Kontakt

Neues Konzerthaus für Nürnberg

Die Stadt errichtet neben der Meistersingerhalle ein neues Konzerthaus. Der Neubau mit optimaler Akustik und freier Sicht von allen Plätzen soll national und international bekannten Künstlern einen hervorragenden Raum bieten, um ihr Publikum zu begeistern. Baubeginn ist voraussichtlich 2021. Bis 2023 soll der Neubau stehen.

Architekturwettbewerb neues Konzerthaus

So wird das Konzerthaus aussehen: Der Siegerentwurf des Architekturwettbewerbs vom Team Johannes Kappler Architektur und Städtebau (Nürnberg) in Arbeitsgemeinschaft mit Super Future Collective (Nürnberg) und Topotek 1 (Berlin/Zürich).


Architekturwettbewerb

2017 hat die Stadt einen zweiphasigen anonymen Wettbewerb ausgelobt, an dem sich 246 Architekturbüros aus aller Welt beteiligt haben. Aufgabe war es, mit dem Entwurf der Rolle Nürnbergs als kulturellem und wirtschaftlichem Zentrum der Europäischen Metropolregion Nürnberg gerecht zu werden. Die Konzepte sollten städtebauliche und architektonische Strahlkraft besitzen. 20 der 246 Einreichungen hat die Jury nach der ersten Runde eingeladen, ihre Konzepte weiter zu konkretisieren. Das Rennen machte ein Team aus drei Architekturbüros: Johannes Kappler Architektur und Städtebau GmbH (Nürnberg), Super Future Collective (Nürnberg) und Topotek 1 Architektur GmbH (Berlin/Zürich). Ihr Vorschlag mit Naturstein-, Holz- und Glaselementen zeichnet sich durch Klarheit aus und schafft mit der Meistersingerhalle eine gelungene Ensemblewirkung.

Architekturwettbewerb neues Konzerthaus

Dieser Entwurf von gmp International GmbH Berlin belegte den 2. Platz.

Architekturwettbewerb neues Konzerthaus

Dieser Entwurf von Bruno Fioretti Marquez Architekten (Berlin) belegte den 4. Platz, den sich das Büro mit dem nächsten Preisträger teilt.

Architekturwettbewerb neues Konzerthaus

Dieser Entwurf von Hascher Jehle Design GmbH (Berlin) belegte ebenfalls den 4. Platz.

Büro aus Brüssel plant Akustik

Der Stadtrat hat am 19. September 2018 einstimmig beschlossen: Kahle Acoustics aus Brüssel/Belgien planen die Akustik des neuen Konzerthauses. Zuvor gab es eine europaweite Ausschreibung. Vier namhafte Planungsbüros haben ihre Konzepte vorgestellt. Zur Bewertungskommission gehörten unter anderem die Generalmusikdirektorin der Stadt Nürnberg, Joana Mallwitz, die Intendanten der Nürnberger und der Bamberger Symphoniker, Lucius A. Hemmer beziehungsweise Marcus Rudolf Axt, sowie der Präsident der Hochschule für Musik Nürnberg, Professor Christoph Adt.

Kahle Acoustics wurde 2001 vom deutschen Physiker und Musiker Eckhard Kahle in Brüssel gegründet. Zu seinen wichtigsten Projekten zählen unter anderem die Morgan Library & Museum in New York, das Guthrie Theater in Minneapolis, die Oper La Monnaie in Brüssel, die Konzertsäle Nouveau Siècle Lille und L'Auditorium de Bordeaux sowie zuletzt mehrere Theater in China.

Das neue Konzerthaus

Nürnberg hat sich schon lange einen erstklassigen Konzertsaal gewünscht. 2017 hat der Stadtrat den Neubau eines Konzerthauses am Standort der Meistersingerhalle an der Ecke Münchener Straße / Schultheißallee beschlossen. Es soll Platz bieten für rund 1.500 Zuschauer.

Luftbild des Wettbewerbsgebiets und der Umgebung zum Neubau Konzerthaus

Die markierte Fläche zeigt das Gebiet zwischen Münchener Straße und Schultheißallee. Hier entsteht das neue Konzerthaus.

Modernisierung Opernhaus und Meistersingerhalle

Mit dem Bau des neuen Konzerthauses eng verbunden sind auch die Sanierung des Opernhauses und der Meistersingerhalle. Alle drei Baumaßnahmen sind Teil des sogenannten Nürnberger Kulturpakts.

Das Opernhaus am Richard-Wagner-Platz wurde 1905 eröffnet. In vielerlei Hinsicht wird es den Anforderungen einer modernen Spielstätte nicht mehr gerecht. Auch von technischer Seite gibt es großen Handlungsbedarf. Dies betrifft zum Beispiel die Bühnentechnik und den Brandschutz. Während des Umbaus werden keine Veranstaltungen im Opernhaus stattfinden können.

Opernhaus und Meistersingerhalle heute

Wohin also mit Opern, Konzerten und Showveranstaltungen? Um die Kosten für eine Ausweichspielstätte zu sparen, gibt es einen Rotationsplan: Ist das neue Konzerthaus gebaut, finden dort Konzerte und Shows statt (bislang in der Meistersingerhalle). Die Oper zieht vorübergehend in die Meistersingerhalle. Ist das Opernhaus (voraussichtlich 2028) saniert, kann die Oper zurück ins Opernhaus. Danach wird die Meistersingerhalle generalsaniert. Zudem erhält sie einen Anbau für Tagungen und Kongresse, der für 500 bis 1.000 Teilnehmer ausgelegt ist. 2032 sollen alle Baumaßnahmen abgeschlossen sein.

Häufig gestellte Fragen:

Wie viel kostet das neue Konzerthaus?

Verlässlich lässt sich das derzeit noch nicht sagen. Nach dem Architekturwettbewerb wird es nun in der konkreten Planung auch um eine Kostenschätzung gehen. Der Freistaat Bayern hat aber bereits angekündigt, 75 Prozent der Kosten des Neubaus zu übernehmen.

Wann beginnt der Bau?

Derzeit ist geplant, im Sommer 2021 mit den Bauarbeiten zu beginnen. Im Sommer 2023 soll das Konzerthaus fertiggestellt sein.

Warum wird das Konzerthaus direkt neben der Meistersingerhalle gebaut?

Ein Gutachten des Münchener Architektur-, Stadt- und Umweltplanungsbüros "bgsm" hat acht mögliche Standorte verglichen. Das Ergebnis: Die Lage neben der Meistersingerhalle ist nach der Prüfung vieler Faktoren (Umfeld, Bau- und Naturschutzrecht, Verkehrsinfrastruktur, Lärmsituation und viele mehr) die beste. Außerdem hat die Nähe zur Meistersingerhalle einen wirtschaftlichen Vorteil: Durch die Kombination von zwei Veranstaltungsstätten kann die Stadt Betriebskosten einsparen.

Machen sich die Spielstätten nicht gegenseitig Konkurrenz?

Der Veranstaltungsmarkt in Nürnberg ist bereits in hohem Maß ausgeschöpft. Ein Gutachten des Beratungsunternehmens "actori" besagt aber, dass es dennoch gute Chancen für alle drei Spielstätten gibt, wenn sie sich klar auf dem Markt positionieren. Das neue Konzerthaus wird primär für klassische Konzerte und Showproduktionen ausgelegt sein, die Meistersingerhalle schwerpunktmäßig als Kongress- und Tagungsort. Das Opernhaus bleibt der Oper vorbehalten.


Das könnte Sie auch interessieren:

Blick in die Kulturwerkstatt Auf AEG in Nürnberg.

"Nürnberg Heute" 103: Kultur öffnet Räume

Stell dir vor, du lebst in einer Großstadt und es gibt weder Theater noch Häuser für Subkultur. Für Nürnberg undenkbar. Gerade Kultureinrichtungen sind ein Standortvorteil im Wettbewerb um kluge und kreative Köpfe. Die sollen künftig Konzerten in bester Akustik lauschen können.

Mehr zum Thema

Zurück zum Seitenanfang URL dieser Seite:
<http://www.nuernberg.de/internet/stadtportal/konzerthaus.html>