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Neues Konzerthaus für Nürnberg

Die Stadt plant den Bau eines neuen Konzerthauses neben der Meistersingerhalle am Luitpoldhain. Der Konzertsaal mit 1.500 Plätzen soll mit erstklassiger Akustik Künstlern aus aller Welt einen Raum bieten und das Publikum begeistern. Anfang 2021 soll mit dem Bau begonnen werden, 2024 das Konzerthaus seinen Betrieb aufnehmen.

Architekturwettbewerb neues Konzerthaus

So soll das Konzerthaus aussehen: Der Siegerentwurf des Architekturwettbewerbs vom Team Johannes Kappler Architektur und Städtebau (Nürnberg) in Arbeitsgemeinschaft mit Super Future Collective (Nürnberg) und Topotek 1 (Berlin/Zürich).


Aktueller Stand der Planungen

Vor gut einem Jahr hat ein Fachplaner-Team mit den Architekten und dem Akustiker mit der Planung begonnen. Der Bau muss viele besondere Anforderungen erfüllen: Vor allem muss es im Konzertsaal vollkommen ruhig sein; weder Außengeräusche wie ein Martinshorn noch Innengeräusche wie die Lüftung dürfen im Saal zu hören sein. Wegen des Standorts im Luitpoldhain, einer geschichtsträchtigen und stadträumlich bedeutsamen Parkanlage im Nürnberger Süden, müssen außerdem viele Aspekte des Naturschutzes und der Verkehrsplanung berücksichtigt werden.

Parallel zu den Planungen finden derzeit Workshops und Einzelgespräche mit den künftigen Nutzern und Betreibern des Konzerthauses statt. In diesem Kontext hat die Konzerthaus-Kommission des Stadtrats Konzerthäuser im In- und Ausland besucht, um sich über Lösungen für ähnliche raumakustische Anforderungen zu informieren. Die Vorplanung ist seit Sommer 2019 abgeschlossen. Damit hat das Projekt das Stadium der Entwurfsplanung erreicht. Schon früh hat der Freistaat Bayern zugesagt, den Bau großzügig zu bezuschussen.


Architekturwettbewerb

2017 hatte die Stadt einen offenen, zweiphasigen anonymen Architekturwettbewerb ausgelobt, an dem sich 246 Büros aus aller Welt beteiligten. Aufgabe war es, ein Konzept mit städtebaulicher und architektonischer Strahlkraft zu entwickeln. Der Bau sollte mit ökonomischer und nachhaltiger Qualität realisierbar sein und der Rolle Nürnbergs als Zentrum der Europäischen Metropolregion gerecht werden.

Das Rennen machte der Vorschlag des Teams Johannes Kappler Architektur und Städtebau GmbH (Nürnberg), Super Future Collective (Nürnberg) und Topotek 1 Architektur GmbH (Berlin/Zürich). Ihr klassischer Entwurf mit Naturstein-, Holz- und Glaselementen zeichnet sich durch Klarheit aus und wirkt offen und einladend. Die prägenden Elemente der Meistersingerhalle – Foyer, Atrien, durchgehender Sockel – werden dabei aufgenommen und zu einem fließenden Raum aus Konzertsälen und öffentlichen Begegnungszonen verbunden.


Luftbild des Wettbewerbsgebiets und der Umgebung zum Neubau Konzerthaus

Die markierte Fläche zeigt das Gebiet zwischen Münchener Straße und Schultheißallee. Hier entsteht das neue Konzerthaus.


Büro aus Brüssel plant Akustik

Im September 2018 beauftragte der Stadtrat das Büro Kahle Acoustics aus Brüssel mit der Planung der Akustik. Bei der weltweiten Ausschreibung hatten vier Planungsbüros ihre Konzepte vorgestellt. Zur Bewertungskommission des Vergabeverfahrens gehörten unter anderem die Generalmusikdirektorin der Stadt Nürnberg, Joana Mallwitz, die Intendanten der Nürnberger und der Bamberger Symphoniker, Lucius A. Hemmer und Marcus Rudolf Axt, der Präsident der Hochschule für Musik Nürnberg, Professor Christoph Adt, und die Leiterin der Musikabteilung des Bayerischen Rundfunks, Studio Franken, Dr. Ursula Adamski-Störmer.

Kahle Acoustics wurde 2001 vom deutschen Physiker und Musiker Eckhard Kahle in Brüssel gegründet. Zu den wichtigsten Projekten des Büros zählen die Morgan Library & Museum in New York, das Guthrie Theater in Minneapolis, die Oper La Monnaie in Brüssel, die Konzertsäle Konserthus Stavanger, Nouveau Siècle Lille und L'Auditorium de Bordeaux sowie zuletzt mehrere Theater in China.


Hintergrund: Nürnberger Kulturgroßbauprojekte

Das neue Konzerthaus ist Teil der Nürnberger Kulturgroßbauprojekte. Dazu gehören zwei weitere Baumaßnahmen: die Sanierungen des Opernhauses und der Meistersingerhalle. Nach der Eröffnung des Konzerthauses soll mit der Generalsanierung des Opernhauses begonnen werden. Für die Oper dient die Meistersingerhalle als Interimsspielstätte; für Konzerte das neue Konzerthaus. Das 1905 eröffnete Opernhaus wird komplett modernisiert und um fehlende Räume ergänzt. Die Arbeiten am Opernhaus sollen bis 2028 fertiggestellt sind. Als letztes Bauprojekt wird die Meistersingerhalle saniert und zu einem Tagungs- und Kongresszentrum umgebaut. Der Abschluss aller Baumaßnahmen ist für das Jahr 2032 geplant.

In der Stadtverwaltung steuert eine Einheit mit Mitarbeitern aus dem Planungs- und Baureferat, dem Kultur- sowie dem Finanzreferat die Kulturgroßbauprojekte. Ein Lenkungskreis unter Vorsitz des Oberbürgermeisters überwacht die Arbeit und trifft Grundsatzentscheidungen. Ergänzend dazu hat der Stadtrat eine Kommission eingesetzt.



Kultur öffnet Räume

Kultureinrichtungen sind ein Standortvorteil im Wettbewerb um kluge und kreative Köpfe. Die sollen künftig Konzerten in bester Akustik lauschen können. Ein Artikel in der Zeitschrift „Nürnberg Heute“ Nr. 103/2017 informiert über Bauprojekte im Kulturbereich.



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