ihrer Geschäftsidee genau aufs richtige Pferd gesetzt. Doch rund zehn Jahre später kam das große Loch, erst Ende der 1990er ging es wieder bergauf. „Wir müssen uns von Strickboom zu Strickboom hangeln, aber zum Glück gibt’s auch Stammkundinnen, die uns über die Jahre die Treue halten“, sagt Hammel.

Die Exponate sollen Lust aufs Stricken machen

Selbstgestrickte Exponate, die im Laden zum Verkauf stehen oder auch nur als Anregung für eigene Strickabenteuer dienen, sollen Lust auf das Naturmaterial Wolle machen. Der Laden bietet viel mehr als nur ein schier unerschöpfliches Angebot von Wolle: Egal, ob Strickanleitungen, Hilfe bei der Wahl der richtigen Nadeln, Tipps für die Pflege des Selbstgestrickten oder die Suche nach einer ganz besonderen Wollart – Anita Hammel und ihre vier Mitarbeiterinnen bieten quasi einen Rundum- Service. Auch auf Facebook ist sie präsent und betreibt einen Online-Shop, den ihr Ehemann betreut. „Der Shop wird aber eher wie ein Katalog genutzt“, weiß Hammel. Zum Stöbern und zur Vorauswahl. Die meisten schauen zum Kaufen lieber direkt vorbei: „Viele wollen die Farben in echt sehen und die Wolle anfassen, das können sie nur hier bei mir.“

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